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Hamburg: Hochbahn setzt vorerst auf E-Busse statt auf Wasserstofftechnologie

Mobilität in Hamburg  

Hochbahn setzt auf E-Busse und widersetzt sich dem Bund

02.09.2019, 12:12 Uhr | dpa

Hamburg: Hochbahn setzt vorerst auf E-Busse statt auf Wasserstofftechnologie. Ein Ladekabel vor einem Elektrobus. Die Hochbahn Hamburg setzt auf E-Busse. (Quelle: dpa/Archivbild/Daniel Bockwoldt)

Ein Ladekabel vor einem Elektrobus. Die Hochbahn Hamburg setzt auf E-Busse. (Quelle: Archivbild/Daniel Bockwoldt/dpa)

Die Hamburger Hochbahn setzt bei der Umstellung auf emissionsfreie Busse fast ausschließlich auf Batteriefahrzeuge. Damit geht das Unternehmen auf Konfrontationskurs mit dem Bundesverkehrsministerium.

Das dürfte Ärger geben: Die Hamburger Hochbahn setzt bei der Umstellung auf emissionsfreie Busse fast ausschließlich auf Batteriefahrzeuge – und handelt damit gegen den Appell des Bundesverkehrsministeriums. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), schlug vor wenigen Tagen in Cuxhaven vor, dass Kommunen keine Diesel- oder Elektrobusse mehr kaufen sollten, sondern Wasserstoffbusse. Auf diese Weise könnte die Nachfrage für Wasserstoff aus Windenergie in Schwung gebracht werden. "Es nützt ja nicht zu produzieren, wenn die Nachfrage nicht da ist", sagte Ferlemann bei einem Treffen, an dem auch der Hamburgs parteilose Verkehrssenator Michael Westhagemann teilnahm.

Am Freitag, also nur vier Tage später, teilte die Hochbahn mit, sie habe eine Rahmenvereinbarung für bis zu 530 Elektrobusse bis zum Jahr 2025 europaweit ausgeschrieben. In den Jahren 2021 und 2022 will das Nahverkehrsunternehmen demnach deutlich mehr als 100 Elektrobusse anschaffen. Die Hochbahn will von Anfang kommenden Jahres an nur noch emissionsfrei angetriebene Fahrzeuge kaufen und so die gesamte Flotte von rund 1.000 Bussen bis 2030 umstellen. Bis Ende des Jahres sollen 30 E-Busse in Hamburg fahren, im nächsten Jahr 30 weitere.

Probelme bei der Alltaugstauglichkeit 

Vier Brennstoffzellen-Hybridbusse, die ausschließlich mit Wasserstoff betrieben wurden, hatte die Hochbahn bereits im vergangenen Jahr verkauft. Die Testfahrzeuge hatten nach Senatsangaben jeweils 1,8 Millionen Euro gekostet, wovon der Bund die Hälfte übernahm. Jetzt hat das Unternehmen noch zwei elektrische Gelenkbusse mit einer Brennstoffzelle zur Reichweitensteigerung ("Range-Extender") im Probebetrieb. Weitere Fahrzeuge dieser Art sollen getestet werden.

Die Brennstoffzellentechnologie bleibe eine wichtige Option, sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Alltagstauglich seien die Wasserstoffbusse aber noch nicht. Betankt werden die beiden verbliebenen Testbusse mit sogenanntem blauen Wasserstoff, der als Beiprodukt in der Industrie entsteht.

Technologie für die Zukunft

"Die Wasserstofftechnologie ist an der Schwelle zur Markteinführung, aber sie fährt auf der Schwelle hin und her", erklärte Detlef Schulz, Experte für elektrische Energiesysteme an der Helmut-Schmidt-Universität. Die von der Hochbahn verkauften Wasserstoffbusse hätten wochenlang im Depot gestanden, weil kleine Ersatzteile nicht verfügbar gewesen seien. Für eine bestimmte Netzteilkomponente habe es nur einen Hersteller gegeben. Die Batteriebusse seien dagegen sehr zuverlässig.


Langfristig werde auch die Hochbahn nicht auf die Wasserstofftechnologie verzichten können, glaubt der Professor, der die Umstellung bei der Hochbahn wissenschaftlich begleitet. Die nötige Reichweite und Flexibilität sei mit Batteriebussen allein nicht zu schaffen. Bei einem Störfall in einem E-Bus-Betriebshof hätte die Hochbahn sonst ein Riesenproblem. "Es muss irgendwann eine gute Mischung geben", sagte Schulz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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