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Beben beim HSV: Vorstandschef Hoffmann muss gehen

Hamburg  

Beben beim HSV: Vorstandschef Hoffmann muss gehen

28.03.2020, 16:19 Uhr | dpa

Beben beim HSV: Vorstandschef Hoffmann muss gehen. Bernd Hoffmann

Bernd Hoffmann. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit einem Beben mitten in der Corona-Krise ist beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV der Machtkampf zu Ende gegangen. Nach einer vierstündigen Sitzung des Aufsichtsrates am Samstag teilte der Verein mit, dass Vorstandschef Bernd Hoffmann von seinen Aufgaben mit sofortiger Wirkung entbunden werde.

Nach seinem zweiten bitteren Abschied von den Schalthebeln des Traditionsvereins nach 2011 wahrte der 57-Jährige immerhin Stil. "Ich hätte den HSV sehr gerne durch diese Krise geführt, muss aber akzeptieren, dass der Aufsichtsrat sich für einen anderen Weg entschieden hat", ließ er über die Club-Webseite verlauten. "Es war mir eine Ehre, dem HSV zu dienen."

Seinem Aus nach seiner knapp zwei Jahre dauernden zweiten Dienstzeit als Vorstandschef war ein seit langem schwelender Streit zwischen ihm auf der einen und seinen Vorstandskollegen Jonas Boldt (Sport) und Frank Wettstein (Finanzen) auf der anderen Seite. Boldt (38) und Wettstein (46) werden die HSV Fußball AG nun als Vorstandsduo weiter führen.

Nach der Aufsichtsratssitzung traten die als Hoffmann-Unterstützer geltenden Max-Arnold Köttgen und Thomas Schulz zurück. Neuer Chef des nun auf fünf Mitglieder geschrumpften Kontrollgremiums als Nachfolger von Köttgen wird der HSV-Präsident und Ex-Nationalspieler Marcell Jansen.

"Wir können uns in dieser schwersten Krisenzeit des gesamten Profifußballs keine Energieverluste und belasteten Vertrauensverhältnisse leisten", sagte der 34-jährige Jansen, der sich zuletzt gegen Hoffmann positioniert hatte. "Der volle Fokus muss auf die HSV-Interessen gerichtet sein."

Denn der Verein steht angesichts der Corona-Pandemie wie viele andere Clubs auch vor enormen Herausforderungen. Die Liquidität ist laut Finanz-Mann Wettstein bis Juni gesichert. Ein Saison-Abbruch würde den wirtschaftlich belasteten HSV aber 20 Millionen Euro kosten, hatte Hoffmann noch vor wenigen Tagen gesagt.

Umso unverständlicher war für die Beobachter, dass in dieser Situation im Vorstand seit Monaten ein Streit schwelte. Noch am Mittwoch hatte das Kontrollgremium der HSV Fußball AG, vertreten durch Köttgen, dessen Stellvertreter Andreas Peters und Jansen, die drei Vorstandsmitglieder zu Einzelgesprächen ins Volksparkstadion geladen.

Dabei hatten Boldt und Wettstein deutlich gemacht, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit Hoffmann nicht mehr vorstellen können. Sie warfen ihm Kompetenzüberschreitungen und Alleingänge vor. Nun mussten die sieben Aufsichtsrats-Mitglieder entscheiden - und die Entscheidung fiel gegen Hoffmann aus.

Hoffmann wirkte von 2003 bis 2011 beim HSV schon einmal als Vorstandschef. Nachdem sein Vertrag nicht verlängerte worden war, musste er das erste Mal gehen. Sieben Jahre später gelang ihm das Comeback.

Erst wurde er im Februar 2018 ehrenamtlicher Präsident des Gesamtvereins, übernahm in dieser Funktion auch den Vorsitz im Aufsichtsrat. Seine erste Amtshandlung war die Trennung vom damaligen Vorstandschef Heribert Bruchhagen und von Sportdirektor Jens Todt.

Im Mai 2018 rückte Hoffmann interimsweise selbst auf den Vorstandschef-Posten. Im darauffolgenden September erhielt er einen Vertrag bis Ende Juni 2021. Nun kam das zweite Aus. "Ich bin stolz, dass ich den HSV insgesamt zehn Jahre lang führen durfte und werde dem HSV natürlich als lebenslanges Mitglied weiter verbunden bleiben."

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