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Lukrative Leiharbeit verursacht höhere Kosten in Kliniken

Von dpa
24.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Coronavirus - Intensivstation
Ein Pfleger zieht beim Verlassen der Intensivstation für Corona-Patienten seinen Schutzkittel aus. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Für Pflegekräfte ist es lukrativ, aber für die Klinken wird es teurer und für die Patienten unruhiger: Leiharbeitsverträge in der Pflege. Nicht nur der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) sind teure Honorarkräfte ein Dorn im Auge. "Das ist für das System mehrfach kritisch", sagte der Ärztliche Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums, Prof. Jürgen Graf. "Wir müssen das eindämmen", findet Prof. Steffen Gramminger, Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG).

Durch das Recht auf Nebentätigkeit habe sich "ein Schattenarbeitsmarkt gebildet", sagte Graf. Es gebe Pflegekräfte, die ihre Arbeitszeit in ihren angestammten Kliniken reduzierten oder ganz kündigten und dann anderswo in Leiharbeiterschaft tätig seien. Für die Kliniken sei das ein Problem: "Sie gewinnen keine einzige zusätzliche Pflegekraft, sondern haben lediglich höhere Kosten und einen Qualitätsverlust durch ständig wechselnde Teams."

Das Problem sei seit Jahren bekannt, sagte Gramminger. Durch die Corona-Pandemie und den durch sie verursachten Pflegemangel sei das Thema aber nun wieder in den Fokus gerückt. Generell zu verbieten, dass Pflegekräfte nebenbei anderswo als Leiharbeiter anheuern, sei schwierig: "Die Krankenhäuser sind teilweise auf Honorarkräfte angewiesen, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken."

Für die Arbeitnehmer sei dieses Modell durchaus lukrativ, sagte Gramminger: 30 bis 50 Prozent könnten Pflegekräfte als Leiharbeiter mehr verdienen. Er gönne den Pflegenden den Mehrverdienst, "aber die Krankenhäuser bekommen die Mehrkosten nicht gegenfinanziert". Um bei spontanem Personalausfall den Betrieb aufrechtzuerhalten, seien sie trotz der höheren Kosten auf Honorarkräfte angewiesen.

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Die Größenordnung des Problems ist unklar. Eine Abfrage der HKG vor der Pandemie hatte ergeben, dass diese Praxis vor allem in Ballungsräumen vorkommt, wo die Wege zwischen verschiedenen Kliniken kurz sind. In Großstädten arbeiteten damals auf Intensivstationen bis zu 20 Prozent Honorarkräfte, auf dem Land nahezu keine. Wie viel die Zahl durch Corona gewachsen ist, soll im Frühjahr eine neue Umfrage der HKG klären.

Die Gewerkschaft Verdi sieht das Thema "ausgesprochen kritisch", wie Gewerkschaftssekretärin Hilke Sauthof-Schäfer sagte. Pflegekräfte wechselten zu Leiharbeitsunternehmen auch wegen besserer Arbeitszeiten - denn dort könnten sie Wunsch-Schichten angeben. Für die festangestellten Pflegekräfte bedeute dies, dass sie die übrigen Schichten übernehmen müssten. Für sie entstehe auch Mehrarbeit, wenn die Leiharbeiter die Abläufe nicht genau kennen. "Wir brauchen Festanstellungen in einer ausreichenden Anzahl und mit entsprechender Bezahlung", sagte Sauthof-Schäfer.

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