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Prozess gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin

Frankfurt am Main  

Prozess gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin

14.06.2021, 11:20 Uhr | dpa

Prozess gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin. Justitia

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin muss sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main verantworten. Der 32-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, in Syrien Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung gewesen zu sein und Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz begangen zu haben. (Aktenzeichen 5-2 OJs 29/20-1/21)

Vor dem Staatsschutzsenat begann am Montag die Hauptverhandlung. Laut Anklage hatte sich Kim Teresa A. mit ihrem Ehemann von Ende Juni 2014 bis Sommer 2016 in Syrien aufgehalten und sich in diesem Zeitraum dort dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen. Zudem soll die Angeklagte ein Sturmgewehr besessen haben.

Kim Teresa A. war nach ihrer Ankunft in Deutschland im Oktober vergangenen Jahres festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Zunächst sind elf Verhandlungstage bis Mitte Juli angesetzt. Verteidigt wird die Angeklagte neben einer weiteren Verteidigerin auch von dem Anwalt und Linken-Politiker Gregor Gysi. Am Vormittag machte die 32-Jährige zunächst nur Angaben zu ihrer Person. Nach erheblichen Schwierigkeiten im Elternhaus, dem vorzeitigen Ende der Schulausbildung und der gescheiterten ersten Ehe habe sie sich mit dem IS-Mitglied zusammengetan, "um Heimat und Familie zu haben". Mittlerweile aber wisse sie, dass sie sich in den Dienst einer "selbsternannten Elite der Gläubigen" begeben habe, die in Wirklichkeit "die größten Unmenschen gewesen sind. Ich habe die Nase voll von der Menschheit."

Der ihr nach islamischem Ritus angetraute Ehemann soll Kämpfer beim IS gewesen sein. Die Angeklagte soll mit ihm an verschiedenen Orten in Syrien zusammengelebt haben. Dabei soll sie seine Tätigkeit unterstützt haben, indem sie ihm den Haushalt führte, ihn versorgte und im Krankheitsfall pflegte. An den Einsatzorten soll das Paar in vom IS besetzten Unterkünften gewohnt haben, deren rechtmäßige Bewohner vertrieben, inhaftiert oder getötet worden seien.

Aufgrund der äußerst umfang- und wortreichen Ausführungen zum Werdegang war am ersten Verhandlungstag keine Zeit mehr für Angaben zu der Ausreise und dem Aufenthalt in Syrien. Dazu will die Angeklagte am Donnerstag Angaben machen. Ihr Verteidiger Gysi allerdings entschuldigte sich bereits: Er sei ab morgen auf Dienstreise als Bundestagsabgeordneter. Die Angeklagte hat aber auch noch eine zweite Rechtsanwältin.

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