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Corona/Hagen: Modekette Sinn flüchtet sich unter Rettungsschirm

Maßnahme in Corona-Krise  

Hagener Modekette Sinn flüchtet sich unter Rettungsschirm

28.04.2020, 13:06 Uhr | dpa

Corona/Hagen: Modekette Sinn flüchtet sich unter Rettungsschirm. Der menschenleere Eingang von einer Filiale der Hagener Modekette SINN in Dresden: Wegen der Corona-Krise hat das Unternehmen starke Umsatzeinbrüche. (Quelle: imago images/Stein)

Der menschenleere Eingang von einer Filiale der Hagener Modekette SINN in Dresden: Wegen der Corona-Krise hat das Unternehmen starke Umsatzeinbrüche. (Quelle: Stein/imago images)

Die Modehandelskette Sinn aus Hagen hat durch die Coronavirus-Pandemie starke Umsatzeinbrüche und sucht deswegen nun Rettung. Zahlungsunfähig soll sie aber nicht sein. 

Die Mode- und Textilbranche ist wie viele Unternehmen des Einzelhandels stark von der Corona-Krise betroffen. Nun hat das Amtsgericht Hagen ein entsprechendes Insolvenzverfahren gegen die Hagener Modekette Sinn eröffnet. Das sagte Firmenchef Friedrich Wilhelm Göbel am Dienstag.

Das Unternehmen suche demnach Rettung in einem so genannten Schutzschirmverfahren. Ein Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass Sinn zahlungsfähig sei. Das sei Voraussetzung für ein solches Verfahren.

Dem Fachmagazin "Textilwirtschaft" sagte Göbel, private Banken hätten nicht in die Sicherung eines Teils der angestrebten staatlichen KfW-Kredite einsteigen wollen. Sinn hatte unter dem früheren Namen SinnLeffers in den Jahren 2016/17 schon ein Insolvenzverfahren durchlaufen.

33 Millionen Umsatzverlust

Ziel des Schutzschirmverfahrens sei es, grundsätzlich alle Modehäuser weiter zu betreiben und keine Arbeitsplätze abzubauen, sagte Göbel weiter. Sinn hat rund 1.400 Mitarbeiter. Der Großteil der 23 Sinn-Filialen, die überwiegend in NRW sind, werde ab Dienstag mit der maximal erlaubten Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen. Große Umsätze erwartet Göbel nicht, da die Häuser regulär zwischen 2.000 und 9.000 Quadratmeter Verkaufsfläche hätten. Seit Schließung der Modehäuser im März bis jetzt habe Sinn etwa 33 Millionen Euro Umsatz verloren.

Das deutsche Insolvenzrecht sieht diese besondere Form der Eigenverwaltung für Betriebe vor, denen zwar das Geld auszugehen droht, die aber noch nicht zahlungsunfähig sind. Mit dem 2012 eingeführten Schutzschirmverfahren sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Sanierung notleidender Unternehmen verbessert werden. Wesentlicher Unterschied zum regulären Insolvenzverfahren oder zur normalen Eigenverwaltung ist, dass der Sachwalter im Schutzschirmverfahren vom Unternehmen weitgehend frei gewählt wird.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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