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Corona-Pandemie in Frankfurt am Main: So sehr leiden die Taxifahrer

Kaum noch Fahrgäste  

Frankfurter Taxifahrer leiden unter Corona-Krise

16.04.2020, 10:54 Uhr | dpa

Corona-Pandemie in Frankfurt am Main: So sehr leiden die Taxifahrer. Der Frankfurter Taxifahrer Ahmed Mansoor steht vor seinem Auto: Am Hauptbahnhof herrscht nun gähnende Leere. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)

Der Frankfurter Taxifahrer Ahmed Mansoor steht vor seinem Auto: Am Hauptbahnhof herrscht nun gähnende Leere. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Derzeit warten Taxifahrer in Frankfurt oft vergeblich auf Fahrgäste, die Umsätze sind massiv eingebrochen. Die Taxivereinigung befürchtet nun zahlreiche Insolvenzen.

Nach jeder Fahrt greift Ahmed Mansoor erst einmal zu der Sprühflasche mit Desinfektionsmittel. Damit säubert der selbstständige Taxiunternehmer aus Frankfurt die Türgriffe seines Wagens, ebenso den hinteren Teil des Fahrzeugs, wo sein Fahrgast saß. Die Einweghandschuhe werden regelmäßig gewechselt, und eine Schutzmaske zu tragen, ist für Mansoor mittlerweile selbstverständlich geworden.

Angst, dass die Reinigung für den nächsten Passagier zu lange dauert, muss er nicht haben: Wo sonst vor dem Frankfurter Hauptbahnhof eine Reihe wartender Reisender mit Rollkoffern oder Aktentasche stand, herrscht nun Leere. Die meisten Fahrer, die derzeit am Frankfurter Hauptbahnhof stehen, stehen in kleinen Gruppen zusammen.

Ahmed Mansoor sitzt mit Atemschutzmaske und Handschuhen in seinem Taxi: Seine Umsätze sind bis zu 90 Prozent eingebrochen. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)Ahmed Mansoor sitzt mit Atemschutzmaske und Handschuhen in seinem Taxi: Seine Umsätze sind bis zu 90 Prozent eingebrochen. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

"Die Umsätze sind um 90 Prozent zurückgegangen", schätzt Mansoor. "Letzte Woche konnte ich vor dem Bahnhof in zwölf Stunden zwei Fahrten machen – das sind 25 bis 30 Euro Umsatz. Damit sind die Kosten überhaupt nicht zu decken."

Der Taxiunternehmer mit 20-jähriger Berufserfahrung sitzt jetzt wieder selbst hinter dem Steuer. Vor der Corona-Krise betrieb er zusätzlich einen Imbiss in der Nähe des Flughafens zur Versorgung von Taxifahrern. Früher habe er mehr als 200 Kunden am Tag gehabt, erzählt er, mittlerweile käme kein einziger. "Jetzt fahre ich wieder Taxi  – aber das bringt auch nichts."

Ahmed Mansoor reinigt sein Taxi: Für die Reinigung zwischen den Fahrten hat er viel Zeit. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)Ahmed Mansoor reinigt sein Taxi: Für die Reinigung zwischen den Fahrten hat er viel Zeit. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Bereits im März hatte etwa die Taxivereinigung Frankfurt gewarnt, es drohe eine große Reihe von Insolvenzen der mehr als 1.100 Taxibetrieben in der Mainmetropole, die mit rund 5.500 Arbeitsplätzen verbunden sind. Die Hoffnung liege derzeit auf den Soforthilfen von Bund und Land für Selbstständige, sagt auch der selbstständige Taxiunternehmer Ahmadullah Helmand. "Wenn die Hilfe der Bundesregierung kommt, kann man für ein paar Monate weitermachen. Die Betriebskosten laufen ja weiter."

"Wir haben eigentlich von den Messe- und Geschäftsleuten gelebt", blickt Mansoor auf die früheren Zeiten zurück. "Wenn die wegbleiben, haben wir keine Arbeit." Er fürchtet: "Wenn das noch zwei Monate so weitergeht, werden Sie kein Taxi mehr auf der Straße sehen."

"Das Geschäft geht kaputt"

"Wenn 90 Prozent der Kundschaft wegbleibt, dann ist es sehr schwierig", fürchtet auch der ebenfalls selbstständige Helmand um das wirtschaftliche Überleben. "Ich warte drei, vier Stunden für eine Fahrt. Wenn es so weiter geht, geht das ganze Geschäft kaputt."

Am Flughafen etwa könne es vorkommen, dass bei einem zwölfstündigen Arbeitstag gerade mal eine Fahrt herauskommt. Zwar gebe es Kunden, die derzeit die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln scheuen und lieber in ein Taxi steigen  – aber bei diesen Strecken kämen meist auch nicht die entsprechenden Umsätze heraus, so Mansoor.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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