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Hamburg: Drei Jahre Elbphilharmonie – so beliebt ist das Konzerthaus

Drei Jahre "Elphi"  

Elbphilharmonie feiert Jubiläum – so beliebt ist das Konzerthaus

10.01.2020, 14:53 Uhr | t-online, dpa

Hamburg: Drei Jahre Elbphilharmonie –  so beliebt ist das Konzerthaus. Die Elbphilharmonie: Das Bauwerk überstrahlt den Hamburger Hafen. (Quelle: dpa/Archivbild/Georg Wendt)

Die Elbphilharmonie: Das Bauwerk überstrahlt den Hamburger Hafen. (Quelle: Archivbild/Georg Wendt/dpa)

In Hamburg feiert die Elbphilharmonie ihr dreijähriges Jubiläum. Das ehemals umstrittene Projekt am Hafen ist heute weltweit bekannt – und sorgt trotzdem immer wieder für kleine Aufreger.

Die Elbphilharmonie in Hamburg bleibt auch drei Jahre nach ihrer Eröffnung ein Besuchermagnet. Aber langsam kehrt Normalität in das spektakuläre Konzerthaus ein: Nachdem die Konzerte in den ersten beiden Jahren schon Monate im voraus ausverkauft waren, kommen Besucher nun leichter an Karten, und ab und zu bleiben auch ein paar Plätze frei.

"Diese enorme Nachfrage, die das Angebot um ein Zigfaches übersteigt, wird noch ein, zwei Jahre anhalten", hatte Intendant Christoph Lieben-Seutter Anfang 2018 prophezeit – und sollte damit Recht behalten. Trotzdem sind am Ende alle Konzerte im großen Saal mit seinen 2.100 Plätzen nahezu ausverkauft, lediglich für den kleinen Saal gibt es manchmal noch Karten.

Christoph Lieben-Seutter: Der Intendant der Elbphilharmonie wagt einen Rückblick. (Quelle: dpa/Daniel Reinhardt)Christoph Lieben-Seutter: Der Intendant der Elbphilharmonie wagt einen Rückblick.

In der letzten Saison kamen fast eine Million Besucher

"Die Elbphilharmonie ist ein Kulturleuchtturm, der weit ins Land strahlt, ich würde sogar sagen bis nach Bayern", sagt Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates.

Der Bau der Elbphilharmonie habe gezeigt, dass es sich lohnt, wenn die Politik Entscheidungen trifft, die Mut erfordern. In der Saison 2018/2019 besuchten insgesamt 904.000 Menschen die 731 Konzerte und Veranstaltungen in der "Elphi", die Auslastung lag im Großen Saal bei 98,9 Prozent und im Kleinen Saal bei 91,7 Prozent. Weitere 2,7 Millionen Menschen besichtigten die Plaza, die Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe.

Stars kommen aus der ganzen Welt

Wenn Stars wie Sänger Plácido Domingo oder Pianist Lang Lang das erste Mal in der Elbphilharmonie auftreten, ist das immer noch ein herausragendes Ereignis – mit Ovationen im Stehen am Ende.

Klassikstars, die noch nicht in dem Konzerthaus aufgetreten sind, gibt es fast nicht mehr. "Es gibt kaum große Namen, die noch nicht da waren, aber einige kommen noch", verspricht Lieben-Seutter. Bis auf das Los Angeles Philharmonic seien alle wichtigen Orchester der Welt bereits zu Gast gewesen, darunter auch die Berliner und Wiener Philharmoniker.

Immer wieder gibt es Pannen

Diskutiert wurde im vergangenen Jahr viel über die Akustik im großen Saal. Auslöser war ein Konzert von Tenor Jonas Kaufmann, der die Akustik kritisiert hatte. "Rückblickend bin ich doch erstaunt, was für Auswirkungen ein einzelnes Konzert haben kann", sagte Lieben-Seutter. Wenn unter rund 1.200 Konzerten bei einem Konzert etwas schief gehe, "dann liegt es wohl an der künstlerischen Darbietung und nicht am Saal".

Kräne an der Elbphilharmonie: Im Jahr 2010 war die "Elphi" noch eine Baustelle. (Quelle: imago images/Archivbild/Lars Berg )Kräne an der Elbphilharmonie: Im Jahr 2010 war die "Elphi" noch eine Baustelle. (Quelle: Archivbild/Lars Berg /imago images)

Die Elbphilharmonie habe eine "intensive, klare Akustik" – wenn man sich auf den Saal einstelle, gebe es keine Probleme. Trotzdem sollen einige Plätze hinter der Bühne von der kommenden Saison an etwas günstiger werden.

Kurz nach Neujahr 2020 musste ein Konzert abgebrochen werden, weil der Ton versagte. Das hatte es bislang in der Geschichte der Elbphilharmonie noch nicht gegeben.

Sehen Sie hier die Reaktion der Gäste im Saal

Für Diskussionsstoff sorgen auch immer wieder die Treppen. Sind acht Stürze im großen Saal und 26 in den Foyers in zwei Jahren viel oder wenig? "Der Saal ist recht steil, es gibt kaum einen Platz, der nicht mit Stufen zu erreichen ist. Das ist ein Nachteil für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind", gibt Lieben-Seutter zu. 

Elbphilharmonie (Quelle: dpa/Christian Charisius)Treppen im Foyer um den Großen Saal in der Elbphilharmonie: Sie sind eine große Stolperfalle für Besucher.

"Dafür hat jeder Platz eine tolle Sicht und es ist ein spektakulärer Raum." Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung sei nachgebessert und es seien Stufen markiert worden, seitdem seien die Zahlen "absolut im Rahmen".

Mit einem vielfältigen Programm jenseits aller Konventionen feierte im September der amerikanische Dirigent Alan Gilbert seinen Einstand als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters. "Alan Gilbert hat bis jetzt nur hervorragende Konzerte gegeben", sagte Lieben-Seutter. Unter anderem mit der zeitgenössischen Oper "Le Grand Macabre" von György Ligeti und Uraufführungen der Koreanerin Unsuk Chin habe es eine tolle Programmvielfalt gegeben, das Orchester sei hochmotiviert. "Das fühlt sich gut und richtig an."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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