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Prozessbeginn gegen mutmaßliche IS-Anhängerin: 30-Jährige schweigt zu Vorwürfen

Prozessbeginn in Düsseldorf  

Mutmaßliche IS-Anhängerin aus Essen schweigt vor Gericht

30.04.2021, 12:11 Uhr | AFP

Prozessbeginn gegen mutmaßliche IS-Anhängerin: 30-Jährige schweigt zu Vorwürfen. Die deutsch-libanesische Angeklagte spricht mit ihrem Anwalt: In Düsseldorf startete der Prozess gegen eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Essen. (Quelle: dpa/Peter Hemmelrath)

Die deutsch-libanesische Angeklagte spricht mit ihrem Anwalt: In Düsseldorf startete der Prozess gegen eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Essen. (Quelle: Peter Hemmelrath/dpa)

Eine Frau aus Essen soll im Jahr 2015 mit ihren Kindern nach Syrien gereist sein, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Kurz nach ihrer Rückkehr wurde sie verhaftet. Am ersten Prozesstag schweigt die Angeklagte.

Gegen eine mutmaßliche Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus Essen hat am Freitag der Prozess vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Die Bundesanwaltschaft legt Fadia S. die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last. Zum Prozessauftakt schwieg die Angeklagte zu den Vorwürfen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Die Anwälte der 30-Jährigen kündigten demnach an, in der kommenden Woche ein sogenanntes Rechtsgespräch mit dem Senat führen zu wollen. Worum es in dieser mündlichen Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehen soll, war zunächst nicht bekannt. In der Regel dienen solche Rechtsgespräche zur Erörterung von Verfahrensfragen.

Mit Kindern nach Syrien

Die Bundesanwaltshaft beschuldigt die 30-Jährige, im Jahr 2015 mit ihren vier minderjährigen Kindern nach Syrien gereist zu sein, um sich dort dem IS anzuschließen. Laut Anklageschrift ist sie Anhängerin des salafistischen Islams und entschloss sich 2015, am Aufbau eines religiös fundamentalistischen Staats mitzuarbeiten. Sie reiste mit den Kindern ihrem Ehemann hinterher, der bereits früher in das Herrschaftsgebiet des IS gegangen war. Die Familie soll dort in Häusern gelebt haben, deren Bewohner vertrieben wurden.

Ihre Kinder soll die 30-Jährige im Sinn des IS erzogen und somit "der Willkürherrschaft, ideologischer Indoktrination und Kampfhandlungen" ausgesetzt haben. Als der IS militärische Rückschläge erlitt, floh die Frau laut Anklage mit den inzwischen fünf Kindern im Februar 2018 zurück nach Deutschland. Im Juli vergangenen Jahres wurde sie in Essen festgenommen. Das Verfahren ist zunächst bis Ende Juli angesetzt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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