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Hamburg: Wirbel um Flugreisen an Schulen

Ziele in China und Indien  

Wirbel um Flugreisen an Schulen in Hamburg

05.11.2019, 19:13 Uhr
Hamburg: Wirbel um Flugreisen an Schulen. Flugzeug am Himmel. (Quelle: dpa/Federico Gambarini/Archivbild)

Ein Flugzeug am Himmel: In Hamburg gibt es einen Wirbel um Klassenfahrten, die mit dem Flugzeug unternommen werden. (Quelle: Federico Gambarini/Archivbild/dpa)

Ein Bericht der "Bild" vom Dienstag hat an Schulen in Hamburg für Aufregung gesorgt. Darin heißt es, dass laut der Hamburger Schulbehörde zahlreiche Klassenfahrten mit dem Flugzeug unternommen werden. Doch ganz so einfach ist die Lage nicht.

Weil Schulen in Hamburg angeblich zu viele Klassenfahrten mit dem Flugzeug unternehmen, hat die Schulbehörde an die Einrichtungen appelliert, weniger zu fliegen.

Hintergrund ist eine Stichprobe der Schulbehörde, über die die "Bild" am Dienstag berichtete. Demnach wurden an 17 weiterführenden Schulen knapp ein Viertel der Klassen-, Studien- und Profilreisen im vergangenen Schuljahr mit dem Flugzeug durchgeführt.

Als Beispiel nannte das Blatt unter anderem das Gymnasium Süderelbe, das auch die Auszeichnung als "Klimaschule" der Stadt Hamburg trägt. Wie die "Bild" unter Berufung auf die Schulbehörde schreibt, sollen dort zehn von 23 Klassenreisen mit dem Flugzeug unternommen worden sein. So habe es Flüge nach Shanghai und Indien gegeben. Außerdem seien Schüler der Schule dreimal nach Spanien, zweimal nach Frankreich, Rom, Metz, Polen und London geflogen.

Schulleiter äußert sich

Im Gespräch mit t-online.de begründete Thomas Fritsche, der Schulleiter des Gymnasiums, die Reisen mit Kooperationen und Austauschen mit Schulen in anderen Ländern. "Wir sind eine interkulturelle Schule und uns ist interkultureller Austausch sehr wichtig", so Fritsche. Und tatsächlich: Auf der Website der Schule wird unter anderem für Schüleraustauschprogramme nach Shanghai und Indien geworben, für die sich einzelne Schüler anmelden können.

"Wenn es zeitlich geht, nehmen wir die Bahn, zum Beispiel nach Kopenhagen oder Sylt", erklärt Fritsche. "Aber nach Shanghai oder Neu-Dehli, wo wir einen Austausch pflegen, geht es nicht anders. Wir können keine tagelangen Bahnreisen dorthin unternehmen", rechtfertigt sich der Schulleiter.

Reguläre Klassenfahrten nur nach Deutschland

Er könne die Aufregung um die Vielfliegerei zwar verstehen, betont aber auch, dass es sich um Studienreisen und nicht um Klassenfahrten handele. "In den regulären Klassenfahrten in der Unterstufe fahren wir nur nach Deutschland, zum Beispiel nach Sylt", so Fritsche. Auch würde seine Schule mit den Schülern eine "intensive Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen", wie etwa der Zukunft der Mobilität, pflegen.

Der Bericht der "Bild" war auch vom Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) kommentiert worden. "Klassenreisen sollen bilden, daher sind Flugreisen nicht grundsätzlich auszuschließen, aber die Anzahl ist deutlich zu hoch", sagte er gegenüber dem Blatt. "Ich appelliere an die Schulen, hier mit Augenmaß und unter Berücksichtigung des Klimaschutzes zu handeln."


Anlass für die Stichprobe der Schulbehörde war eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, die bereits im Mai gestellt worden war.

Verwendete Quellen:

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