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Stadt Hagen hängt Israel-Flagge ab: Drängen durch Polizei?

Hagen  

Stadt Hagen hängt Israel-Flagge ab: Drängen durch Polizei?

14.05.2021, 16:10 Uhr | dpa

Inmitten der jüngsten antisemitischen Ausschreitungen in mehreren deutschen Kommunen hat die Stadt Hagen die israelische Flagge abgehängt. Dieser Schritt habe "ausschließlich der Deeskalation" gedient und sei am Mittwoch auf Aufforderung der Polizei erfolgt, teilte die Stadt am Freitag mit. Zuvor hatte die Kommune auf Bitten der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft vor ihrem Rathaus die israelische Flagge gehisst, um auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 hinzuweisen.

Das nordrhein-westfälische Innenministerium widersprach am Abend der Darstellung der Stadt. Ein Sprecher erklärte, dass die Stadtverwaltung die Entscheidung, die Fahne abzuhängen, selbstständig gefällt habe. "Es gab keine Aufforderung dazu seitens der Polizei Hagen." Die Polizei habe die Stadt Hagen allerdings darauf hingewiesen, dass die Israel-Flagge nach ihren Erkenntnissen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft zu Unmut führe. Außerdem habe sie den Hinweis gegeben, dass es daher gegebenenfalls zu einer Eskalation kommen könne.

Wie die Stadt weiter berichtete, sei vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten das Hissen der Flagge von vielen Menschen als einseitige Solidaritätsbekundung aufgefasst worden. In der Verwaltung und bei der Polizei seien am Mittwoch viele Beschwerden eingegangen. "Gegen Mittag erreichte die Stadt Hagen die dringende Aufforderung der Polizei, durch ein sofortiges Abhängen der Flagge eine sich abzeichnende Eskalation zu verhindern. Die Verwaltung hat darauf unmittelbar reagiert", hieß es in der Mitteilung.

Mit dem Abhängen der israelischen Flagge habe sich die Stadt in keiner Weise einseitig in dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten positioniert, betonte der parteilose Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Es sei einzig und allein darum gegangen, für eine Deeskalation zu sorgen. "Wir wollen ein friedvolles Miteinander aller Menschen in unserer Stadt."

Antisemitische und anti-israelische Ausschreitungen hatte es in den vergangenen Tagen unter anderem in Gelsenkirchen, Solingen, Düsseldorf, Münster und Bonn gegeben.

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