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Meinung
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Ich stell' mir die Fragen, die mir gefallen

Von Roxana Frey

24.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Peter Feldmann
Peter Feldmann (Archivbild): Für sein Gespräch von und mit Peter Feldmann erntet er Kritik. (Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv/dpa-bilder)
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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann äußert sich in einem skurrilen Selbstgespräch zu den Vorwürfen gegen ihn. Wen will er damit zum Narren halten?

Es braucht keine journalistische Ausbildung, um zu wissen, dass ein Interview zwischen zwei Personen stattfinden sollte. Genauso wie viele immer annahmen, dass es für einen Oberbürgermeister das Wichtigste sei, die Reputation und das Wohl der Stadt zu bewahren. Doch Peter Feldmann belehrt uns dieser Tage eines Besseren: Nachdem vor zwei Wochen auch die Stadtabgeordneten seinen Rücktritt gefordert hatten, riskiert er lieber ein Abwahlverfahren. Für "Transparenz" möchte er trotzdem sorgen – und debattiert in einem Streitgespräch mit sich selbst über die Vorwürfe gegen ihn.

Was zunächst skurril und irgendwie lustig anmutet, ist kritischer, als man denkt: Mit dem Selbstinterview, welches auf der Webseite der Stadt veröffentlicht wurde, zeigt der Oberbürgermeister nämlich der Frankfurter Medienlandschaft die kalte Schulter. Viele Journalistinnen und Journalisten hätten gerne die Rolle des Gesprächsführenden eingenommen, schließlich hatte Feldmann schon bei seiner letzten Pressekonferenz im Mai keine Rückfragen ermöglicht. Auch Anfragen für Interviews wies das Staatsoberhaupt bislang zurück.

Journalistinnen und Journalisten können aber auch wirklich nerven: Störende Fragen, lästiges Nachhaken dort, wo der sprichwörtliche "Hase im Pfeffer liegt" – wer braucht das schon? Da macht Feldmann es sich lieber mit sich selbst gemütlich, wählt in Ruhe die Fragen aus, die er beantworten möchte, und lässt das Ganze am Ende vom hauseigenen PR-Team auf die Internetseite bringen. Garniert mit dem Hinweis: "Derzeit gibt es viele Anfragen an Oberbürgermeister Feldmann, zu den aktuellen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Dem kommt er gerne nach." Das wirkt fast so, als tue man den Medien hier einen Gefallen.

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Eine Absage an die Frankfurter Medien und Bürger und Bürgerinnen

Nur leider handelt es sich hier nicht um ein hilfreiches Q&A für eine städtische Veranstaltung, sondern um die vermeintliche Stellungnahme zu schwerwiegenden Vorwürfen wie Korruption und Sexismus. Deswegen sollte man solche Gespräche lieber von unabhängigen Profis übernehmen lassen, deren Aufgabe und Anspruch es ist, die Öffentlichkeit so zu informieren, dass sie weiß, wohin es gerade mit ihrer Stadt geht. Journalistinnen und Journalisten, die jene Fragen stellen, die für die Menschen relevant sind – nicht solche, die der Beschuldigte als relevant empfindet.

Mit seinem Selbstgespräch erteilt Feldmann nicht nur den Medien eine Absage, sondern auch den Bürgern und Bürgerinnen, die ein Recht auf eine unabhängige Berichterstattung haben. Fairerweise sei eingeräumt, dass Feldmann durchaus auch hart mit sich selbst ins Gericht geht. Fragen wie "Machen Sie es sich da nicht ein wenig einfach?" muten kritisch an – wenn man allerdings bedenkt, dass Feldmann sich gerade selbst auf den Zahn fühlt, wirkt das Ganze nur noch kurios.

Als Journalistin und Frankfurterin komme ich nicht drumherum, mich zu fragen: Was würde passieren, wenn jede Person in einer öffentlichen Funktion, vor allem wenn sie mit solchen Anschuldigungen konfrontiert ist, sich so verhalten würde? Dann hätten wir ein Problem in unserer Demokratie.

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