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Awo: Externe sollen Vorwürfe aufklären, Wiesbaden reagiert

Frankfurt am Main  

Awo: Externe sollen Vorwürfe aufklären, Wiesbaden reagiert

05.12.2019, 19:47 Uhr | dpa

Awo: Externe sollen Vorwürfe aufklären, Wiesbaden reagiert. Logo der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

Das Logo der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist auf einem Papier abgedruckt. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der seit Wochen in der Kritik stehende Frankfurter Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) will mit Hilfe externer Berater die Vorwürfe aufarbeiten. Nach ersten Sondierungsgesprächen stehe fest, dass die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers die Awo unterstützen und beraten werde, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. "Damit haben wir einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz besiegelt", sagte Ansgar Dittmar, Vorsitzender des Frankfurter Awo-Präsidiums.

Zudem hieß es, die in der Kritik stehenden Beziehungen der Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden stünden auf dem Prüfstand. In einem ersten Schritt seien alle bestehenden Verträge zwischen Frankfurt und Wiesbaden beendet worden. Vor allem verwandtschaftliche Verflechtungen hatten für Kritik gesorgt.

Der Frankfurter Fall löste auch Reaktionen in Wiesbaden aus. Beim dortigen Awo-Kreisverband lassen zwei führende Vertreter die Ämter ruhen. Es handele sich um den Geschäftsführer Gereon Richter und den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Jürgen Richter, teilte der Verband mit. "Die öffentliche Debatte ist aufgeheizt", sagte ein Sprecher. Beide Führungskräfte hätten die öffentliche Debatte als Grund für ihren Entschluss angegeben. Zwischen den beiden Kreisverbänden gibt es auch Kontakte.

Zudem sieht der Wiesbadener Kreisverband einen Verstoß gegen den Datenschutz. "Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses 2018 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft" seien Informationen auch mit Namen nach draußen gelangt, teilte der Sprecher mit. Es soll Strafanzeige erstattet werden. "Die Daten stimmen in der Regel nicht." Dieser Fall habe mit dem Awo-Kreisverband Frankfurt aber nichts zu tun.

Nachdem die Frankfurter Sozialdezernentin bereits einen Teil der Zuschüsse für die Awo einfrieren ließ, forderte die CDU-Fraktion im Römer, das Revisionsamt solle die wirtschaftliche Verwendung der städtischen Zuschüsse prüfen. "Wir begrüßen die Transparenzbemühungen Einzelner bei der Awo, aber eine Prüfung der Bücher durch den Magistrat ist nötig, um die Sachverhalte aufzuklären und ein klares Bild herzustellen", sagte der Fraktionsvorsitzende Nils Kößler am Donnerstag.

Auch Sozial- und Bildungsdezernat sind bereits im Gespräch mit dem Revisionsamt. Man gehe allerdings davon aus, dass sich die Prüfung bis in den Januar hinziehe, sagte eine Sprecherin des Sozialdezernats. Die jeweils quartalsweise vergebenen und daher erstmals im Januar einbehaltenen sogenannten Overheadkosten - eine Verwaltungspauschale von zehn Prozent der Personalkosten und einen Sockelbetrag - bezifferte die Sprecherin des Sozialdezernats am Donnerstag mit 153 000 Euro.

Nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Medienberichten über Luxus-Dienstwagen und ungewöhnlich hohe Gehälter für einige Mitarbeiter waren das Präsidium und später der Kreisausschuss mit den Ortsvereinsvorsitzenden am Dienstagabend zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Der Awo-Vorstand kündigte anschließend an, die Dienstwagenrichtlinie werde angepasst, "um der laut gewordenen Kritik Rechnung zu tragen". Auch Gehaltsgefüge und Eingruppierungen sollten kritisch geprüft werden, hieß es. Um auch die Arbeit des Präsidiums zu stärken und mit neuem Vertrauen auszustatten, solle es im Januar 2020 eine Neuwahl geben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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