Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Islamist lie├č F├╝nfj├Ąhrige verdursten ÔÇô lebenslange Haft

Von dpa, t-online, afp
Aktualisiert am 01.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Der Iraker Taha Al-J. wird am Dienstag ins Gericht gef├╝hrt: Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Iraker Taha Al-J. wird am Dienstag ins Gericht gef├╝hrt: Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Der Islamist Taha Al-J. fesselte als IS-Mitglied im Irak eine f├╝nfj├Ąhrige Jesidin bei gl├╝hender Hitze an ein Fenstergitter. Das Kind starb qualvoll. Jetzt wurde der Islamist verurteilt.

Im Prozess um den Tod eines versklavten jesidischen M├Ądchens ist der Angeklagte vor dem Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter sprachen den 29-j├Ąhrigen Anh├Ąnger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" unter anderem wegen V├Âlkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Todesfolge schuldig.

Der Iraker Taha Al-J. musste sich seit April vergangenen Jahres vor dem Staatsschutzsenat verantworten. In ihrem Pl├Ądoyer Anfang November hatte die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe und die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidiger hatten die Vorw├╝rfe zur├╝ckgewiesen und in ihrem Pl├Ądoyer keinen konkreten Antrag gestellt.

W├Ąhrend der Vorbemerkungen zur Urteilsbegr├╝ndung sackte der Angeklagte im Saal zusammen. Die Sitzung musste unterbrochen werden.

Gericht in Frankfurt: Kind zur Strafe ans Fenstergitter gefesselt

Als Mitglied der Terrormiliz IS hatte Al-J. der Bundesanwaltschaft zufolge unter anderem zwischen Juli und September 2015 eine Jesidin und ihre Tochter als Sklavinnen gehalten und misshandelt.

Um die F├╝nfj├Ąhrige zu bestrafen, band er sie bei gl├╝hender Hitze an ein Fenstergitter im Hof des Anwesens im irakischen Falludscha, wo das Kind qualvoll verdurstete.

Die Mutter ├╝berlebte, sie nahm als Nebenkl├Ągerin an dem Prozess gegen Al-J. teil. Sie erhielt durch das Urteil zugleich ein Schmerzensgeld von 50.000 Euro zugesprochen. Das Urteil entsprach weitgehend der Anklageforderung.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
T├Ąter kam schwer bewaffnet in die Schule
Spezialeinsatzkr├Ąfte: Der T├Ąter war am Morgen ins Oberstufengeb├Ąude der Schule eingedrungen.


Jennifer W., die Frau des Angeklagten, wurde im Oktober verurteilt

Der IS verfolgte die Religionsgemeinschaft der Jesiden systematisch. Als der selbsternannte "Islamische Staat" im August 2014 das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden um das Shingal-Gebirge im Nordirak ├╝berfiel, sah die Welt entsetzt zu, wie M├Ąnner zusammengetrieben und ermordet, Frauen verschleppt, vergewaltigt und versklavt wurden. Noch immer ist das Schicksal von mehr als 2.000 jesidischen Frauen ungekl├Ąrt.

Jennifer W., die ehemalige Frau von Al-J., mit der er nach islamischem Ritus verheiratet war, war im Oktober vom OLG M├╝nchen zu einer zehnj├Ąhrigen Haftstrafe verurteilt worden. Als Zeugin im Prozess gegen Al-J. hatte sie ihren fr├╝heren Mann als gewaltt├Ątig beschrieben.

Al-J. selbst hat sich zu den gegen ihn erhobenen Vorw├╝rfen nicht ge├Ąu├čert. Er war im Mai 2019 in Griechenland festgenommen und einige Monate darauf nach Deutschland ausgeliefert worden.

Weitere Artikel

Jeside ├╝ber IS-Massaker
"Meine Nachbarn posierten mit abgeschlagenen K├Âpfen"
Ein IS-Terrorist: Der islamistischen Organisation, die vor allem im Irak und in Syrien w├╝tete, schlossen sich auch viele Extremisten aus Deutschland an.

Jesiden-Genozid
"Immer noch findet man neue Massengr├Ąber"
Ein bei Shingal entdecktes Massengrab: UNITAD, das Team der Vereinten Nationen, das IS-Verbrechen untersucht, spricht von klaren und ├╝berzeugenden Beweisen f├╝r einen V├Âlkermord.

Entscheidung in M├╝nchen
IS-R├╝ckkehrerin Jennifer W. muss zehn Jahre in Haft
Die Angeklagte Jennifer W.: Sie ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.


Mehrfach demonstrierten jesidische Organisationen vor dem Gericht, um auf das Schicksal ihrer Volksgruppe aufmerksam zu machen. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beobachtete das Verfahren.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Stefan Simon
  • Philip Buchen
Von Philip Buchen
Irak

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website