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Mord an 83-Jährigem: Angeklagter kündigt Aussage an

Hamburg  

Mord an 83-Jährigem: Angeklagter kündigt Aussage an

17.09.2020, 02:49 Uhr | dpa

Mord an 83-Jährigem: Angeklagter kündigt Aussage an. Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Er soll seinen 83 Jahre alten Bekannten aus Habgier von hinten stranguliert und beraubt haben: Vor dem Hamburger Landgericht hat am Donnerstag der Mordprozess gegen einen 54-Jährigen begonnen. Gleich zum Auftakt kündigte die Verteidigung eine Aussage des Angeklagten am kommenden Dienstag an. In der Anklage würden Tatsachen behauptet, die nicht stimmten, sagte sein Verteidiger vor dem Hamburger Landgericht. Da es aber noch Besprechungsbedarf gebe, werde sein Mandant erst am nächsten Prozesstermin aussagen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus Habgier und zugleich Raub mit Todesfolge vor. Nach Überzeugung der Ermittler wusste der Schneidermeister, dass der Rentner große Bargeldsummen in seiner Wohnung in Hamburg-Wilhelmsburg verwahrte. Um sich Zutritt zu verschaffen, soll der Angeklagte am 20. März vorgegeben haben, sich für eine Nähmaschine zu interessieren, die der Rentner zum Kauf anbot.

Weil er ungestört nach dem Geld suchen wollte, ermordete der Deutsche den Rentner laut Staatsanwaltschaft schließlich. Danach habe der Angeklagte die Wohnung durchsucht und aus einem Koffer Bargeld in Höhe von mindestens 99 950 Euro an sich genommen. Rund 50 000 Euro, die in der Waschmaschine versteckt waren, blieben unentdeckt. Die Leiche wurde zwei Tage später neben der Nähmaschine gefunden.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft. Bei früheren Vernehmungen machte der Vater von drei erwachsenen Kindern nach Angaben eines Gerichtssprechers bislang keine Angaben. Die Miene des schmalen Mannes im gestreiften Hemd verriet keine Gefühlsregung, während er die erste Zeugenaussage verfolgte. Er kenne den Angeklagten gut, sagte ein 57-Jähriger, der viele Jahre als Ziehsohn des Getöteten galt, im Gerichtssaal. Der Schneidermeister sei immer sehr nett und freundlich gewesen. "Ich kann das nicht glauben, das würde ich ihm nie zutrauen", sagte er über die Vorwürfe gegen den Mann.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der 54-Jährige finanzielle Probleme. Davon habe er nichts gewusst, berichtete der Zeuge. Er habe den Angeklagten immer als sehr spendabel erlebt. Dessen Sohn sei jedoch vor Jahren spielsüchtig gewesen und habe immer viel Wert auf ein schickes Auto gelegt, berichtete der Zeuge.

Obwohl das Opfer den Ermittlungen zufolge viel Geld besaß, lebte der alte Mann in bescheidenen Verhältnissen. Seine Wohnung sei voller Flohmarkt-Käufe gewesen, die er zum Teil weiterverkaufen wollte, berichtete der Zeuge. Der begeisterte Gärtner sei ein "Sparfuchs" gewesen, habe nie Urlaub gemacht. Er sei als "Tratschtante" bekannt gewesen und bei vielen unbeliebt, weil er immer so negativ geredet habe. Andererseits habe er auch sehr hilfsbereit sein können.

Zu seinen Kindern habe der Getötete keinen Kontakt gehabt. Nach dem Tod seiner zweiten Frau 2018 habe sich der Mann verändert und phasenweise "den Bezug zur Realität verloren", berichtete der frühere Ziehsohn. Dass der 83-Jährige so viel Geld in seiner Wohnung versteckte, habe der Senior vielen in der Nachbarschaft selbst erzählt. Auch er habe sich mit dem Mann zerstritten, weil der ihm plötzlich grundlos vorgeworfen habe, ihn beklaut zu haben. Im Sommer 2019 sei der Kontakt deshalb abgebrochen.

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