• Home
  • Regional
  • Frankfurt am Main
  • Frankfurt: Corona-Ma├čnahmen hebeln Prostituiertenschutz aus ÔÇô gro├če Gefahr


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r ein VideoSo sieht es im G7-Luxushotel ausSymbolbild f├╝r einen TextNeue Doppelspitze der Linken gew├ĄhltSymbolbild f├╝r ein VideoLotto am Samstag: Die GewinnzahlenSymbolbild f├╝r einen TextGep├Ąck-Chaos in D├╝sseldorfSymbolbild f├╝r einen TextBiontech meldet: Omikron-Impfstoff wirktSymbolbild f├╝r einen TextSylt: Party-Zonen f├╝r 9-Euro-Touristen?Symbolbild f├╝r einen TextScholz fehlt auf S├Âders G7-FotoSymbolbild f├╝r einen TextDeutsche beim Wandern verungl├╝cktSymbolbild f├╝r einen TextFu├čballstar ├╝berrascht mit Wechsel Symbolbild f├╝r einen TextDeutscher Olympiasieger holt WM-BronzeSymbolbild f├╝r einen TextFerchichi ├╝ber Liebesleben mit BushidoSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserAzubi k├Ąmpft in Armut ums ├ťberlebenSymbolbild f├╝r einen TextPer Zug durch Deutschland - jetzt spielen

Betreiberin: Corona-Ma├čnahmen hebeln Prostituiertenschutz aus

Von dpa
Aktualisiert am 12.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Prostituiertenschutz
Betreiberin Nadine Maletzki steht vor ihrem Bordell "Sex Inn" im Frankfurter Bahnhofsviertel: Eine Sicht auf Besserung im Rotlichtmilieu w├Ąhrend der Pandemie gibt es nicht. (Quelle: Boris Roessler/Archivbild/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die geltenden Corona-Ma├čnahmen haben drastische Auswirkungen auf die Prostitution. Weil Bordelle geschlossen bleiben m├╝ssen, driften viele Frauen in die Illegalit├Ąt ab und setzen sich Gefahren aus ÔÇô so auch in Frankfurt.

Im Treppenhaus des "Sex Inn" im Frankfurter Bahnhofsviertel ist auf den oberen Etagen noch das schummrige Rotlicht in Betrieb. "Girls" weist ein Schild in Richtung der leeren Zimmer des seit mehr als einem Jahr geschlossenen Laufhauses. In ihrem B├╝ro blickt Betreiberin Nadine Maletzki von ihrem Schreibtisch auf den Bildschirm mit den Bildern der ├ťberwachungskameras: G├Ąhnende Leere auf den Fluren und vor den Zimmert├╝ren.

"Seit dem 18. M├Ąrz 2020 sind die H├Ąuser leer", sagt Maletzki, die im vergangenen Jahr mit einem Eilantrag beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof scheiterte. Derzeit wohnten zwei Frauen in ihren einstigen Arbeitszimmern, mietfrei. "Das ist mit dem Ordnungsamt abgekl├Ąrt."

Prostitution findet trotzdem statt, ├╝berall in den umliegenden Stra├čen stehen Frauen, verschwinden mit Freiern in Hotels, obwohl die Stra├čen des Viertels Sperrgebietszone sind. "Verschiedene Hotels im Bahnhofsviertel sind voll mit Sexarbeiterinnen ÔÇô das ist illegale Prostitution", sagt Maletzki. "Mittlerweile hat sich die Stra├čenstrichszene in Reviere aufgeteilt ÔÇô an der einen Ecke stehen die Bulgarinnen, an der anderen die Rum├Ąninnen."

Stra├čenstrich bringt Frauen und Kunden in Gefahr

Doch nicht nur das: Es gebe immer mehr Zuh├Ąlter. "Da stehen die Frauen auf der einen Seite und die Zuh├Ąlter auf der anderen und haben alles im Auge und filmen mit Handys. Ist das wirklich das, was die Stadt Frankfurt und das Land Hessen wollen?", fragt Maletzki. Sie steht mit einigen ihrer fr├╝heren Mieterinnen in Kontakt und h├Ârt auch sonst viel von dem, was sich in der Szene tut.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Der Kreml ist sauer"
Russische Separatistenmilizen in Sjewjerodonezk: Aus der Stadt hat sich das ukrainische Milit├Ąr mittlerweile zur├╝ckgezogen.


