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Hamburg: Demonstranten verhindern Bernd Luckes Uni-Vorlesung

AfD-Mitbegründer und Uni-Prof  

Demonstranten verhindern Vorlesung von Bernd Lucke in Hamburg

16.10.2019, 17:28 Uhr | dpa , t-online.de

Hamburg: Demonstranten verhindern Bernd Luckes Uni-Vorlesung. Bernd Lucke, Wirtschaftswissenschaftler und AfD-Mitbegründer, steht vor Polizisten: Mehrere hundert Demonstranten haben an der Universität Hamburg seine erste Vorlesung nach der Rückkehr an die Uni verhindert. (Quelle: dpa/Markus Scholz)

Bernd Lucke, Wirtschaftswissenschaftler und AfD-Mitbegründer, steht vor Polizisten: Mehrere hundert Demonstranten haben an der Universität Hamburg seine erste Vorlesung nach der Rückkehr an die Uni verhindert. (Quelle: Markus Scholz/dpa)

Der Wirtschaftswissenschaftler und AfD-Mitbegründer Bernd Lucke wollte eigentlich am Mittwoch seine erste Vorlesung seit seiner Rückkehr als Professor an der Universität Hamburg halten. Doch mehrere hundert Demonstranten haben das verhindert.

Mehrere hundert Demonstranten haben an der Universität Hamburg die erste Vorlesung von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke seit dessen Rückkehr an die Uni verhindert. Immer wieder riefen Aktivisten am Mittwoch in einem Hörsaal des Uni-Hauptgebäudes "Hau ab", einige bewarfen den Wirtschaftswissenschaftler mit Papierkugeln.

Lucke konnte daher nicht wie geplant über das Thema Makroökonomik sprechen. Eigentlich sollte die Vorlesung mit bis zu 320 möglichen Teilnehmern rund zwei Stunden lang gehen. Die Studierendenvertretung Asta hatte zuvor zu einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Uni aufgerufen, um unter anderem auf die Tragweite der politischen Handlungen Luckes hinzuweisen.

"Was sich heute im Agathe-Lasch-Hörsaal abgespielt hat, spricht für sich. Das muss ich nicht kommentieren", sagte Lucke der Deutschen Presse-Agentur. "Aber was ich hervorheben möchte, ist die Zivilcourage meiner Studenten, die fast geschlossen bis zum Ende der Vorlesungszeit mit mir im Hörsaal ausgeharrt haben und mir Rückdeckung gegen den Mob gegeben haben."

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) und Universitätspräsident Dieter Lenzen hoben in dem Zusammenhang hervor, dass die Durchführung freier wissenschaftlicher Lehre zu den grundgesetzlich garantierten Pflichten und Rechten jedes Hochschullehrers gehöre. "Unabhängig davon ist festzustellen, dass Universitäten als Orte der Wissenschaft die diskursive Auseinandersetzung auch über kontroverse gesellschaftliche Sachverhalte und Positionen führen und aushalten müssen – insbesondere vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte."

Nach Streit aus AfD ausgeschieden

Der Volkswirtschaftler und Euro-Kritiker war 2013 maßgeblich an der Gründung der AfD beteiligt und einer ihrer ersten Bundessprecher. 2014 hatte er sich von der Uni Hamburg beurlauben lassen, um als Berufspolitiker für die AfD ins Europaparlament zu wechseln.



Nachdem er 2015 im Streit um eine stärker nationalkonservative Ausrichtung der Partei von Frauke Petry als AfD-Bundessprecher abgelöst worden war, hatte er die Partei verlassen und in der Folge fremdenfeindliche und rechtsextreme Tendenzen angeprangert. Am Montag hatte Lucke bereits eine erste kleinere Lehrveranstaltung gehalten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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