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Hamburg: CDU wählt Marcus Weinberg zum Spitzenkandidaten

Bürgerschaftswahl im Februar  

CDU Hamburg wählt Marcus Weinberg zum Spitzenkandidaten

21.09.2019, 17:14 Uhr | dpa

Hamburg: CDU wählt Marcus Weinberg zum Spitzenkandidaten. Marcus Weinberg

Marcus Weinberg (CDU), Spitzenkandidat in Hamburg. Foto: Markus Scholz/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Altonaer Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg führt die Hamburger CDU als Spitzenkandidat in die Bürgerschaftswahl im Februar kommenden Jahres. Das hat ein Parteitag am Samstag entschieden.

Der Spitzenkandidat der CDU für die Bürgerschaftswahl in Hamburg im nächsten Jahr steht fest. Ein Landesparteitag wählte den Bundestagsabgeordnten Marcus Weinberg am Samstag mit 86 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste. 106 der Delegierten stimmten für den 52-jährigen Familienpolitiker, 17 gegen ihn, fünf enthielten sich.

Auf Platz zwei wurde die Vorsitzende der Elternkammer, Antje Müller, mit 78 Prozent der Stimmen gewählt. 80 Prozent Zustimmung erhielt auf Platz drei der Landesvorsitzende Roland Heintze, der den Wiedereinzug in die Bürgerschaft 2015 verpasst hatte. Insgesamt waren 60 Listenplätze zu besetzen. Aktuell ist die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft mit 20 Abgeordneten vertreten.

Frauenquote bei 40 Prozent

Mit Müller auf Listenplatz zwei, der Stadtentwicklungsexpertin Natalie Hochheim auf Platz vier, der Betriebswirtin und NDR-Verwaltungsratsvorsitzenden Regina Möller auf Platz 15 und dem Repräsentanten der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, Ali Toprak, auf Platz 20 würden auch im Personal die inhaltlichen Schwerpunkte Bildung, Stadtentwicklung, Medien und Wirtschaft sowie Integration deutlich, sagte Heintze. Zudem seien die Kandidaten jünger und weiblicher als bisher. Die Frauenquote liegt bei 40 Prozent. In der Bürgerschaft sind derzeit nur zwei der 20 CDU-Abgeordneten Frauen.

Mit seinen 86 Prozent Zustimmung zeigte sich Spitzenkandidat Weinberg zufrieden: "Das ist ein gutes Ergebnis", sagte er. Sein Vorgänger in dieser Funktion, Dietrich Wersich, war vor fünf Jahren mit 91 Prozent gewählt worden. Er steht diesmal auf Platz sechs der Landesliste.

In seiner Bewerbungsrede stimmte Weinberg die Delegierten auf einen Wahlkampf unabhängig von Farbenspielen ein. "Wir laufen weder den Roten noch den Grünen hinterher", sagte er. "Wir machen den Menschen ein Angebot, heute das Personal, bald dann die Programmatik (...), und das muss eine unabhängige Kraft sein." Über das CDU-Wahlprogramm soll ein Landesausschuss Ende Oktober entscheiden.

Bekenntnis zu Hamburg als Wirtschafts- und Industriestandort

Wenn er mit den Menschen in der Stadt rede, spüre er eine wachsende Unzufriedenheit vor allem unter den Leistungsträgern. "Unzufriedenheit mit dem Senat, der mehr und mehr zerstritten ist." Die Stadt müsse wegkommen "von der rot-grünen Bevormundung, die haben nämlich viele in der Stadt wirklich satt".

Hamburg brauche "eine Wissenschafts-, Technologie- und eine Gründermentalität", sagte Weinberg. Hauptunterschied zu den Mitbewerbern sei das klare Bekenntnis der CDU zu Hamburg als Wirtschafts-, Industrie- und Hafenstandort. "Deshalb dieses Bekenntnis auch gegenüber den Grünen", sagte er. "Wenn wir Wohlstand bewahren wollen, müssen wir uns weiterentwickeln."

Schlechte Umfragewerte für CDU

Deshalb müsse auch in der Verkehrspolitik die nach seiner Aussage "dogmatische, einseitige Ausrichtung" von Rot-Grün beendet werden. Die CDU wolle die Menschen zum Umstieg auf Busse und Bahnen motivieren. "Wir wollen sie nicht bestrafen und reglementieren", sagte Weinberg. Deshalb halte er an der Forderung nach einem 365-Euro-Jahresticket für den HVV fest. "Und dieses System werden wir auch nach der Wahl umsetzen."

Ein "weiter so" werde von den Menschen nicht gewollt, sagte auch Heintze. "Und deshalb sollte auch Schluss sein mit dem rot-grünen Senat." Die CDU habe eine klare Wirtschaftsorientierung, "weil eine lebenswerte Stadt entsteht nur dann, wenn die Wirtschaft funktioniert." Trotz aktuell eher magerer Umfragewerte um die 15 Prozent für die CDU sei 155 Tage vor der Wahl ein Sprung über die 20-Prozent-Marke noch möglich, sagte Heintze. "Und das ist die Geschichte, die die CDU erzählen muss."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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