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Sylt: Mehrere Kinder sollen bei Jugendfreizeit missbraucht worden sein


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Kinder sollen bei Jugendfreizeit auf Sylt missbraucht worden sein

Von t-online, mkr

13.10.2022Lesedauer: 3 Min.
Sonnenuntergang auf Sylt (Symbolbild): Ein Betreuer soll Kinder bei zwei Jugendfreizeiten auf Sylt missbraucht haben.
Sonnenuntergang auf Sylt (Symbolbild): Ein Betreuer soll Kinder bei zwei Jugendfreizeiten auf Sylt missbraucht haben. (Quelle: JOKER/imago images)
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Der Kirchenkreis bemüht sich um Aufklärung von Taten, die sich Anfang der 1970er Jahre auf Sylt ereignet haben. Der mutmaßliche Täter ist verschwunden.

Ein ehemaliger Leiter einer Jugendfreizeit der evangelischen Kirchengemeinde Heikendorf bei Kiel soll auf Sylt Kinder missbraucht haben. Das teilte der Kirchenkreis Altholstein in einer Pressemitteilung am Mittwoch mit. Die Taten sollen sich Anfang der 1970er ereignet haben, auf zwei Jugendfreizeiten in Dikjen Deel auf Sylt. Die Spuren des mutmaßlichen Täters haben sich inzwischen verloren.

Gegen den namentlich bekannten Mann hatten der Kirchenkreis Altholstein sowie die Kirchengemeinde Heikendorf im Sommer Strafanzeige gestellt. Damals war bekannt geworden, dass sich der Ehrenamtliche – vermutlich ein Pädagogikstudent – auf einer Sommerfreizeit in der Nähe von Bremen im Sommer 1972 schwer an einem zehn Jahre alten Kind vergangen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren jedoch eingestellt, "mit dem Hinweis darauf, dass eventuelle Straftaten verjährt sein dürften", erklärt die Kieler Pröpstin Almut Witt in der Mitteilung.

Sylt: Zehnjähriger musste sich nackt zu dem Betreuer legen

Nach Bekanntwerden hatten Kirchengemeinde und Kirchenkreis Anfang Juni einen Zeugenaufruf gestartet. Bis heute habe man zehn Reaktionen erhalten, berichtet Joachim Thieme-Hachmann, Pastor aus Heikendorf. "Mit sieben Männern und Frauen habe ich Gespräche geführt, sowohl persönlich als auch am Telefon. Mit dreien war ich schriftlich in Kontakt." Alle Äußerungen deuteten darauf hin, dass der mutmaßliche Täter sich weiteren Kindern mit sexuellen Absichten genähert habe.

Eines der Opfer auf Sylt habe von "Fummeleien unter der Dusche" gesprochen. In einem persönlichen Gespräch habe ein anderer damals zehnjähriger Teilnehmer mitgeteilt, dass der Betreuer ihn eingeladen hätte, bei ihm im Zimmer zu schlafen.

"Dort musste sich der Junge ausziehen und zu dem ebenfalls nackten Betreuer in den Schlafsack legen. Er musste ihn streicheln und sich streicheln lassen", berichtet Thieme-Hachmann Einzelheiten aus dem Gespräch. Zwei bis drei Nächte soll das so abgelaufen sein.

Betreuer war zwei Jahre ehrenamtlich in Kirchengemeinde tätig

Aus den Reaktionen aus dem Aufruf gehe ebenfalls hervor, dass das Verhalten des Betreuers, der sich zwei Jahre lang ehrenamtlich in der Kirchengemeinde engagiert hat, nicht unbemerkt geblieben sein soll. "Mehrere Zeugen haben bestätigt, dass das damals ein Thema war, manche Jungen haben sich gewehrt. Andere sagten wörtlich, das sei damals normal gewesen", erklärt Pröpstin Witt.

Die Geistliche habe laut Mitteilung daraufhin noch einmal alle Archive durchsuchen lassen, doch weder in den Sitzungsprotokollen des damaligen Kirchenvorstandes fänden sich Anmerkungen, noch seien weitere Teilnehmerlisten der Jugendfreizeiten vorhanden.

"Aber es scheint so, als ob Druck auf den ehrenamtlichen Betreuer ausgeübt wurde. Eine Zeugin sagte uns, dass es irgendwann im Dorf geheißen habe: ‚Er ist aufgeflogen, er ist weg.‘", sagt Witt.

Kirchenkreis und -gemeinde nehmen weiter Hinweise entgegen

Fest stehe, dass der mutmaßliche Täter nach der Sommerfreizeit 1972 Heikendorf verlassen habe. Danach verliert sich seine Spur. "Es ist für uns unbefriedigend, dass so vieles offen bleibt", bedauert die Pröpstin. "Und ich finde es beschämend, dass damals die Verantwortlichen die Ereignisse nicht nachvollziehbar und transparent aufgearbeitet haben", ergänzt Pastor Thieme-Hachmann.

Die beiden Theologen hatten gehofft, näheres zu den Umständen von sexuellem Missbrauch im Jahr 1972 in Erfahrung bringen zu können. Ein wunder Punkt bleibe zudem, dass der ehrenamtliche Betreuer sich heute nicht den Behörden gegenüber verantworten muss.

Dennoch seien Hinweise, egal zu welcher Sommerfreizeit Anfang der 1970er, nach wie vor willkommen. "Für uns ist diese Angelegenheit damit nicht abgeschlossen, auch wenn wir jetzt nicht weiterkommen", betont Witt. Unterstützung sagt auch Pastor Joachim Thieme-Hachmann zu: "Ich stehe jederzeit als Seelsorger zur Verfügung."

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Verwendete Quellen
  • kirchenkreis-altholstein.de: Mitteilung des Kirchenkreises vom 12. Oktober 2022
  • kirchenkreis-altholstein.de: Mitteilung des Kirchenkreises vom 1. Juni 2022
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