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Hessen: Weniger Immobilien kommen unter Hammer

Frankfurt am Main  

Hessen: Weniger Immobilien kommen unter Hammer

19.08.2019, 06:37 Uhr | dpa

In Hessen werden immer weniger Grundstücke, Häuser und Wohnungen zwangsversteigert. "Wir beobachten seit etwa zehn Jahren einen Rückgang bei der Anzahl an Zwangsversteigerungen", sagte Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer des Immobilienbesitzerverbandes Haus & Grund Hessen. Dies sei eine übliche Entwicklung bei guter Beschäftigungslage und anhaltender Niedrigzinsphase. Aber auch der boomende Immobilienmarkt trage dazu bei. Gleichzeitig warnt der Verband: Sollten die Zinsen steigen, werde es wieder mehr Zwangsversteigerungen geben.

Zwangsversteigerungen sind ein Weg, mit dem Gläubiger an ihr Geld kommen können. Meist kommt es dazu, wenn Immobilieneigentümer in eine finanzielle Notlage geraten sind, Haus und Grundstück nicht mehr bezahlen können oder Schulden haben. Dann leitet der Gläubiger ein Verfahren zur Zwangsversteigerung beim Amtsgericht ein. Der Mindestpreis für die Immobilie wird durch ein Gutachten bestimmt.

Bundesweit sinkt die Zahl solcher Verfahren: Nach Angaben des Fachverlags Argetra sind im vergangenen Jahr in Deutschland 18 449 Immobilien unter den Hammer gekommen. 2017 waren es noch 25 740 Häuser, Wohnungen und Grundstücke.

Dieser Trend ist auch in Hessen zu beobachten. Seit 2014 sank die Verfahrenszahl laut Justizministerium von 4224 auf 2548 im vergangenen Jahr. Allerdings enthält die Statistik auch Zwangsversteigerungen von Flugzeugen und Schiffen. Amtsgerichte bestätigen den Trend: In Frankfurt beispielsweise verzeichnete man von 2013 auf 2014 einen Rückgang der Verfahren um 20 Prozent.

Die Chancen auf Schnäppchen für Immobilienkäufer sinken daher. "Tatsächlich sorgt auch die anhaltend gute Immobiliennachfrage dafür, dass verschuldete Eigentümer die Zwangsversteigerung umgehen, indem sie ihre Immobilien und Grundstücke zuvor auf dem freien Markt veräußern", erklärte Younes. Praktisch die Hälfte aller eröffneten Zwangsversteigerungen werde nicht abgeschlossen, weil das Objekt vorher veräußert werde. "Die Erlöse liegen teilweise sogar deutlich über dem üblichen Verkehrswert."

Diese Erfahrung machen auch Amtsgerichte. "Wir führen keine Statistik über die erzielten Erlöse, das ist objektabhängig, dennoch würde ich sagen, dass die Meistgebote oft den Verkehrswert erreichen und deutlich darüber liegen", sagte Roland Glöckner, Sprecher des Amtsgerichts Frankfurt. Meistgebote sind die letzten und höchsten Gebote einer Versteigerung. Zudem gebe es so gut wie keine Fälle mehr, in den wegen eines zu niedrigen Siegergebots ein zweiter Versteigerungstermin angesetzt werden müsse.

Zugute kommt die Entwicklung Gläubigern und verschuldeten Immobilienbesitzern. Weil die Versteigerung mehr Geld einbringt, könnten häufig alle Grundbuchgläubiger und persönlichen Gläubiger befriedigt werden, erklärte Glöckner. Und am Ende bleibe selbst für den Schuldner noch etwas übrig.

Gleichbleibend hoch sei dagegen die Zahl der Teilungsversteigerungen. Mit diesem Verfahren bringen beispielsweise Eheleute oder Erbengemeinschaften gemeinsame Immobilien unter den Hammer, wenn sie sich nicht einigen können. Auch das könne ein Grund für die im Durchschnitt hohen Erlöse sein, sagt Glöckner. Denn dabei gehe es meist um sehr attraktive Immobilien.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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