Sie sind hier: Home > Regional > Hamburg >

Hamburg: Trecker-Aufmarsch – Bauern fühlen sich in Existenz bedroht

Bauernprotest im Norden  

Tausende Landwirte demonstrieren mit Trecker-Aufmarsch

14.11.2019, 19:47 Uhr | dpa , t-online.de

Hamburg: Trecker-Aufmarsch – Bauern fühlen sich in Existenz bedroht. Bauern demonstrieren mit Transparenten und Traktoren: Die Polizei warnt vor erheblichen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs in Hamburg. (Quelle: dpa/Oliver Berg/Archivbild)

Bauern demonstrieren mit Transparenten und Traktoren: Die Polizei warnt vor erheblichen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs in Hamburg. (Quelle: Oliver Berg/Archivbild/dpa)

Tausende Landwirte haben sich mit ihren Traktoren zum gemeinsamen Protest nach Hamburg aufgemacht. Im gesamten Stadtgebiet kam es durch den Bauernprotest zu Verkehrsbehinderungen.

Am Donnerstagmorgen haben sich von Ülzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg aus Landwirte auf den Weg nach Hamburg gemacht, um zum Start der Umweltministerkonferenz zu demonstrieren. Rund 3.500 Traktoren wurden beim Bauernprotest gezählt, teilte die Polizei Hamburg mit. Die Polizei warnte vor erheblichen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs im Hamburger Stadtgebiet. Viele Straßen waren gesperrt, das große Verkehrschaos blieb jedoch aus. An der Kundgebung auf dem Gänsemarkt nahmen Tausende Teilnehmer teil.

Die Bauern wollten bei der Umweltministerkonferenz in Hamburg gegen Umweltauflagen für die Landwirtschaft demonstrieren. Vertreter der Landwirte übergaben den in der Hansestadt tagenden Umweltministern der Länder eine Resolution.

Bauern fühlen sich in Existenz bedroht

Darin forderte das Aktionsbündnis aus Bauern, Schäfern und Jägern die Politiker auf, mehr auf Kooperation und Freiwilligkeit im Natur- und Umweltschutz zu setzen, statt auf neue Verbote und Konfrontation. Besonders die Vorschriften zum Schutz des Grundwassers, zum Insektenschutz, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat und das Wolfsmanagement stoßen bei den Landwirten und Schafzüchtern auf Kritik.

Die Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht. "Wenn wir keine Pflanzenschutzmittel mehr einsetzen dürfen, dann verlieren wir 40 bis 50 Prozent unseres Ertrags", sagte Anne Meyer, Landwirtin aus der Nähe von Barth in Mecklenburg-Vorpommern, deren Hof zu 100 Prozent in einem Vogelschutzgebiet liegt. "Es wird oft gesagt, die Landwirte sind gegen den Umweltschutz, aber das ist überhaupt nicht so", so die 38-Jährige. Die Natur sei die Grundlage der Bauern. Es dürfe aber nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.

"Landwirtschaft für Insektenschwund mitverantwortlich"

Der Vorsitzende der Ministerrunde, Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hob die Bedeutung der Landwirtschaft für Umwelt, Ernährung und den Erhalt der Kulturlandschaft hervor. "Gleichzeitig ist die Landwirtschaft durch den Einsatz von Pestiziden und Gülle für Insektenschwund, Rückgang der Artenvielfalt und hohe Stickstoff- und Phosphatwerte im Wasser mitverantwortlich", sagte er unter den Pfiffen der Bauern.


Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, forderte die Bauern auf, Feindbilder beiseite zu packen. In den vergangenen Wochen habe die Bundesregierung mehr als eine Milliarde Euro bereitgestellt, um den Bauern bei der Bewältigung von Dürreschäden und der Umsetzung des Klimapakets zu helfen.  

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal