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Verletzter bei Protesten: Polizei trennt Linke und Rechte

Hamburg  

Verletzter bei Protesten: Polizei trennt Linke und Rechte

16.05.2020, 16:33 Uhr | dpa

Verletzter bei Protesten: Polizei trennt Linke und Rechte. Auf einem Schild steht die Aufschrift „Gib Gates keine Chance“

Auf einem Schild steht die Aufschrift „Gib Gates keine Chance“. Foto: Axel Heimken/dpa (Quelle: dpa)

Gegen die Freiheitseinschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie haben am Samstag in Hamburg Dutzende Menschen demonstriert. Mehrere hundert linksgerichtete Demonstranten versammelten sich ebenfalls auf dem Rathausmarkt, um gegen Verschwörungstheoretiker zu protestieren. Bei einer Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten wurde nach Angaben der Polizei ein Mann am Kopf verletzt, vermutlich durch eine Glasflasche. Die Beamten führten einen Tatverdächtigen ab, um seine Identität festzustellen, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Zudem habe sich eine Frau bei einem Sturz verletzt.

Der Polizei-Lagedienst sprach am Samstag von insgesamt rund 400 linken und rechten Demonstranten auf dem Platz. Rund um das Rathaus hätten sich bis zu 1500 Menschen versammelt, sagte der Sprecher am Sonntag. Dabei habe es sich aber nicht nur um Demonstranten gehandelt. Die Unterscheidung sei aufgrund der zahlreichen angemeldeten und einer nicht genehmigten Versammlung aus der linken Szene schwierig gewesen. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz und verhinderte nach eigenen Angaben zahlreiche Auseinandersetzungen.

Die 200 bis 300 linken Demonstranten trugen Transparente wie "Verschwörungstheorien gefährden Ihre Gesundheit" und "Rechte Hetze stoppen". Außerdem riefen sie auf dem Rathausmarkt: "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda". Es kam dabei auch zu Rangeleien mit der Polizei, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete.

Rund 50 Menschen versammelten sich, um gegen die Corona-Einschränkungen zu protestieren. Die Mehrzahl von ihnen saß meditativ auf dem Boden. Auf Plakaten hieß es: "Selbstbestimmung statt Impfpflicht" und "Gib Gates keine Chance". Eine Frau zeigte ein Plakat mit einer Parole gegen Kanzlerin Angela Merkel. Eine Gruppe von 10 bis 15 Personen, die mit Alufolie umwickelte Hüte trugen, forderte die Wiederherstellung aller Freiheiten. Sie wurden nach Beobachtung des Fotografen von den linken Demonstranten beschimpft. Später versammelte sich nach Polizeiangaben eine andere kleine Gruppe vor dem Rathaus unter dem Motto "Wir sind das Grundgesetz".

Der Hamburger Verfassungsschutz erklärte, es sei nicht verwunderlich, wenn auch in der Hansestadt Extremisten, zum Beispiel aus dem Milieu der Reichsbürger oder des Rechtsextremismus, bei bestimmten Demonstrationen mitliefen, die einen regierungskritischen Tenor hätten. Die Mischung der Teilnehmer sei nach bisherigen Erkenntnissen sehr bunt, vom normalen Bürger bis zum Verschwörungstheoretiker. "Die Versammlungsfreiheit ist und bleibt ein hohes Gut, aber jeder sollte aufpassen, mit wem er da Seite an Seite läuft", sagte ein Behördensprecher.

Unterdessen stieg die Zahl der positiv auf das neue Sars-CoV-2-Virus getesteten Hamburger am Sonntag um acht auf 5029. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, könnten laut Robert Koch-Institut (RKI) rund 90 Prozent der Infizierten inzwischen als genesen angesehen werden. Die Hamburger Behörde geht aktuell von rund 300 mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Hamburgern aus.

Die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Hamburger erhöhte sich nach Berechnungen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) um einen auf 209. Insgesamt befinden sich 62 Hamburger wegen Covid-19 in stationärer Behandlung, neun weniger als am Vortag. Davon wurden 27 schwer Erkrankte auf Intensivstationen behandelt, 2 weniger als am Samstag.

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