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Ungebrochener Trend zum Imkern: Mehr kritische Untertöne

Hamburg  

Ungebrochener Trend zum Imkern: Mehr kritische Untertöne

24.08.2019, 09:57 Uhr | dpa

Ungebrochener Trend zum Imkern: Mehr kritische Untertöne. Bienen an Wabe

Bienen bauen eine Wabe in einen Holzrahmen. Foto: Markus Scholz/Archivbild (Quelle: dpa)

Immer mehr Hamburger halten sich ein oder mehrere Bienenvölker. Die Zahl der beim Imkerverband Hamburg registrierten Imker ist seit 2008 von etwa 330 auf rund 1000 gestiegen, wie die Vereinsvorsitzende Edda Gebel der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Sie betreuen rund 5500 Völker. Unter den Neulingen seien besonders viele Frauen.

Der Aufschwung der Imkerei in Hamburg sei zwar sehr erfreulich, er habe allerdings auch negative Seiten, sagte Gebel. So wüssten viele Jungimker nicht ausreichend über die Arbeit mit den Bienen Bescheid. "Viele denken, sie brauchen keine Schulung oder dass ein Youtube-Video reicht."

Dabei könne zu wenig Sachverstand dazu führen, dass Krankheiten wie die Varroamilbe nicht oder nicht effektiv genug behandelt werden und so Völkerverluste im Frühjahr drohen. Auch könnten Völker im Winter schlicht verhungern, weil die Neu-Imker mit der Winterfütterung noch nicht gut genug vertraut sind.

Gebel plädiert dafür, dass junge Imker noch länger an die Hand genommen und von erfahrenen Vereinsmitglieder durch ein oder zwei Bienenjahre begleitet werden. "Früher waren diese Imker-Patenschaften üblich. Aber heute hat niemand mehr Lust, sich mit den Frischlingen zu befassen."

Weiterer Aspekt des Imkertrends ist, dass damit in der Großstadt auch die Bienendichte zunimmt. Das gefalle nicht allen Nachbarn. Auch Imker selbst beschweren sich, dass ihre Bienen deshalb weniger Honig einsammeln als früher. "Das mit der Dichte ist für einige schon spürbar." Eine vorgeschriebene Obergrenze gebe es nicht. Imker müssen ihre Völker zwar bei der Behörde melden, aber nicht genehmigen lassen. Gebel wünscht sich dennoch, dass die Behörden künftig durch Handreichungen steuernd eingreifen.

Die Erntezahlen im ersten Halbjahr können sich im bundesweiten Vergleich durchaus sehen lassen. So haben die Imker pro Bienenvolk dem Fachzentrum für Bienen und Imkerei zufolge durchschnittlich 16,3 Kilogramm Honig aus den Stöcken geholt. Der bundesweite Ertrag lag für die Frühtrachternte bei 15,1 Kilogramm pro Volk.

Im Vergleich zum Vorjahr sei wegen der Trockenheit allerdings etwas weniger geerntet worden, sagte Gebel. Hamburger Honig kostet meist zwischen 18 und 20 Euro pro Kilogramm. Die Daten für die Sommertracht lagen noch nicht vor.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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