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Corona-Umfrage: Angst vor Ansteckung - mehr Sorglosigkeit

Hamburg  

Corona-Umfrage: Angst vor Ansteckung - mehr Sorglosigkeit

28.09.2020, 11:41 Uhr | dpa

Obwohl immer mehr Menschen sich angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen um die eigene Gesundheit sorgen, nimmt auch der sorglose Umgang mit Präventionsmaßnahmen zu. So sagen laut einer Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg nur noch 45 Prozent der Menschen in Deutschland, dass sie Abstandsregeln beachten. Noch weniger, nämlich nur 39 Prozent, halten sich demnach an die empfohlene Handhygiene. Auch Umarmungen, Küsse und Händeschütteln zur Begrüßung seien wieder auf dem Vormarsch, teilte die Uni Hamburg am Montag mit. Nur noch 58 Prozent hätten angegeben, dies zu vermeiden. Im April seien es noch 77 Prozent gewesen.

Seit April untersucht das HCHE die Einstellungen, Sorgen und das Vertrauen der Menschen in Bezug auf die Corona-Pandemie. In der aktuell dritten Welle wurden zwischen dem 8. und dem 19. September mehr als 7000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal und Großbritannien online befragt.

"Wir stellen fest, dass die steigenden Infektionszahlen die Bevölkerung zwar ängstigen, aber gleichzeitig auch, dass eine gewisse Müdigkeit bei der Einhaltung der Regeln zu erkennen ist", erklärte Professor Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. Fast jeder Vierte in Deutschland glaube, ein hohes Ansteckungsrisiko zu haben. Dies sei ein Anstieg um drei Prozentpunkte zum Juni.

Auch die Zahl der Impfgegner steigt: Seien im April noch 70 Prozent der Befragten in Deutschland bereit gewesen, sich gegen Sars-CoV-2 impfen zu lassen, seien es aktuell nur noch etwas mehr als die Hälfte. Insbesondere würden diejenigen, die explizit gegen eine Impfung seien, mehr, während die Zahl Unschlüssiger unverändert bleibe. "Wir konnten feststellen, dass zu den Impfgegnern vor allem Personen gehören, die für sich kein gesundheitliches Risiko durch Corona sehen oder die kein Vertrauen in die Informationspolitik ihrer Regierung oder Organisationen wie der WHO haben", so Schreyögg.

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