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St. Pauli: Rocker-Prozess könnte neu aufgerollt werden

Wegen Rechenfehler  

Rocker-Prozess aus Hamburg könnte neu aufgerollt werden

02.10.2019, 14:12 Uhr | dpa

St. Pauli: Rocker-Prozess könnte neu aufgerollt werden. Prozess um Schüsse auf Rocker am Millerntor

Polizisten stehen neben einem Auto auf dem Millerntorplatz an der Reeperbahn, nachdem Schüsse gefallen waren. Foto: Mücahid Güler/dpa (Quelle: dpa)

Eigentlich wurde der Prozess um die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss in St. Pauli im Juni beendet. Doch jetzt könnte er neu aufgerollt werden – wegen eines einfachen Fehlers der zuständigen Strafkammer.

Wegen eines Rechenfehlers muss der im Juni beendete Prozess um die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss in Hamburg-St. Pauli möglicherweise neu aufgerollt werden. Die zuständige Strafkammer habe die schriftliche Urteilsbegründung einen Tag zu spät auf der Geschäftsstelle des Gerichts vorgelegt, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Wann das Urteil spätestens vorliegen muss, hängt von der Dauer des Prozesses ab. "Fakt ist leider, dass die Kammer irrtümlich von einer elfwöchigen Absetzungsfrist ausgegangen war", sagte der Sprecher. Tatsächlich hatte die Kammer aber nur neun Wochen ab dem Tag der Urteilsverkündung Zeit.

"Es handelt sich um einen sehr ärgerlichen Fehler, der im Grunde nicht passieren darf. Dessen ist sich auch der Vorsitzende der zuständigen Strafkammer bewusst, der den Fehler außerordentlich bedauert." Die Anwälte des Angeklagten hatten Revision eingelegt und die versäumte Frist sowie die Verwertung eines Beweismittels gerügt. Der Bundesgerichtshof prüft die Revision und entscheidet, ob das Urteil aufgehoben und neu verhandelt werden muss, berichtete unter anderem die "Welt".

28-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

In dem Prozess war Anfang Juni ein 28-Jähriger wegen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer war davon überzeugt, dass der Angeklagte aus dem Gefängnis heraus aus Rache den Mord an dem Rockerboss in Auftrag gegeben hatte. Im Sommer 2018 war das Opfer kurz vor Mitternacht am Millerntorplatz an einer Ampel in seinem Auto mit fünf Schüssen lebensgefährlich verletzt worden. Das Auto, aus dem heraus geschossen wurde, hatte die Freundin des Angeklagten gefahren. Beifahrer und Schütze war zunächst unbekannt.

Seit einigen Wochen aber sitzt der mutmaßliche Täter in Deutschland in Haft, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Er sei von einem anderen Land ausgeliefert worden. Ob und wann Anklage gegegn ihn erhoben wird, war zunächst unklar. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es.


Sollte das zeitlich in etwa mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zusammenpassen, könnten beide Verfahren verbunden werden. "Das wäre unser Ziel und auch unsere Hoffnung dabei, denn das würde den Mehraufwand der Extrarunde relativieren", sagte der Gerichtssprecher.

Für den Verurteilten hat die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zunächst keine Auswirkungen. Er muss so oder so wegen einer anderen Straftat noch bis 2021 im Gefängnis bleiben. Sollte der Bundesgerichtshof das Urteil aufheben und das Verfahren zurück an das Landgericht Hamburg verwiesen werden, müssen alle Beweismittel neu bewertet und Zeugen erneut gehört werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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