Loading...
Symbolbild f├╝r eingebettete Inhalte

Embed

"Das Prostituiertenschutzgesetz wurde in vielen Bereichen durch die Corona-Ma├čnahmen ausgehebelt", sagt sie und die Frustration ├╝ber die derzeitigen Verh├Ąltnisse ist un├╝berh├Ârbar. Denn in den Bordellen und Terminwohnungen gebe es ein Notrufsystem, in den Hotelzimmern dagegen nicht. "Die Frauen habe keine M├Âglichkeit, einen Knopf zu dr├╝cken oder ein Telefon abzuheben, damit ihnen nach ein paar Sekunden jemand hilft. Auch der Kunde selber ist nicht sicher, etwa vor Diebstahl."

Argumente gegen die ├ľffnung der H├Ąuser mit Verweis auf den engen pers├Ânlichen Kontakt kann Maletzki nicht nachvollziehen. "Als damals HIV kam, als sexuell ├╝bertragbare Krankheit, hat keiner davon gesprochen, die Bordelle dicht zu machen. Und Corona ist keine sexuell ├╝bertragbare Krankheit."

Prostitution driftet in Illegalit├Ąt ab

Was sie besonders ├Ąrgert: "In einem Bordell wie meinem sind deutlich weniger Leute gleichzeitig unterwegs als in jedem Supermarkt." Sie habe auch kein Problem, eine Einlasskontrolle vorzunehmen. Und ├╝berhaupt: "Die Prostitution findet ja statt ÔÇô nur nicht dort, wo sie legal und sicher stattfinden k├Ânnte." Stattdessen drifte alles unkontrolliert in die Illegalit├Ąt ab.

Nicht nur, dass Frauen, die fr├╝her selbstst├Ąndig arbeiteten, sich nun auf einen Zuh├Ąlter angewiesen f├╝hlten, auch ├ťbergriffe seien ein deutlich h├Âheres Risiko geworden. Erst vor wenigen Tagen sei ihr aus dem pers├Ânlichen Umfeld von einer versuchten Entf├╝hrung einer auf der Stra├če arbeitenden Frau berichtet worden. Zum Gl├╝ck f├╝r die Frau war der T├Ąter ortsfremd und fuhr in eine Sackgasse, sagt Maletzki.

Keine Sicht auf Besserung im Rotlichtmileu

Sie best├Ątigt auch Berichte von Beratungsgruppen, dass offenbar mehr Frauen bereit sind, auf die in den H├Ąusern geltende Kondompflicht zu verzichten. "Wir haben da Frauen, die f├╝r wenig Geld viel machen, die kaufen sich eher nicht Desinfektionsmittel, Masken oder Kondome." Zudem w├╝rden bei den Kunden eher Abstriche gemacht, auch wenn ein Freier aufs Kondom verzichten will. "Im Laufhaus kann sie den wegschicken, denn der n├Ąchste kommt ja gleich."

Hoffnung, dass sich die Situation im Rotlichtmilieu trotz der immer prek├Ąreren Lage vieler Prostituierter schnell ├Ąndern werde, hat Maletzki wenig ÔÇô auch wenn sie den Beh├Ârden bereits angeboten hatte, sich und ihre Mitarbeiter im Fall einer ├ľffnung im Umgang mit Schnelltests schulen zu lassen und ein Testzimmer bereitzustellen. Sie w├Ąre bereit, die Mieterinnen t├Ąglich zu testen, ehe sie auf ihre Zimmer gehen k├Ânnten. "Mittlerweile bin ich sehr skeptisch und glaube, die machen dieses Jahr nicht auf. Alles andere w├╝rde mich sehr freuen."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Sophie Vorgrimler
Von Roxana Frey
CoronavirusProstitution

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website