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Hamburger fordern autofreie Innenstadt

Von Michael Althaus

Aktualisiert am 10.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Flyer der Volksinitiative "Autos raus aus der Hamburger Innenstadt": Drei Hamburger Aktivisten wollen den CO2-Aussto├č der Stadt verringern.
Flyer der Volksinitiative "Autos raus aus der Hamburger Innenstadt": Drei Hamburger Aktivisten wollen den CO2-Aussto├č der Stadt verringern. (Quelle: Michael Althaus)
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Drei Hamburger wollen die Innenstadt von Autos, Lastwagen und Motorr├Ądern befreien. F├╝r ihre Volksinitiative brauchen sie 10.000 Unterschriften. Doch aus der Politik kommt Gegenwind. | Von Michael Althaus

Die drei Aktivisten des B├╝ndnisses "Klimaschutz Hamburg" kommen mit dem Fahrrad zum Gespr├Ąchstermin. Im Gep├Ąck haben sie frisch gedruckte Flyer und einen Stapel Vordrucke. Darauf wollen Bernd Kroll (62), Joachim Lau (62) und Jochen-Carl M├╝ller (57) in den n├Ąchsten Monaten Unterschriften sammeln f├╝r ihre Mitte Januar gestartete Volksinitiative "Autos raus aus der Hamburger Innenstadt". Ihrem Willen nach soll der gesamte Bereich zwischen Holstenwall, Lombardsbr├╝cke, Deichtorplatz (dem sogenannten Ring 1) und Hafen f├╝r Autos, Lastwagen und Motorr├Ąder tabu sein. Auf diese Weise wollen sie den CO2-Aussto├č in der Stadt verringern. Schaffen es die Initiatoren, bis zum 15. Juli insgesamt 10.000 Unterschriften von Hamburgern zu bekommen, muss sich die B├╝rgerschaft mit ihrem Anliegen besch├Ąftigen.

Innenstadt auch ohne Auto gut zu erreichen

"Wenn es einen Bereich gibt, der mit dem ├Âffentlichen Nahverkehr gut erreichbar ist, dann die Hamburger Innenstadt", begr├╝ndet Bernd Kroll. Mit einem autofreien Zentrum werde zugleich der Verkehr auf den Einfallsstra├čen drastisch reduziert. "Wir nehmen den Leuten das Ziel." Ausnahmen f├╝r Anwohner, Lieferverkehr, ├ärzte, Taxis und Busse seien vorgesehen.

Die Idee f├╝r die Initiative lag "auf der Stra├če", wie Joachim Lau sagt. "Man sieht ja, dass man f├╝r den Klimawandel etwas tun muss." Das Trio suchte zun├Ąchst das Gespr├Ąch mit der Hamburger Fridays-for-Future-Bewegung. "Als klar war, dass die keine Initiative f├╝r eine autofreie Innenstadt starten, sind wir selbst aktiv gewonnen", so Lau.

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Die drei lassen sich keiner eindeutigen politischen Richtung zuweisen. Kroll war in der Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv und sa├č viele Jahre f├╝r die CDU in der Bezirksversammlung in Hamburg-Nord. Lau war fr├╝her Mitglied bei den Gr├╝nen, M├╝ller bei der CDU. Den Politiker, den Lehrer und den Dokumentarfilm-Cutter eint ihre Erfahrung in Sachen Basisdemokratie. Kroll f├╝hrte unter anderem eine Volksinitiative gegen das Busbeschleunigungsprogramm des Senats an. Gerade ├╝bergab er rund 14.000 Unterschriften an die Hamburger Regierung, um B├╝rgerentscheide auf Bezirksebene verbindlich zu machen. Lau war in der erfolgreichen Anti-Olympia-Initiative aktiv. M├╝ller stoppte mit der Bewegung "SOS M├╝hlenkampkanal" ein Wohnungsbauprojekt im Stadtteil Winterhude.

Klimasch├╝tzer Joachim Lau, Jochen-Carl M├╝ller, Bernd Kroll (v. l.): "Mit 'bitte, bitte' sagen, kommen wir nicht weiter."
Klimasch├╝tzer Joachim Lau, Jochen-Carl M├╝ller, Bernd Kroll (v. l.): "Mit 'bitte, bitte' sagen, kommen wir nicht weiter." (Quelle: Michael Althaus)

"Mit 'bitte, bitte' sagen, kommen wir nicht weiter"

Ihr Konzept f├╝r eine autofreie Innenstadt haben die drei selbst entwickelt. Autofreiheit kann ihrer Auffassung nach nur durch ein Verbot funktionieren. "Mit 'bitte, bitte' sagen, kommen wir nicht weiter", meint Kroll. Offizielle Vorschl├Ąge, was mit den dann leeren Stra├čen entstehen soll, haben sie nicht. "Das m├╝ssen die B├╝rger in den jeweiligen Quartieren entscheiden", so Kroll. W├Ąre die Initiative erfolgreich, w├╝rde unter anderem die sechsspurige Ludwig-Erhard-Stra├če weitgehend autofrei.

In der Politik st├Â├čt der Vorsto├č ├╝berwiegend auf Ablehnung. In der Hamburgischen B├╝rgerschaft sprachen sich fast alle Fraktionen gegen das Anliegen der Initiative aus; lediglich die Linken sicherten ihre volle Unterst├╝tzung zu. Selbst die Gr├╝nen, die ein eigenes, weniger radikales Konzept f├╝r eine autofreie Innenstadt vorgelegt haben, reagierten mit Ablehnung. Ihre Spitzenkandidatin f├╝r die bevorstehende B├╝rgerschaftswahl, Katharina Fegebank, sagte: "Das ist irre und funktioniert so einfach nicht." Nimmt die B├╝rgerschaft das Anliegen der Volksinitiative nicht an, k├Ânnen die Initiatoren ein Volksbegehren beantragen. Dazu sind ├╝ber 60.000 Unterschriften notwendig. F├╝hrt auch das nicht zum Erfolg, d├╝rfen alle Hamburger in einem Volksentscheid ├╝ber das Anliegen abstimmen.

Riesige Resonanz der Hamburger Bev├Âlkerung

Die Aktivisten reagieren auf die Zur├╝ckweisungen aus der Politik gelassen. "Ich hatte mit mehreren Leuten gewettet, dass die Gr├╝nen unseren Vorsto├č ablehnen", sagt Kroll. "Diese Wetten habe ich nun alle gewonnen." Die drei werten ihre Initiative schon jetzt als Erfolg. Die Resonanz in der Hamburger Bev├Âlkerung sei riesig. "Die Listen werden uns teilweise aus der Hand gerissen", berichtet M├╝ller. "Eigentlich hatten wir mit mehr Gegenwind gerechnet." In seinem Bekanntenkreis gebe es sogar leidenschaftliche Autofahrer, die das Projekt unterst├╝tzten.

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├ťbrigens: Auch Kroll, Lau und M├╝ller besitzen jeweils ein Auto. "Es gibt Bereiche, wo man mit dem ├Âffentlichen Nahverkehr nicht hinkommt", sagt Kroll. M├╝ller gibt zu, fr├╝her sogar mit dem Auto in die Innenstadt gefahren zu sein ÔÇô "aus Bequemlichkeit". Heute mache er das nicht mehr. "Es geht auch ohne", betont er und schwingt sich wieder auf sein Fahrrad.

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