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Frankfurt am Main: Wie die Polizei für Sicherheit auf der Zeil sorgt

Viele Beschwerden  

Wie die Polizei in Frankfurt für Sicherheit auf der Zeil sorgt

19.11.2019, 12:03 Uhr | dpa

Frankfurt am Main: Wie die Polizei für Sicherheit auf der Zeil sorgt. Eine Frau bettelt auf der Zeil in Frankfurt: Das ist dort nicht verboten, Händler wollen aber, dass die Stadt härter durchgreift. (Quelle: imago images/R. Peters/Archiv)

Eine Frau bettelt auf der Zeil in Frankfurt: Das ist dort nicht verboten, Händler wollen aber, dass die Stadt härter durchgreift. (Quelle: R. Peters/Archiv/imago images)

Die Zeil ist eine der meistbesuchtesten Einkaufsstraßen in ganz Deutschland. Hier prallen viele Interessen und Konflikte aufeinander. Für die Polizei vor Ort gibt es viel zu tun.

Zu dritt läuft die Streife der Stadtpolizei über die Frankfurter Zeil. Die "frequenzstärkste Einkaufsstraße Deutschlands" zählt laut Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle 14.390 Besucher pro Stunde. Zwischen Haupt- und Konstablerwache gibt es nicht nur schicke Einkaufszentren und große Kaufhäuser, sondern auch ziemlich viel Elend. Ein Bettler ohne Beine sitzt auf einem Stück Pappe neben seinem Rollstuhl, eine uralte Frau mit Kopftuch stützt sich neben einem Pappbecher auf ihren Gehstock.

Die Stadtpolizei soll im Auftrag der Kommune für "Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung" sorgen, wie Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) erklärt. Vor zwei Jahren habe man "eine gigantische Beschwerdelage" auf der Zeil gehabt, sagt Frank. Auch heute gebe es noch Klagen, aber die Situation habe sich immerhin verbessert. 

Wieder mehr Bettler in der Zeil erwartet

Doch ein Ziel bleibt es, die Zahl der Bettler einzudämmen. Sie werden laut Ordnungsamt und -dezernat von organisierten Banden gesteuert. Durch "ständigen Kontrolldruck" versuche man, sie zu vertreiben, aber weil immer neue Menschen kämen, "setzt der Lerneffekt nicht ein", wie der Chef des Ordnungsamts, Jörg Bannach, sagt. In der Vorweihnachtszeit werde die Zahl vermutlich wie jedes Jahr zunehmen.

Zwei Personen fahren mit einem E-Scooter durch die Zeil: Dort dürfen die Roller allerdings nicht unterwegs sein. (Quelle: imago images/R. Peters/Archiv)Zwei Personen fahren mit einem E-Scooter durch die Zeil: Dort dürfen die Roller allerdings nicht unterwegs sein. (Quelle: R. Peters/Archiv/imago images)

Bei der Streife gehen die Mitarbeiter an den meisten Bettlern, ob organisiert oder nicht, aber vorbei. Denn Betteln ist in Frankfurt nicht verboten. Der Hebel der Stadtpolizei heißt "Gefahrenabwehrverordnung": Nur wenn Bettler Passanten belästigen oder Obdachlose die Türe eines Geschäfts blockieren, hat das Ordnungsamt eine Handhabe. Der Mann ohne Beine muss ein Stück zurückrücken, die alte Frau darf bleiben. Dafür werden zwei Jungs mit E-Scootern belehrt, dass man in der Fußgängerzone nicht fahren darf.

Polizist leistete Erste Hilfe

"Es geht uns nicht darum, dass wir alles wegräumen, was die Optik stört", sagt Bannach. Es geht darum, "eine Balance zu finden zwischen den Anliegen der Bevölkerung und der Geschäftsleute und der Situation in einer Großstadt". Obdachlose würden keineswegs an den Stadtrand gekarrt, sondern in eine Unterkunft im Ostpark gefahren – dafür habe man sogar ein Auto angeschafft. Kürzlich hätten Kollegen bei einem herzkranken Obdachlosen Erste Hilfe geleitet. "Verbringung" sei ohnehin die letzte Maßnahme, erst versuche man zu überzeugen.

Der Leiter der Stadtpolizei, Matthias Heinrich, verweist auf 23.500 "Maßnahmen" und knapp 17.500 "Streifenstunden" auf der Zeil in den vergangenen zwei Jahren. Dazu zählen Kontrollen, Anzeigen, Sicherstellungen oder Platzverweise. Themen neben Betteln sind Alkoholgelage, Rauchen in der B-Ebene, Drogenkonsum, Wildpinkeln, Müll, Lärm etc. Für Hinweise sei man dankbar, sagt Heinrich, telefonisch unter 212 44044 oder persönlich in der "Stadtwache" in der B-Ebene der Hauptwache.

Händler wollen mehr Aktion der Stadt Frankfurt

Frank Diergardt vertritt als Sprecher des Vereins "Neue Zeil" 20 Anlieger der Einkaufsstraße. Er findet, die Stadt tut nicht genug. "Wir würden uns wünschen, dass da ein bisschen massiver durchgegriffen wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Organisierte Bettler und Obdachlose, die neben den Geschäften ihre Notdurft verrichten, "das gehört leider in einer Großstadt ein Stück weit dazu, aber nicht in dem Maße".


Ordnungsdezernent Frank rät den Besuchern der Zeil, Bettlern kein Geld zu geben. Besser als ihnen Bargeld zu geben sei es, an Organisationen zu spenden, die sich um Bedürftige kümmern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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