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Hertha siegt bei Schalke: Dardai: "Jetzt zwei Matchbälle"

Gelsenkirchen  

Hertha siegt bei Schalke: Dardai: "Jetzt zwei Matchbälle"

12.05.2021, 20:01 Uhr | dpa

Hertha siegt bei Schalke: Dardai: "Jetzt zwei Matchbälle". Hertha

Herthas Abwehrspieler Dedryck Boyata feiert sein Tor zum 1:1. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa (Quelle: dpa)

Nach aufreibenden 96 Minuten lagen die Nerven bei Pal Dardai blank. Der Trainer von Hertha BSC jubelte nach dem 2:1 (1:1) beim von Corona-Ausfällen geplagten Absteiger FC Schalke 04 gar nicht, sondern ging strammen Schrittes auf Schiedsrichter Markus Schmidt zu und holte sich sogar noch eine Gelbe Karte wegen Meckerns ab. Am Ende der anstrengenden Nachholspiel-Hatz aber sind die Berliner weiter ungeschlagen und haben als 13. der Fußball-Bundesliga mit 34 Punkten nun beste Chancen auf den Klassenverbleib. Mit einem Unentschieden am Samstag gegen den Vorletzten 1. FC Köln wäre der direkte Abstieg sicher abgewendet, mit einem Sieg wohl auch die Relegation.

Glück hatte Hertha in der Nachspielzeit, als Schalke zweimal den Pfosten traf und so das Unentschieden passte. "Da hat uns der Fußball-Gott was zurückgegeben", sagte Dardai, der sich beim Referee beschwert hatte. "Wir sind alles Männer und manchmal muss man auch seine ehrliche Meinung sagen." Zufrieden dagegen war der Ungar mit seiner Mannschaft. "Das war ein verdienter Sieg", befand er und blickte auf die kommenden Spiele voraus: "Jetzt haben wir zwei Matchbälle und dann schaffen wir das. Jetzt müssen wir alle positiv bleiben und auch die Regeneration wird einfacher."

In den vier Spielen in zehn Tagen nach der Quarantäne blieb die Hertha ungeschlagen und holte acht Punkte. Am Mittwoch machten sich trotz kräftiger Rotation von Dardai aber durchaus Verschleißerscheinungen bemerkbar. Amine Harit hatte Schalke in seinem 100. Bundesliga-Spiel in Führung gebracht (6.). Dedryck Boyata (19.) und Joker Jessic Ngankam (73.) bescherten der Hertha aber doch den ersten Auswärtssieg nach elf Spielen und beendeten diesbezüglich die längste Negativserie seit über 40 Jahren. Der Berliner Dodi Lukebakio sah in der 88. Minute Gelb-Rot. "Es war ein Spiel, was für beide Seiten hätte ausgehen können, leider ist es für die Hertha ausgefallen", sagte Schalkes Abwehrspieler Shkodran Mustafi.

Die Schalker, denen drei mit Corona infizierte Spieler sowie vier als Kontaktpersonen eingestufte Profis fehlten, stellten derweil gleich drei weitere Bundesliga-Rekorde auf. Debütant Blendi Idrizi (23) war bereits der 40. Spieler, der in dieser Saison eingesetzt wurde. Und die nun 30 Standardgegentore sind ebenso wie die 20 Gegentreffer durch Kopfbälle die meisten, die ein Team seit Einführung der Datenerfassung 2004 kassierte. Zudem wird der schlimmste Rekord immer realistischer. Nur mit zwei Siegen könnten die Königsblauen (13 Punkte) verhindern, als schlechtester Absteiger seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in die Bundesliga-Geschichte einzugehen. Bisher ist dies der SC Freiburg (18 in der Saison 2004/05).

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis hatte am Montag noch versprochen, dass sein Team auch nach dem Abstieg "nichts abschenken" werde. Dann kamen die negativen Nachrichten aus der medizinischen Abteilung und letztlich fehlten den Schalkern 14 Spieler. Dennoch war die Startelf erstaunlich namhaft, gegenüber dem 2:4 am Samstag in Hoffenheim gab es nur drei Änderungen. Bei der dauerbelasteten Hertha waren es deren acht. In den vergangenen drei Spielen hat Dardai von 33 Positionen nun unglaubliche 25 verändert. Und auch den Berlinern fehlten unter anderem Jhon Cordoba, Matheus Cunha oder Sami Khedira.

Der frühe Rückstand und die plötzliche Angst vor der Blamage nach dem Harit-Treffer saß den Berlinern in den Knochen. Doch 13 Minuten später köpfte der völlig ungedeckte Boyata nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt den Ausgleich. Das Spiel blieb zäh. Schalke hielt mit seinen Mitteln tapfer dagegen, die optisch klar überlegenen Gäste waren wenig zwingend und kreativ. Zudem stand der später verletzte Krzysztof Piatek bei seinem vermeintlichen Treffer im Abseits (26.). Ob der Stürmer im Saisonendspurt nochmal auflaufen kann, ist ungewiss. "Es sieht nicht gut aus", sagte Trainer Dardai: "Das Sprunggelenk ist am Arsch."

Nach dem Wechsel drängte die Hertha nun, lief aber wie bei einer Chance von Klaas-Jan Huntelaar (59.) auch Gefahr, den erneuten Rückstand zu kassieren. Dardais Dreifach-Wechsel in der 58. Minute zahlte sich aber aus, als der 20 Jahre alte Ngankam mit seinem zweiten Bundesliga-Tor das erlösende 2:1 erzielte.

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