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Hamburg: Peter Tschentscher und Katharina Fegebank im Duell

Duell der Spitzenkandidaten  

SPD und Grüne gehen auf Konfrontationskurs

31.01.2020, 13:03 Uhr | dpa

Hamburg: Peter Tschentscher und Katharina Fegebank im Duell. Wahlplakate in Hamburg: Die Bürgerschaftswahl 2020 findet am 23. Februar statt. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)

Wahlplakate in Hamburg: Die Bürgerschaftswahl 2020 findet am 23. Februar statt. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

Die Spitzenkandidaten der Bürgerschaftswahl in Hamburg gehen in Stellung: Peter Tschentscher und Katharina Fegebank trafen bei einem Talk-Duell aufeinander – und hatten sich offenbar nichts zu schenken.

Gut drei Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg wird der Ton zwischen den rot-grünen Koalitionären rauer. Beim "Hafen-Duell" der "Bild"-Zeitung sind die beiden Bürgermeisterkandidaten, Amtsinhaber Peter Tschentscher von der SPD und seine grüne Herausforderin, die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, bemüht, sich voneinander abzugrenzen.

Mögliche andere Koalitionen nach der Wahl am 23. Februar halten sich beide offen, auch wenn sie eigentlich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit befürworten – freilich nur unter eigener Führung.

Kurs auf Konfrontation

Bei einer gut anderthalbstündigen Barkassenfahrt durch den Hafen verwies Tschentscher am Dienstag einmal mehr auf die Erfolge, die seine SPD seit 2011 nach zweieinhalb Jahren schwarz-grüner Regierung für Hamburg vorzuweisen habe. Dazu zählten der Wohnungsbau, die kostenlose Kita oder die Infrastruktur. "Wir hatten unheimlich viel nachzuarbeiten", sagt er. Auf die zweite Legislatur mit grüner Regierungsbeteiligung ging er kaum ein.

Fegebank zeigte sich genervt. "Was mich wirklich stört ist, dass man das Gefühl hat, dass ab 2011 eine neue Zeitrechnung begonnen hat", sagt sie. "Ganz genauso war es", warf Tschentscher ein, noch bevor Fegebank daran erinnern konnte, "dass seit 1957 44 Jahre lang die SPD regiert hat". Tschentscher aber tue so, als sei das nie passiert.

Eines der Hauptthemen: der Verkehr

Die Grünen-Frontfrau erinnerte beim Thema Verkehr etwa daran, dass die Menschen in Osdorf und Lurup seit 40 Jahren auf einen Schnellbahnanschluss warten. Tschentscher beklagte mangelnde grüne Glaubwürdigkeit bei den Themen autofreie Innenstadt und bei der Stadtbahn, die im Wahlprogramm der Grünen stehen. Dass auch Fegebank jetzt nur noch von einer autoarmen Innenstadt spreche, sei zwar gut. Auch er könne sich vorstellen, den Jungfernstieg oder den Neuen Wall vom Autoverkehr zu befreien.

Von den Grünen wünsche er sich aber, "von vornherein in den Ansagen, die man macht, klar zu sein und nicht eine Riesendiskussion anzuzetteln, um sich dann wieder vom Acker zu machen."

"Hafen-Duell": Katharina Fegebank (Grüne) und Peter Tschentscher (SPD) treffen aufeinander. (Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt)"Hafen-Duell": Katharina Fegebank (Grüne) und Peter Tschentscher (SPD) treffen aufeinander.

Sie glaube nicht, dass man bei dem Thema weit auseinander liege, sagt Fegebank. "Nur sind wir diejenigen, die einfordern, dass es schneller geht und dass man visionär auch mal einen großen Sprung wagen kann."

Kurz vor der Wahl liegen SPD und Grüne als stärkste Parteien in Umfragen deutlich vor CDU, Linken, FDP und AfD.  Zuletzt konnte sich die SPD mit 32 Prozent Zustimmung fünf Punkte von den Grünen absetzen. Die rot-grüne Mehrheit scheint sicher. Von einer Wechselstimmung ist in der Stadt nichts zu spüren. Theoretisch wären aber auch eine SPD-geführte Deutschlandkoalition öder Jamaika unter grüner Leitung möglich.

In einem waren sich Tschentscher und Fegebank dann offenbar doch einig: Man kann sich offenbar eine weitere Zusammenarbeit vorstellen. "Ich sage: Rot-Grün ist eine gute Option", konstatierte Tschentscher. Fegebank sieht es ähnlich: "Wir setzen auf Grün-Rot".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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