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Gaskrise: Hessens Unis wollen Energie sparen


Im Wintersemester sparen
Unis in Hessen wollen Heizung runterdrehen

Von dpa
Aktualisiert am 01.08.2022Lesedauer: 3 Min.
imago images 111005039Vergrößern des BildesFrankfurt University of Applied Sciences (Archivbild): Die Hochschule möchte möglicherweise die Winterpause für Studierende verlängern. (Quelle: via www.imago-images.de)
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Hessens Hochschulen überlegen, wie sie im Wintersemester Energie sparen können. In Frankfurt überlegen sie, die Winterpause für Studierende zu verlängern.

Weniger heizen, keine Geräte auf Stand-by und Licht aus: Wie können Hessens Hochschulen im kommenden Wintersemester Energie einsparen? An der Fachhochschule University of Applied Sciences in Frankfurt etwa sei die Verlängerung der Weihnachtspause für Studierende und eine dementsprechend längere Vorlesungszeit im Frühjahr 2023 denkbar, erklärte eine Sprecherin. Mitarbeitende habe man schon jetzt dazu aufgefordert, Licht bei längerer Abwesenheit auszuschalten sowie Laptops, Drucker und Kopierer nicht im Stand-by-Modus zu lassen.

Die Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen ist schon ein Schritt weiter: So hat die Hochschule ein erstes Maßnahmenpaket beschlossen, um der drohenden Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges im Herbst und Winter entgegenzuwirken.

Nach Angaben der mittelhessischen Uni sollen die Zeiten der Labornutzung angepasst, Außenbereiche auf dem Campus kürzer beleuchtet und Lehrräume "deutlich zurückhaltender" beheizt oder gekühlt werden. Außerdem werde die Universität in diesem Winter nicht nur zwischen den Jahren, sondern auch in der ersten Januarwoche geschlossen bleiben.

Keine Einsparungen außerhalb der vorlesungsfreien Zeit

"Wir hoffen, mit dieser Maßnahme ganze Gebäude für diese überschaubare Zeitspanne stilllegen zu können", sagte eine Sprecherin. Wegen der steigenden Energiepreise die Uni auch außerhalb der vorlesungsfreien Zeit ganz oder teilweise zu schließen, plane man in Gießen allerdings nicht: "Die digitale Lehre hat ihre Grenzen, und wir halten es für falsch, das Energieproblem in den privaten Bereich zu verlagern – weder zu den Beschäftigten noch zu der finanziell schwächsten Gruppe an der JLU, den Studierenden".

Die Technische Universität in Darmstadt hat eine eigene Task Force "Energie" eingerichtet, um unterschiedliche Einsparmöglichkeiten auszuarbeiten, erklärte ein Sprecher. In der Versorgung sehe man allerdings noch kein akutes Problem, da bestehende Verträge noch bis zum Ende des Jahres laufen würden. "Wir richten uns aber auf Lieferengpässe und Preissteigerungen ein", so der TU-Sprecher.

Auch die Philipps-Universität in Marburg beschäftige sich intensiv mit der Frage, wie der Uni-Betrieb auch mit weniger Energieverbrauch funktionieren kann. Weniger klimatisieren und heizen liegt auch in Marburg auf der Hand – darüber hinaus überlege man unter anderem auch, die Raumplanung für die Lehrveranstaltungen anzupassen, erklärte eine Sprecherin. Für den Fall, dass das Gas tatsächlich knapp werden sollte, erarbeite die Uni Notfallpläne, die kritische Infrastrukturen wie Rechenzentren, Tierhaltung und Labore mit erhöhten Sicherheitsanforderungen absichere.

Ob es für Studierende in Wohnheimen teurer wird, bleibt offen

Die Studentenwerke, die Mensen und Wohnheime betreiben, beobachten ebenfalls die Lage genau, auch mit Blick auf die Folgen der Preissteigerungen im Energiebereich. Ob es für Studierende teurer wird oder sie mit weniger Heizungswärme klarkommen müssen, ist aber noch offen.

"Aktuell stehen keine Änderungen unserer Leistungen für Studierende aufgrund der Energiekrise im Raum", heißt es etwa beim Gießener Studentenwerk. "Wir beobachten die bundes- und vor allem hessenweit diskutierten Erwägungen zu möglichen Einschränkungen in der Hochschullandschaft natürlich sehr genau und durchaus mit Sorge", teilte eine Sprecherin mit. "Sollte es zu Teilschließungen kommen, wären davon unter Umständen auch unsere gastronomischen Einrichtungen betroffen." Bereits seit Jahren würden Studierende in den Wohnheimen zum Energiesparen motiviert, man wolle diesen auch weiterhin Energiespartipps auf unterschiedlichen Kanälen an die Hand geben.

"Was die Beheizung der Wohnheime betrifft, kann man eine vertretbare Absenkung momentan nicht ausschließen." Das teilte eine Sprecherin des Studentenwerks Frankfurt mit Blick auf den Herbst und Winter mit. Möglicherweise muss die Einrichtung auch an der Preisschraube drehen: "Steigende Energiekosten, Umsatzeinbrüche im Zuge der pandemiebedingten Mensa-Schließungen sowie die Auswirkungen einer immer noch vergleichsweise geringen Präsenz der Studierenden an den Hochschulen erfordern eine Verbesserung der Einnahmesituation", erläuterte die Sprecherin.

"Gleichzeitig schlagen höhere Kosten beim Wareneinsatz durch steigende Einkaufspreise zu Buche. Etwaige Erhöhungen der Preise und Mieten sowie der Sozialbeiträge werden derzeit geprüft und vorbereitet, um dies im Herbst 2022 in unserem Verwaltungsrat beraten und entscheiden zu können." Klar sei: "Bei alledem werden wir darauf achten, dass unsere Leistungen für Studierende weiterhin sozial verträglich bleiben und damit ein bezahlbares Studium ermöglicht wird."

Das Deutsche Studentenwerk und die Hochschulrektorenkonferenz hatten bereits im Juli an Bund und Länder appelliert, dafür Sorge zu tragen, dass der Hochschulbetrieb und die sozialen Angebote im kommenden Wintersemester auch bei einer möglichen Energie- und Gasknappheit grundsätzlich aufrechterhalten werden können. "Die rund 2,9 Millionen Studierenden müssen zudem bei möglichen staatlichen Hilfen gegen Inflation und Energiepreis-Krise unbedingt berücksichtigt werden", forderten die beiden Einrichtungen in ihrer gemeinsamen Mitteilung.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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