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Wenig Sonnenschein, aber Wärme und Wassermangel in NRW

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Wenig Sonnenschein, aber Wärme und Wassermangel in NRW

30.12.2020, 15:07 Uhr | dpa

Wenig Sonnenschein, aber Wärme und Wassermangel in NRW. Sonne über dem See

Die kahlen Äste eines Baumes neigen sich vor der tiefstehenden Nachmittagssonne in das Wasser. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wenig Sonnenschein, aber überdurchschnittlich warm - die Wetter- und Klimaforscher haben für das dicht besiedelte Nordrhein-Westfalen 2020 auf den ersten Blick widersprüchliche Werte ermittelt. Ganz klar ist - wie schon seit Jahren: Es fiel wieder deutlich zu wenig Regen. Die Trinkwasserversorgung sei zwar weiter sicher. Wasser werde aber zur knappen Ressource, mit der man sparsam umgehen müsse, warnen Fachleute.

Bei den Sonnenstunden lag das Bundesland 2020 im Ländervergleich mit 1756 auf dem letzten Platz hinter Niedersachsen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mitteilte. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 2053 Sonnenstunden. Zugleich gehörte NRW 2020 zu den wärmsten Regionen in Deutschland. Die Meteorologen registrierten für das Land einen Jahres-Durchschnittswert von 11,1 Grad. Bundesweit lag die Durchschnittstemperatur bei 10,4 Grad.

NRW-weit hat es 2020 hat aus Sicht von Experten beim Landesumweltamt erneut deutlich zu wenig geregnet. Die Niederschläge des Jahres hätten nicht dazu geführt, "dass ein Ausgleich der Defizite aus 2018 und 2019 stattgefunden hat", sagte der Leiter des Fachbereich Hydrologie, Roland Funke, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei der Februar einer der nassesten Monate gewesen, "die wir je in NRW hatten". Ansonsten sei das Jahr aber wieder "sehr, sehr trocken" gewesen.

In Nordrhein-Westfalen fielen in den Jahren 1961 bis 1990 im Schnitt 870 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In den vergangenen 10 Jahren lag der Schnitt jedoch bei 770 Litern, sagte der stellvertretende Leiter des Regionalen Klimabüros des DWD in Essen, Thomas Kesseler-Lauterkorn. "Um wirklich einen Trend daraus abzuleiten, ist der Zeitraum noch zu kurz, aber es ist schon auffällig." Von "Klimawandel" spricht der Meteorologe trotzdem. Er mache sich am deutlichsten bei Temperatur, Sonnenscheindauer und Niederschlag im Frühjahr, aber auch im Frühsommer bemerkbar. Für diese Zeiträume könne man in den vergangenen Jahren insgesamt von trockeneren Verhältnissen sprechen.

Die seit Jahren geringer werdenden Regenmengen sind auch beim Ruhrverband, einem der größten Wasserwirtschaftsverbände Deutschlands, ein großes Thema. Der Verband ist zuständig für die Trinkwasserversorgung von rund 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet. Das sogenannte Abflussjahr 2020 (1.11.19 bis 31.10.20) sei bereits das zwölfte in Folge gewesen, in dem es weniger geregnet hat als im langjährigen Durchschnitt, berichtete der Verband Mitte Dezember. "Eine so lange Trockenphase hat es in der Geschichte des Ruhrverbands bislang noch nie gegeben." Der Klimawandel sei damit im Einzugsgebiet der Ruhr angekommen.

Der gefallene Regen sei nicht in die tieferen Bodenschichten vorgedrungen, sagte Experte Funke. Die Wasserspeicher im Grundwasser und im Boden hätten sich daher nicht wieder auffüllen können. "Ende November waren gut zwei Drittel der Messstellen deutlich zu niedrig und auch niedriger als im Vorjahr. Das zeigt, dass sich da nichts erholt und entspannt." Dies zeige sich auch in den Flüssen. "Wir haben immer noch in einigen Landesteilen deutliche Niedrigwassersituationen, zum Beispiel in der Lippe und den östlichen Landesteilen in den kleinen Flüssen." Dies führe dazu, dass sich auch die Talsperren nicht füllten.

Die Trinkwasserversorgung sieht Funke nicht gefährdet. "Man merkt aber, dass es eine knapper werdende Ressource ist, mit der jeder vorsichtig umgehen soll." Man solle nicht aufgrund des niedrigen Preises meinen, dass Wasser in beliebigen Mengen zur Verfügung stehe.

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