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Queere Filme in Hamburg: Filmförderung führt Diversitäts-Checkliste ein

Gegen Klischees  

Hamburger Filmförderung führt Diversitäts-Checkliste ein

30.06.2020, 07:46 Uhr | dpa

Queere Filme in Hamburg: Filmförderung führt Diversitäts-Checkliste ein. Schild des "Queer Film Festival München" auf einer Parade anlässlich des Christopher Street Days: In Hamburg sollen Filme zukünftig auf Diversität geprüft werden, bevor sie eine Förderung bekommen. (Quelle: imago images/Pohl)

Schild des "Queer Film Festival München" auf einer Parade anlässlich des Christopher Street Days: In Hamburg sollen Filme zukünftig auf Diversität geprüft werden, bevor sie eine Förderung bekommen. (Quelle: Pohl/imago images)

Um Klischees und stereotypen Rollenbildern im deutschen Film entgegenzuwirken, führt die Hamburger Filmförderung einen Fragebogen ein. Der fragt, warum Filme nicht divers sind.

Die Ehefrau nur am Herd, der Schwarze oder Rumäne stets verdächtig und der Schwule bloß eine tuntige Witzfigur – Klischees und stereotype Rollenbilder kommen noch immer sehr häufig in deutschen Filmen vor. Dem will die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) einen Riegel vorschieben.

Deshalb hat sie als erste Filmförderung bundesweit einen verpflichtenden Fragebogen rund um das Thema Diversität entwickelt, die alle Filmemacher für die Beantragung von Fördermitteln ausfüllen müssen.

Dabei gehe es in erster Linie darum, die Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure auf diesem Gebiet zu sensibilisieren, sagte in Hamburg FFHSH-Geschäftsführer Helge Albers der Deutschen Presse-Agentur.

Verstehen, warum Rollen so besetzt sind

"Mehr Vielfalt filmen und Geschichten erzählen, die sonst ungehört bleiben: Wir wollen unsere vielfältige, multikulturelle Gesellschaft modern und in all ihren Facetten auf der Leinwand sehen." Es sei "jetzt höchste Zeit, unbewusste Vorurteile und Klischees zu hinterfragen". Deshalb sollen die Filmemacher von nun an Stellung zu den Themen, Rollen und Besetzungen ihres Filmes beziehen.

"Wir wollen verstehen und wissen, warum sie ihre Rollen so besetzt und den Stoff so entwickelt haben, wie sie es getan haben", ergänzte FFHSH-Sprecherin Claudia Hartmann. "Manchmal gibt es ja auch inhaltliche Gründe, warum ein Film nicht divers ist. Die wollen wir aber nachvollziehen können." Der Filmförderung gehe es bei der Entscheidung einer Förderung immer um die Qualität der Stoffe. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige: Je diverser ein Film ist, desto besser ist er meist auch.

Für FFHSH-Geschäftsführer Albers ist die "Diversity Checklist" ein wichtiger erster Schritt, dem weitere Aktionen folgen müssen. Die FFHSH selbst hat zuletzt eigenen Angaben zufolge ihre Fördergremien geschlechtergerecht und diverser besetzt. Vor einigen Jahren hatte die Filmförderung bereits mit dem grünen Drehpass in der Branche Maßstäbe gesetzt und die Filmemacher für umweltbewusstere Dreharbeiten mit einem grünem Label belohnt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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