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Hamburg: Großrazzia wegen Betrugs mit Krebsmedikamenten – Millionenschaden

Durchsuchungen in Hamburg  

Betrug mit Krebsmitteln? Großrazzia bei Ärzten

17.12.2019, 13:25 Uhr | t-online.de , dpa

Hamburg: Großrazzia wegen Betrugs mit Krebsmedikamenten – Millionenschaden. Hamburg: Polizisten kontrollieren Lieferpapiere eines Fahrzeugs, mit dem Medikamente transportiert werden. (Quelle: dpa/Axel Heimken)

Hamburg: Polizisten kontrollieren Lieferpapiere eines Fahrzeugs, mit dem Medikamente transportiert werden. (Quelle: Axel Heimken/dpa)

Wegen möglichen Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten haben Hunderte Polizisten Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchsucht. Es geht um einen Millionenschaden.

Die Firma ZytoService steht in Verdacht, mit Betrug bei Krebsmedikamenten einen Millionenbetrag ergaunert zu haben. Die Firma soll Ärzte bestochen haben, um an lukrative Rezepte von Krebsmedikamenten zu kommen. Am Dienstagmorgen waren rund 420 Polizisten und sechs Staatsanwälte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bei einer Razzia im Einsatz.

Die Ermittlungen richteten sich gegen 14 Beschuldigte, darunter neun Ärzte, drei Apotheker und zwei Geschäftsführer von Pharmafirmen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg. "Es geht um Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen und Abrechnungsbetrug, beides im Zusammenhang mit der Verordnung und Abrechnung von Zytostatika", sagte sie. Zytostatika werden bei der Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt. Der potenzielle Schaden liege "deutlich in Millionenhöhe".

Eine der größten Razzien

Zunächst sollten mögliche Beweise sichergestellt werden. Betroffen war auch eine Apotheke in der Hamburger Innenstadt. Polizisten trugen dort am Morgen Umzugskartons zum Abtransport der Beweismittel in die Geschäftsräume. Haftbefehle gegen die Beschuldigten lägen jedoch nicht vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das sei eine der größten Razzien, die je in Hamburg von der Wirtschaftsstaatsanwaltschaft durchgeführt worden sei, hieß es. Es würden 47 Objekte, darunter Villen, Arztpraxen, Apotheken und ein Krankenhaus durchsucht.

Luxuswagen finanziert

Bei dem Betrug sollen die durch Bestechung erhaltenen Rezepte für die Herstellung von Krebsinfusionen über eine konzernnahe Apotheke zu Unrecht bei den Krankenkassen abgerechnet worden sein. Das berichtet die "Tagesschau". Die Ärzte sollen fürs Mitmachen mit sogenannten "Kickback"-Zahlungen von mehr als 500.000 Euro und der Überlassung luxuriöser Fahrzeuge und Praxiseinrichtungen entlohnt worden sein.


Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das betrügerische Geschäftsmodell bereits seit Januar 2017 betrieben wurde und dadurch ein Schaden von 8,6 Millionen entstanden sei. 

Verwendete Quellen:

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