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Jüdische Gemeinde Hamburg: Angriff war "ein Terroranschlag"

Hamburg  

Jüdische Gemeinde Hamburg: Angriff war "ein Terroranschlag"

05.10.2020, 13:13 Uhr | dpa

Jüdische Gemeinde Hamburg: Angriff war "ein Terroranschlag". Philipp Stricharz

Philipp Stricharz, erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, gibt ein Interview. Foto: Jonas Walzberg/dpa (Quelle: dpa)

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Hamburg, Philipp Stricharz, hat den Angriff vor der Synagoge am Sonntag als "Terroranschlag" bezeichnet. "Terror deswegen, weil solche Taten die Leute verunsichern und sie zum Teil in Angst versetzen. Und zwar in die Angst, ob man wirklich ohne Verletzungen und Behelligungen unsere jüdischen Einrichtungen erreicht, um Feste zu feiern". Die Gemeinde sei fassungslos, dass trotz aller Maßnahmen vor der jüdischen Synagoge und seitens der jüdischen Gemeinde "jemand noch so nah an die Synagoge rankommt und eine solche Tat begeht".

Polizei und Generalstaatsanwaltschaft werten den Angriff auf einen jüdischen Studenten mit einem Klappspaten durch einen Deutschen mit kasachischen Wurzeln nach ersten Erkenntnissen als versuchten Mord - mutmaßlich mit antisemitischem Hintergrund.

Bei dem verletzten Studenten handelt es sich der jüdischen Gemeinde zufolge um einen Gast, der in Hamburg zu Besuch war. "Er hält sich tapfer und wacker. Aber es ist schon so, dass er schwer verletzt ist. Nicht lebensbedrohlich", sagte Stricharz weiter. Unmittelbar nach dem Angriff habe das Opfer gegenüber der Polizei ausgesagt, dass es den Täter noch nie zuvor gesehen habe, so ein Polizeisprecher dazu.

Der Gemeindevorsitzende plädierte dafür, dass Sicherheitssystem zum Schutz der Mitglieder zu verändern. "Rein operativ oder taktisch muss man sicherlich einiges hier ändern. So etwas darf nicht passieren. Es reicht offenbar nicht, eine massive Polizeipräsenz zu haben." Es gehe nun darum, wie genau die stattfindet.

Am Sonntagnachmittag war ein junger Mann unmittelbar vor dem Betreten einer Hamburger Synagoge von einem Deutschen mit einem Klappspaten angegriffen und am Kopf verletzt worden. Das Motiv des 29 Jahre alten Mannes mit kasachischen Wurzeln war zunächst unklar. Der Mann mit Wohnsitz in Berlin hatte allerdings der Polizei zufolge einen "extrem verwirrten Eindruck" gemacht. Nach dpa-Informationen soll der Täter einen Zettel mit einem Hakenkreuz in seiner Hosentasche gehabt haben.

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