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Essen: Klimawandel und Hautpilz bedrohen Salamander in NRW

Immer mehr tote Tiere  

Klimawandel und Hautpilz bedrohen Salamander in NRW

07.04.2021, 17:27 Uhr | dpa

Essen: Klimawandel und Hautpilz bedrohen Salamander in NRW. FeuersalamanderEin Feuersalamander kriecht über einen Waldweg (Archivbild): Die Tiere sind bedroht. (Quelle: dpa/Boris Roessler)

Ein Feuersalamander kriecht über einen Waldweg (Archivbild): Die Tiere sind bedroht. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Der ohnehin schon seltene Feuersalamander hat es in NRW zunehmend schwerer. Der Klimawandel und eine Pilzkrankheit setzen ihm zu. Nun sucht man nach geeigneten Schutzmaßnahmen.

Der Feuersalamander ist im Ruhrgebiet und in der Eifel vom Klimawandel und dem gefährlichen Hautpilz Bsal stark bedroht. Die Ausbreitung der sogenannten Salamanderpest habe weiter zugenommen, sagte Experte Hans-Dieter Otterbein von der Naturschutzorganisation Agard.

"Es ist fast nicht möglich, den Pilz aufzuhalten, man kann die Ausbreitung nur verlangsamen." Im Januar seien bei Castrop-Rauxel 150 tote Tiere gefunden worden. Untersuchungen in Essen an mehreren Standorten hätten gezeigt, dass dort zumindest noch einige Feuersalamander existierten.

Pilz in NRW verbreitet

In Dortmund habe es im Winter zwei Funde mit mehreren toten Amphibien gegeben. Im Stadtgebiet sei aber davon auszugehen, dass es die meisten Populationen noch gebe. Zudem wurde der Pilz auch im Bergischen Land bei Wuppertal und Solingen nachgewiesen. Der vermutlich aus Asien stammende Bsal-Pilz (Batrachochytrium salamandrivorans) hatte in den vergangenen Jahren in der Nordeifel und dann auch im Ruhrgebiet zu deutlichen Bestandsrückgängen geführt. Bsal sei jetzt plötzlich auch in Bayern aufgetaucht – und zwar neu im vergangenen Sommer im Steigerwald. Die Sporen würden vor allem durch den Menschen verbreitet.

Gerade in der Pandemie bestehe ein starker Druck auf Wälder, Parks und sämtliche Naturflächen, auf welche die Menschen in hohem Maße ausweichen. Fußgänger und Radfahrer sollten unbedingt auf den Wegen bleiben, um die Salamander zu schützen, wie der Experte mahnte.

Tatsächlich fahren aber den Beobachtungen von Agard zufolge besonders häufig Mountainbiker auch durch geschützte Gebiete. Hundehalter ließen ihre Tiere oft an Teichen trinken. Die Sporen würde auch bei Baumaßnahmen verbreitet – es sei illusorisch, alle Forst- und Baumaschinen zu desinfizieren.

Zoos könnten helfen

Die Prognose für den Fortbestand der Feuersalamander sei auch wegen des Klimawandels düster. "Es macht uns große Sorge, dass die Wälder zu trocken sind und damit auch die Bachläufe zunehmend austrocknen, noch bevor die Larven an Land gehen können." Ein Feuersalamander setze in der Regel 20 bis 30 Larven vor allem an kleinen Bachläufen ab. "Wenn er kein Laichgewässer mehr hat, wird es keinen Nachwuchs geben. Der Klimawandel kann zum wesentlichen Faktor dafür werden, dass der Feuersalamander ausstirbt."

Als eine Notlösung sei eine Salamanderaufzucht denkbar, schilderte Otterbein. Die Tierschützer von Agard konnten 30 Larven aus Gewässern entnehmen, die nach drei Monaten und recht hohem Aufwand zu kleinen Salamandern wurden und die man später wieder auf Bsal-freiem Gebiet aussetzte. Es könnten auch kranke Tiere aufgezogen werden, wenn man sie zunächst einer Wärmebehandlung unterziehe, bei der der Pilz abgetötet werde. Zoos hätten mit ihren Terrarien dazu womöglich die geeigneten Voraussetzungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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