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Warnstreik im ÖPNV: U-Bahnen und Busse bleiben im Depot

Hamburg  

Warnstreik im ÖPNV: U-Bahnen und Busse bleiben im Depot

14.10.2020, 12:33 Uhr | dpa

Warnstreik im ÖPNV: U-Bahnen und Busse bleiben im Depot. Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Auf einer Anzeigentafel in einem U-Bahnhof steht während des Warnstreik im öffentlichen Dienst der Hinweis "Aktuell kein Bus- und U-Bahn Verkehr". Foto: Bodo Marks/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in Hamburg und Umgebung müssen sich am Donnerstag auf massive Einschränkungen einstellen. Wegen eines um drei Uhr morgens beginnenden, 24-stündigen Warnstreiks bei der Hochbahn werden voraussichtlich die meisten U-Bahnen und Busse im Depot bleiben. Gleiches gilt für die Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein (VHH), deren Beschäftigte aus Solidarität nun ebenfalls die Arbeit niederlegen wollen, wie die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mitteilte. Vom Warnstreik nicht betroffen sind die S- und Regionalbahnen. Die Hochbahn AG und die VHH kritisierten den Warnstreik als unverhältnismäßig.

Das ehrenamtliche entscheidungsfähige Gremium aus Verdi-Mitgliedern bei den VHH habe nach einer Neubewertung der Lage am Dienstagabend entschieden, sich unter dem Motto "Wir wollen eins sein" mit den Hochbahn-Beschäftigten zu solidarisieren und zwischen drei Uhr morgens bis 15.00 Uhr ebenfalls die Arbeit niederzulegen, erklärte Verdi. Es wäre bereits der zweite Warnstreik innerhalb weniger Wochen. Schon am 29. September war der U-Bahn- und Busbetrieb der Hochbahn in Hamburg zeitweise komplett zum Erliegen gekommen. Damals hatten sich die Hochbahn-Beschäftigten an dem bundesweiten Warnstreik der Gewerkschaft Verdi bei den Verkehrsbetrieben beteiligt.

Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite vor, den Tarifkonflikt auf Kosten der Fahrgäste zu verschleppen, weil sie im Fall der Hochbahn erst für den 29. Oktober und im Fall der VHH erst für den 4. November ein Gesprächsangebot unterbreitet habe. Verdi will unter anderem, dass es bundesweit einheitliche Regelungen für Urlaubstage, das 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld gibt. Auch soll es eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit geben. Bundesweit sind rund 87 000 Tarifbeschäftigte in 130 Verkehrsbetrieben angestellt. In Hamburg sind es den Angaben zufolge rund 7000 Menschen.

VHH-Geschäftsführer Toralf Müller sagte, ihm fehle jedes Verständnis für einen Warnstreik zu diesem Zeitpunkt. Millionen Menschen in Deutschland seien wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit oder hätten sogar ihren Job verloren. Auch bei den Verkehrsunternehmen im HVV hätten Fahrgastschwund und der zeitweise gestoppte Fahrscheinverkauf ein großes Minus verursacht. "Dennoch konnten alle Arbeitsplätze gehalten und sogar für die Zukunft gesichert werden." Hamburg halte sogar an der Ausweitung des Angebots zum nächsten Fahrplanwechsel fest - "eine Entscheidung, die in Zeiten wie diesen keineswegs verständlich sind und über die wir alle froh sein sollten".

Von dem Warnstreik sind laut VHH die Betriebshöfe Bergedorf, Schenefeld, Glinde, Geesthacht, Lauenburg, Quickborn, Norderstedt, Elmshorn und Billbrook betroffen. Das habe Auswirkungen auf den gesamten Hamburger Raum sowie die Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Pinneberg und Segeberg.

Die Hochbahn hat bereits davor gewarnt, Fahrgäste "in Geiselhaft" zu nehmen. Angesichts der parallel laufenden Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag bei der Hochbahn sei der Streikaufruf im Rahmen der bundesweiten Verdi-Mobilisierung im öffentlichen Dienst nicht nachzuvollziehen, hatte das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt. Die Hochbahn rechnet wegen des Warnstreiks mit erheblichen Einschränkungen. "Momentan müssen wir (...) davon ausgehen, dass wir kein oder nur ein sehr rudimentäres Angebot bereitstellen können."

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