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Hamburg: Umstrittener Einsatz gegen Teenager – Polizei nimmt Stellung

Debatte über Polizeigewalt  

Polizei Hamburg äußert sich zum umstrittenem Einsatz in Hamburg

18.08.2020, 18:04 Uhr | t-online, dpa

Hamburg: Umstrittener Einsatz gegen Teenager – Polizei nimmt Stellung. Polizeibeamte in Hamburg (Symbolbild): Ein Video eines umstrittenen Polizeieinsatzes macht im Netz die Runde. (Quelle: imago images/Hanno Bode)

Polizeibeamte in Hamburg (Symbolbild): Ein Video eines umstrittenen Polizeieinsatzes macht im Netz die Runde. (Quelle: Hanno Bode/imago images)

Ein Video auf Twitter soll einen erneuten Fall von Polizeigewalt zeigen – dieses Mal in Hamburg. Nun hat sich die Polizei zu den Vorwürfen geäußert und das Vorgehen verteidigt. 

In Hamburg soll ein 15-Jähriger von der Polizei festgenommen worden sein. Mindestens acht Beamte umzingelten den Jugendlichen, wie ein auf Twitter kursierendes Video zeigt. Die Art und Weise der Festnahme sorgt in den sozialen Medien für Empörung. Zuerst berichtete das "Hamburger Abendblatt".

Der Polizeieinsatz soll sich am Montag gegen 13 Uhr ereignet haben, wie die Polizei am Dienstag bestätigte. In der etwa eineinhalb Minuten langen Videoaufzeichnung ist zu sehen, wie acht Beamte einen jungen Mann umstellen. Sie versuchen offenbar, ihn an der Wand zu fixieren. Dabei wird ihm von der Polizei mehrfach die Hand auf Hals und Brust gedrückt.

In der Sequenz ist zu hören, wie die Beamten den 15-Jährigen mehrfach auffordern, sich auf den Boden zu legen. Der kommt der Forderung jedoch nicht nach. Dann bringen die Beamten den Jungen auf den Boden.

Passanten versuchten, die Lage zu deeskalieren, doch erfolglos, heißt es. Ein Zeuge berichtete dem "Abendblatt", dass er das Eingreifen der Polizei als "unverhältnismäßig" bewerte.

Polizei verteidigt Vorgehen

Nach der Kritik an dem Vorgehen der Beamten äußerte sich die Polizei in einer Pressemitteilung zu dem Vorfall. Demnach habe am Montag ein Stadtteilpolizist den Jugendlichen kontrollieren wollen, der ihm in den vergangenen Tagen bereits mehrfach aufgefallen war. Der Jugendliche habe mit einem Elektro-Roller wiederholt verbotswidrig den Gehweg benutzt.

Der Jugendliche kam demnach der Aufforderung, sich auszuweisen, nicht nach. Es seien dann zunächst drei weitere Beamten dazugekommen. Eine erneute Befragung nach seinen Personalien habe nichts gebracht, und der Jugendliche habe beim Ergreifen durch die Einsatzkräfte mit den Armen um sich geschlagen, die Beamten von sich weg geschubst. Deshalb seien zum Überwinden des Widerstandes weitere Beamte hinzugerufen werden. Hier setzte das veröffentlichte Video ein.

Einsatz wird überprüft

Im weiteren Verlauf hätten die Beamten versucht, mit einfacher körperlicher Gewalt gegen "den sehr großen und starken Jugendlichen" vorzugehen und ihn mit zum Kommissariat zu nehmen. Letztlich sei nach mehrfacher Drohungen Pfefferspray eingesetzt worden. Danach sei es den Beamten gelungen, den Jugendlichen auf den Boden zu halten und zu fesseln. "Dabei wurden die Einsatztechniken so kontrolliert, dass es dem Jugendlichen jederzeit möglich war, zu atmen", hieß es weiter. 

Die Polizei betonte: "Grundsätzlich ist die Polizei in einem ständigen Spannungsfeld, wenn Zwangsmaßnahmen gegen Personen durchgeführt werden, die körperlich sehr groß und stark sowie erkennbar jugendlich sind."

Das Video zeige deutlich, dass die Polizisten gewillt waren, den Widerstand mit einfacher körperlicher Gewalt zu beenden und den Jugendlichen zu Boden zu bringen. "Solche Einsätze erzeugen häufig Bilder, die Fragen aufwerfen." Der Einsatz werde vom Dezernat Interne Ermittlungen überprüft.

Verwendete Quellen:

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