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Landeanflüge sind Quelle für Ultrafeinstaub-Belastung

Frankfurt am Main  

Landeanflüge sind Quelle für Ultrafeinstaub-Belastung

20.08.2019, 10:05 Uhr | dpa

Landeanflüge sind Quelle für Ultrafeinstaub-Belastung. Flugzeug

Ein Flugzeug startet vom Flughafen vor zwei Kondensstreifen am Himmel, die sich kreuzen. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild (Quelle: dpa)

Landeanflüge zum Flughafen in Frankfurt tragen zur städtischen Umweltbelastung mit Ultrafeinstaub bei. Allerdings ist diese Belastung deutlich geringer als solche, die durch das Flughafengelände selbst entsteht, wie aus Messungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden hervorgeht. Ultrafeinstaub besteht aus sehr kleinen Partikeln in der Luft. Sie stehen in Verdacht, womöglich gesundheitsschädlich zu sein.

"An allen Standorten (der Messgeräte) treten bei Wind aus Richtung des Flughafens stark erhöhte Partikelkonzentrationen auf", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Sobald der Wind nur geringfügig aus dem Sektor Flughafen herausdrehe, sinke die Konzentration auf einen Bruchteil.

Außerdem träten bei Wind aus der Richtung, in der sich Flugzeuge im Landeanflug befinden, im Mittel signifikant höhere Konzentrationen auf, erklärten die Wissenschaftler. Dies beziehe sich auf Maschinen, die eine Flughöhe von 400 Metern oder niedriger erreicht hätten. Nach erster Schätzung erstrecke sich dieser Bereich bis zu einem Abstand von etwa sieben bis acht Kilometer vom Aufsetzpunkt.

"Diese Befunde zeigen, dass der Flugbetrieb eine bedeutende Quelle für ultrafeine Partikel darstellt, die zu erhöhten Konzentrationen in der Umgebung führt", resümierte das HLNUG. Diese Partikel sollen auch künftig in der Umgebung des Flughafens und in Frankfurt gemessen werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich mehr Klarheit etwa über die Frage, bis zu welcher Entfernung vom Airport sich der Einfluss des Flugbetriebs in den Ultrafeinstaub-Konzentrationen am Boden widerspiegelt. Dabei geht es unter anderem um die Auswirkungen von startenden Flugzeugen.

Über die genaue Wirkung von Ultrafeinstaub wisse man aktuell noch nicht genug und es gebe bisher keine EU-weiten Grenzwerte, erklärten Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne). Trotzdem sollten alle vernünftigen Schritte ergriffen werden, um solche Emissionen zu verhindern. Dass Ultrafeinstaubpartikel nicht gesund seien, könne man heute schon mit ziemlicher Sicherheit sagen.

Die schwarz-grüne Landesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, eine größere Wirkungsstudie zu Ultrafeinstaub in die Wege zu leiten. Zur fachlichen Vorbereitung ist diese Woche (22./23. August) in Frankfurt eine Expertenanhörung geplant.

Wirtschaftsminister Al-Wazir forderte, den Grenzwert für Schwefel im Kerosin zu senken. Bislang darf der Flugzeugtreibstoff ein Vielfaches an Schwefel enthalten als etwa Diesel für Autos oder Schiffe. Ein hoher Schwefelgehalt führe allerdings zu einer deutlichen Zunahme von Ultrafeinstaub. "Dazu brauchen wir klare europaweite Vorgaben", erklärte Hinz. Hessen wolle sich außerdem bei der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe ohne Schwefelanteile oder sonstige Verunreinigungen engagieren.

Außerdem forderten die Minister, den Einsatz von Verbrennungsmotoren auf dem Flughafengelände so weit wie möglich zu vermeiden. "Wir brauchen mehr elektrobetriebene Fahrzeuge auf dem Vorfeld", erläuterte Hinz. "Und wir müssen erreichen, dass Flugzeuge an den Terminalgebäuden beispielsweise klimatisierte Luft für die Flugzeugkabinen bereitgestellt bekommen, damit sie dafür nicht extra die Hilfsturbinen anwerfen müssen." Am Thema Ultrafeinstaub zeige sich zudem, dass "aus Umwelt-, Lärmschutz- und Klimagründen zumindest bei Kurzstrecken auf umweltfreundlichere Verkehrsträger als den Luftverkehr gesetzt werden muss".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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