Sie sind hier: Home > Regional > Hamburg >

Über sechs Jahre Haft für 30-Jährigen nach Angriff auf Ex

Hamburg  

Über sechs Jahre Haft für 30-Jährigen nach Angriff auf Ex

28.01.2020, 03:03 Uhr | dpa

Über sechs Jahre Haft für 30-Jährigen nach Angriff auf Ex. Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch

Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Prozess um einen brutalen Angriff auf ein Paar in Hamburg-Altona ist der Angeklagte zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft sowie zur Zahlung von mehr als 5000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Das Landgericht befand den 30-Jährigen des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte achteinhalb Jahre, die Verteidigung bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug gefordert.

Der Verurteilte habe im Juni vergangenen Jahres mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin in deren Wohnung eine Flasche Wodka geleert, dann sei es zum Streit wegen der Trennung gekommen, erklärte der Richter. Der aus Afghanistan stammende Mann habe ihr dann mehrfach einen Glasaschenbecher gegen den Kopf geschlagen, bis dieser zerbrach. Daraufhin habe er das Opfer gewürgt, bis der hinzukommende neue Freund der Frau die beiden trennen konnte. Dieser hatte den Streit durch ein kurz zuvor begonnenes Telefonat mitbekommen und war zur Wohnung des Opfers geeilt.

"Überall am Boden war Blut", fasste der Richter die Situation zusammen, die der Freund in der Wohnung vorfand. Die Frau habe mit ihren beiden kleinen Kindern flüchten können, während die Männer weiter gekämpft hätten. Schließlich habe der Afghane ein 18 Zentimeter langes Küchenmesser geholt und dem Mann in den Rücken und ins rechte Ohr gestochen. Als die durch Anwohner alarmierte Polizei eintraf, habe der Täter das Messer weggeworfen. Trotz der alkoholbedingten Enthemmung sei der Mann schuldfähig, weil er die tödliche Gefahr seines Angriffs erkannt und diese billigend in Kauf genommen habe, stellte der Richter fest.

Die Frau habe keine bleibenden Schäden, der Freund hingegen trage eine Narbe am Ohr sowie eine teilweise Lähmung der Gesichtsmuskeln davon. An den Täter gewandt, erklärte der Richter: "Sie haben keine Perspektive mehr in Deutschland." Er werde voraussichtlich nach einer teilweise Verbüßung der Strafe nach Afghanistan abgeschoben. Bei der Urteilsverkündung wirkte der Angeklagte gefasst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Anzeige
Letzte Chance auf Schnäppchen im Sale!
bei MADELEINE
Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal