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Prozess gegen 22-jährigen Ex-Soldaten eröffnet

Von dpa
Aktualisiert am 24.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Das Frankfurter Landgericht (Archivbild): Bereits im Februar 2016 hat der Angeklagte ein "Manifest über einen Bürgerkrieg" verfasst.
Das Frankfurter Landgericht (Archivbild): Bereits im Februar 2016 hat der Angeklagte ein "Manifest über einen Bürgerkrieg" verfasst. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Ein 22-jähriger Bundeswehr-Soldat plante, die Welt zu erobern und Flüchtlinge zu eliminieren – jetzt steht er mit seinem Vater und Bruder vor Gericht.

Prozessauftakt gegen einen früheren Bundeswehr-Soldaten: Weder der 22-jährige Hauptbeschuldigte noch der mitangeklagte Vater und Bruder des Mannes haben sich zu den Vorwürfen geäußert. Das Landgericht Frankfurt wirft dem früheren Hauptgefreiten die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie diverse waffenrechtliche Verstöße vor.

Laut Anklageschrift soll der 22-Jährige unter anderem den Plan verfolgt haben, die ganze Welt zu erobern und Flüchtlinge zu eliminieren. Dem 64-jährigen Vater und seinem 21-jährigen Bruder wird Beihilfe zur Last gelegt.

Taunus: Ex-Soldat lagerte Handgranaten und Munition in Garagen

Im Elternhaus sowie mehreren Gartenhütten und Garagen in Glashütten im Taunus hatte die Polizei im Februar vergangenen Jahres umfangreiche Waffenbestände, Handgranaten und Munition gefunden. Die Angeklagten wurden daraufhin festgenommen. Seitdem sind sie in Untersuchungshaft.

Die Polizei war dem Soldaten, der ursprünglich im baden-württembergischen Pfullendorf stationiert war, durch seine frühere Freundin auf die Spur gekommen. Sie hatte wegen diverser gewalttätiger Übergriffe Strafanzeige gegen ihn erstattet.

Angeklagter hatte antisemitische Umsturz- und Vernichtungspläne

Im Laufe der Ermittlungen kam unter anderem heraus, dass der Angeklagte bereits im Februar 2016 ein "Manifest über einen Bürgerkrieg" verfasst hatte. Damit brandmarkte er unter anderem den "Vernichtungskrieg der Juden". Seit 2020 habe er sich vorgenommen, die entsprechenden Umsturz- und Vernichtungspläne in die Tat umzusetzen.

Laut Anklage waren auch der Vater und der jüngere Bruder in diese Pläne eingeweiht. Ihnen wird Beihilfe zur Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt. Weil der Vater das elterliche Haus sowie die Grundstücke als Waffenlager zur Verfügung stellte, gilt er hinsichtlich der Waffendelikte als Mittäter. Die Staatsschutzkammer steht vor einer ausgedehnten Beweisaufnahme. Die Terminliste reicht vorerst bis zum 8. November.

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