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Zwei Iraker wegen Vorbereitung eines Anschlags verurteilt

Hamburg  

Zwei Iraker wegen Vorbereitung eines Anschlags verurteilt

13.11.2019, 15:44 Uhr | dpa

Zwei Iraker wegen Vorbereitung eines Anschlags verurteilt. Richterhammer aus Holz

Auf einer Richterbank liegt ein hölzerner Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für die Vorbereitung eines Anschlags in Deutschland sind zwei Iraker aus Schleswig-Holstein zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Die Richterin am Oberlandesgericht in Hamburg sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die beiden 23-Jährigen bei einem islamistisch motivierten Sprengstoffanschlag möglichst viele "Ungläubige" töten wollten. Dabei habe es jedoch einen großen Widerspruch gegeben zwischen dem, was die Angeklagten gedacht, gewollt und geplant hätten und dem, was sie tatsächlich ausgeführt hätten. Ein dritter, 36 Jahre alter Angeklagter soll sie bei der letztlich erfolglosen Suche nach einer Waffe unterstützt haben. Er bekam ein Jahr und neun Monate auf Bewährung.

"Sie haben sich vereinnahmen lassen für ein Vorhaben, das furchtbar gewesen wäre", sagte Richterin Ulrike Taeubner. Ein solcher Anschlag hätte das Sicherheitsgefühl der Menschen in Deutschland erheblich erschüttern können. Glücklicherweise hätten die beiden Angeklagten, die in Meldorf (Kreis Dithmarschen) lebten, noch nicht viel erreicht - selbst eine Waffe sei für sie zu teuer gewesen. Wie die Verteidigung sprach die Richterin von einem "dilettantischen Vorgehen". Für die beiden Angeklagten sprach, dass sie nicht vorbestraft sind und ein umfassendes Geständnis abgelegt haben.

Die beiden Haupttäter sollen den Anschlag seit Ende November 2018 geplant haben. Sie standen offenbar in Kontakt mit Personen aus dem Umfeld des IS, die nicht alle identifiziert werden konnten, aber die Bemühungen unterstützen. Zu Silvester vergangenen Jahres kauften die beiden Männer Böller und Raketen und pulten das Schwarzpulver heraus, insgesamt 254 Gramm. Damit bastelten sie einfache Sprengsätze und verursachten zwei kleine Explosionen, mit denen sie nicht zufrieden waren. Dann fragten sie ihre Kontakte nach dem Sprengstoff TNT und wollten Autofahren lernen, um noch mehr Menschen töten oder verletzen zu können. Bevor die Vorbereitungen weiter gedeihen konnten, schlug die Polizei zu.

Die Richterin hielt den beiden Angeklagten vor, wem sie besonders geschadet hätten: "Muslimen, die sich einfügen und die hier friedlich leben wollen!" In ihrem letzten Wort entschuldigten sich zwei der drei Angeklagten. "Ich bereue es sehr", sagte einer der beiden Hauptangeklagten. Und es mache ihn sehr glücklich, dass es in Deutschland gerecht zugehe. "Gleichberechtigung und Gerechtigkeit - das gibt es bei uns nicht."

Die Bundesanwaltschaft hatte für die beiden Hauptangeklagten eine Haftstrafe von fünf Jahren gefordert, da sie ihre Vorwürfe bestätigt sah. Die Verteidiger hatten eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Die Angeklagten seien einer Gehirnwäsche unterzogen worden und hätten sich glaubhaft von radikalen Ansichten gelöst. Außerdem seien die Anschlagsvorbereitungen "laienhaft und stümperhaft" gewesen, was auch die Unentschlossenheit zeige. Der Anwalt des 36-Jährigen hatte eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung gefordert, da sein Mandant kein Terrorist sei und es ihm "nur um ein bisschen Geld" gegangen sei.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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