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HSV-Sportvorstand Boldt stellt Nations League in Frage

Hamburg  

HSV-Sportvorstand Boldt stellt Nations League in Frage

19.11.2020, 10:48 Uhr | dpa

HSV-Sportvorstand Boldt stellt Nations League in Frage. Jonas Boldt

Jonas Boldt, Sportvorstand des Hamburger SV, spricht. Foto: Daniel Reinhardt/dpa (Quelle: dpa)

Jonas Boldt kann die Kritik am Profi-Fußball, der trotz der anhaltenden Corona-Krise den Spielbetrieb durchzieht, nicht nachvollziehen. "Da sieht man, in welcher Neidgesellschaft wir leben. Wenn Firmen aus aller Welt sich bei uns und der DFL erkundigen, wie wir die Krise angegangen sind, und wenn man sieht, dass die 36 Vereine solidarischer waren als die 16 Bundesländer, dann geht mir das zu sehr unter", sagte der 38 Jahre alte HSV-Sportvorstand dem "Hamburger Abendblatt" (Donnerstag). "Es wird mittlerweile viel zu sehr über Business statt über Fußball gesprochen", monierte Boldt.

Dass die gesamtgesellschaftliche Situation mitten in einer Pandemie schwierig sei und viele Menschen sich vom Fußball entfremden, kann er hingegen nachvollziehen. Denn auch der Funktionär des Zweitligisten Hamburger SV spürt "definitiv" eine Fußball-Übersättigung und hält auch einige Wettbewerbe für durchaus überflüssig. "Natürlich muss man die Frage stellen, ob eine Nations League sinnvoll ist. Meiner Meinung nach nicht", betonte Boldt zwei Tage nach der 0:6-Pleite des deutschen Nationalteams in dem umstrittenen Wettbewerb in Spanien.

Nach der frühen Verlängerung des Mitte 2021 auslaufenden HSV-Vertrags um zwei weitere Jahre will er den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Durch die auch coronabedingt erneut negative Bilanz (6,7 Millionen Euro Minus im Geschäftsjahr 2019/20) regt auch er die Debatte über eine neue Rechtsform (KGaA) an, um an neues Kapital zu kommen. In der aktuellen AG-Struktur steht die Begrenzung auf 24,9 Prozent einem weitere Anteile-Verkauf entgegen. Boldt: "Wenn wir perspektivisch erfolgreich sein wollen, müssen wir uns Gedanken machen, was für Chancen weitere Anteilsverkäufe mit sich bringen könnten."

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