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Essen: Mann nach Steinwurf auf Synagoge festgenommen – Tat gestanden

Tat gestanden  

Mann nach Steinwurf auf Synagoge festgenommen

24.11.2020, 09:34 Uhr | dpa

Essen: Mann nach Steinwurf auf Synagoge festgenommen – Tat gestanden. Schriftzug "Polizei" (Symbolbild): In Essen wurden mindestens zwei Mal Steine auf eine Synagoge geworfen. (Quelle: dpa/Boris Roessler)

Schriftzug "Polizei" (Symbolbild): In Essen wurden mindestens zwei Mal Steine auf eine Synagoge geworfen. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Nach den beiden Steinwürfen auf die Essener Synagoge ist ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Ein Video half bei der Überführung.

Nach den Steinwürfen auf die Synagoge in Essen ist ein Mann vorläufig festgenommen worden, der die Tat eingeräumt hat, aber zunächst keine Motive nannte. Das teilte die Polizei mit. Es handle sich um einen 37-Jährigen. 

Erst am Montag war ein weiterer Zwischenfall bekanntgeworden. Bereits sechs Tage vor dem zunächst bekannten Vorfall soll ein Stein auf das Gotteshaus geworfen und so eine Scheibe beschädigt worden sein. Dieser Steinwurf habe jedoch keinen Alarm ausgelöst, hieß es aus der Jüdischen Kultus-Gemeinde. Der Steinwurf und die Beschädigung der Scheibe am 14. November sei erst bei der Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras nach dem Steinwurf vom vergangenen Freitag festgestellt worden.

Ein Polizeisprecher bestätigte die Angaben. Die Polizei hatte über den jüngsten Fall am Sonntag berichtet und die zwei beschädigten Fensterscheiben zunächst allein dem Steinwurf vom Freitag zugeschrieben. Die Tat sechs Tage zuvor sei erst nachträglich bei der Sichtung der Aufzeichnungen festgestellt worden, sagte der Sprecher.

Überwachungsvideo zeigt Täter

Auf Twitter wurden am Sonntag zwei Videosequenzen verbreitet, die möglicherweise beide Taten zeigen. Laut Polizei handelt es sich um Aufnahmen der Überwachungskameras. Auf ihnen ist jeweils ein Mann mit blauer Jacke, Mundschutz und längeren Haaren zu sehen, der eine Art Betonplatte wirft. In einer Sequenz erkennt man, wie dadurch eine Scheibe zersplittert. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Festgenommenen handelt. Man habe die Tatkleidung in seiner Wohnung gefunden.

Der erste Steinwurf sei am 14. November in der Mittagszeit erfolgt, sagte ein Polizeisprecher. Laut Kultus-Gemeinde waren die Teilnehmer des Gottesdienstes am Schabbat zu diesem Zeitpunkt bereits nach Hause gegangen. Wegen der Corona-Beschränkungen dürften derzeit maximal 16 Personen an den Gottesdiensten teilnehmen. Bei den Steinwürfen wurde niemand verletzt.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland sprach am Montag von einem "antisemitischen Anschlag" auf eine Jüdische Gemeinde. Nur durch Glück sei niemand verletzt worden. "Der Angriff macht deutlich, wie dringlich Polizeipräsenz und guter baulicher Schutz an jüdischen Einrichtungen sind", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster laut einer Mitteilung in Berlin. "Wir dürfen uns an solche Anschläge als traurige Realität nicht gewöhnen." 

Verwendete Quellen:

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