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Hamburg: Was der erste Coronavirus-Fall mit der Stadt macht

Erster Fall bekannt  

Wie Hamburg mit dem Coronavirus umgeht – ein Überblick

28.02.2020, 11:16 Uhr
Hamburg: Was der erste Coronavirus-Fall mit der Stadt macht. Menschen vor dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Hier wurde ein erster Fall des Coronavirus bekannt. (Quelle: imago images/Archivbild/Jürgen Ritter)

Menschen vor dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Hier wurde ein erster Fall des Coronavirus bekannt. (Quelle: Archivbild/Jürgen Ritter/imago images)

In Hamburg wurde der erste Fall einer Coronavirus-Infektion bekannt. Das hat Auswirkungen auf das Leben in der Stadt. Doch von Panik lassen sich die meisten Menschen der Hansestadt nicht ergreifen. 

Nach der ersten bestätigten Infektion wächst in Hamburg die Sorge vor Ansteckungen mit dem Coronavirus. Laut Gesundheitsbehörde melden sich immer mehr Bürger in Arztpraxen und Krankenhäusern, um sich testen zu lassen. Zum Teil kämen die Menschen auch in die Notaufnahmen. Wer in Apotheken oder Geschäften Desinfektionsmittel kaufen möchte, steht derzeit häufig vor leeren Regalen. Die Nachfrage ist aktuell so hoch, dass die Produkte meist ausverkauft sind. Atemschutzmasken sind bereits seit einigen Wochen Mangelware.

Träger der Masken sieht man dagegen in der Hamburger Innenstadt nicht. Und auch sonst scheint die Stimmung ziemlich gelassen. "Angst vor einer Ansteckung habe er nicht", sagt ein 33-jähriger Passant. Dennoch sei er vorsichtig, wasche häufiger die Hände und versuche in Bus und S-Bahn keine Knöpfe oder Stangen zu berühren.

Hamburger halten an Reiseplänen fest

Der Hamburger Flughafen hat kurz vor Beginn der Schulferien an diesem Wochenende seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verstärkt. Dort werden am Wochenende rund 95.000 Passagiere erwartet, die in den Urlaub starten.

In den Terminals seien an gut sichtbaren Stellen Infotafeln platziert worden, sagt eine Sprecherin. In den Sanitärräumen würden Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Laut Gesundheitsbehörde werden in den Flugzeugen an Reisende aus den betroffenen Gebieten sogenannte Ausstiegskarten verteilt. Darauf müssen Aufenthaltsorte, Sitzplatznummer und Wohnadresse angegeben werden.

Auf die Urlaubspläne der Hamburger scheint das Virus bislang nur wenig Auswirkungen zu haben. Bei dem Reisveranstalter CM Reisen in Heimfeld etwa, der auch Skiferien anbietet, hat es in den vergangenen Tagen keine Stornierungsanfragen gegeben. Die Gäste reisten "ganz normal" ihre gebuchten Reisen ab, sagt Geschäftsführer Christian Müller. Ein 60-jähriger Hamburger berichtet, dass er trotz der Verbreitung des Virus "mit freudigem Gefühl" in den Skiurlaub nach Südtirol fährt. "Ich informiere mich natürlich genau, wie die Lage vor Ort ist. Aber Panik habe ich nicht." 

Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So rät etwa das katholische Erzbistum Hamburg seinen Gemeinden dazu, die Weihwasserbecken in den Kirchen leer zu lassen. Gemeindemitglieder, die sich unwohl fühlen oder Symptome wie Husten, Atemnot oder Fieber aufweisen, sollen nicht den Gottesdienst besuchen. Einzelne Unternehmen halten ihre Mitarbeiter an, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.

Virus erreicht Norden

Für mögliche Infektionen ist das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zuständig. Dort wurde auch am Donnerstagabend der erste Betroffene positiv getestet. Er befinde sich in häuslicher Isolierung und sei in stabilem Zustand, heißt es. Die dortige Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten, Marylyn Addo, sieht Hamburg gut gerüstet. "Wir haben unser Personal geschult und wissen, worauf wir achten müssen", sagte sie dem NDR. Betroffene Patienten würden isoliert. Die Expertin, die auch an einem Impfstoff gegen das Virus arbeitet, mahnt immer wieder zur Besonnenheit. Sie halte es für möglich, dass der Erreger nicht mehr so aggressiv sei wie noch vor einigen Wochen, so Addo in der Sendung "Visite".

Wie sich jeder schützen kann

Die Gesundheitsbehörde hatte bereits vor drei Wochen eine "Taskforce" aus Krankenhäusern, Polizei und Feuerwehr ins Leben gerufen. Sie tauscht sich aktuell mindestens einmal täglich über die Lage aus. Auch die scheidende Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) betont: "Wir sind in Hamburg gut vorbereitet." Sie erinnert an die persönlichen Schutzmaßnahmen, die jeder treffen kann. Am wichtigsten sei, in die Armbeuge oder in ein Taschentuch zu husten oder zu niesen. Händeschütteln sei zu vermeiden, häufiges Händewaschen zu empfehlen. Die Verwendung von Atemschutzmasken habe für die breite Bevölkerung keinen Nutzen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Pressemitteilung der Stadt Hamburg
  • Gespräche vor Ort
  • Gespräch mit Christian Müller
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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