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Tschentscher schwört Bürger auf weitere Einschränkungen ein

Hamburg  

Tschentscher schwört Bürger auf weitere Einschränkungen ein

28.10.2020, 14:14 Uhr | dpa

Tschentscher schwört Bürger auf weitere Einschränkungen ein. Peter Tschentscher (SPD)

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister , spricht. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat die Bevölkerung wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen auf weitere harte Einschränkungen eingeschworen. "Es wird darum gehen, die aktuell viel zu hohe Infektionsdynamik durch einen zeitlich begrenzten, aber harten Einschnitt abzubremsen", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einer Regierungserklärung mit Blick auf die parallel laufende Videoschalte der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Er betonte, die vorgeschlagenen Maßnahmen bezögen sich auf konsequente Kontaktbeschränkungen unter anderem in der Freizeitgestaltung, im privaten Bereich und der Gastronomie.

Am Mittwoch war die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg mit 404 auf einen Rekordwert gestiegen. Der Sieben-Tage-Wert kletterte auf 113,2 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. 149 Covid-19-Patienten liegen inzwischen in Krankenhäusern, 34 von ihnen auf Intensivstationen.

"Wir sind jetzt in der Corona-Pandemie in einer kritischen Phase", betonte Tschentscher. Die zweite Welle treffe Europa mit großer Wucht. Die Regierungen von Frankreich, Spanien und Tschechien hätten bereits den Notstand ausgerufen. "Auch aus unseren Partnerstädten ... erreichen uns bestürzende Nachrichten", sagte Tschentscher. In Marseille liege der Sieben-Tage-Wert pro 100 000 Einwohner bei über 500. In Prag bestehe eine generelle Ausgangssperre, auf dem Prager Messegelände werde derzeit ein Feldlazarett errichtet.

"Es gibt keinen Grund mehr, daran zu zweifeln, dass uns auch in Deutschland diese Entwicklung droht, wenn wir nicht alle durch unser persönliches Verhalten mithelfen, genau dieses zu verhindern", sagte Tschentscher. Mehr als zwei Drittel der Städte und Landkreise in Deutschland hätten den kritischen Sieben-Tage-Wert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner bereits überschritten - als letzte Großstadt auch Hamburg.

Tschentscher warnte: "Wer in einem Keller hinter verschlossenen Türen eine Party mit fast 100 Leuten veranstaltet - ohne Maske, ohne Abstand - der unterläuft die gesamte Corona-Strategie und bringt uns in größte Schwierigkeiten." Das sei unverantwortlich in dieser kritischen Lage, "und deshalb werden unsere Polizei und Ordnungskräfte die Einhaltung der Corona-Regeln weiter konsequent kontrollieren und durchsetzen".

"Glauben Sie nicht denjenigen, die die Gefahr leugnen und die Sache damit noch schlimmer machen." Alle müssten sich jetzt diszipliniert verhalten. Denn das Kernproblem bestehe darin, dass auch Personen, die wenig oder gar keine Symptome zeigten, infiziert sein und diese Infektion auch übertragen könnten.

"Deshalb müssen wir uns alle konsequent an die Regeln halten, die jetzt unbedingt notwendig sind: Abstand halten, Hygiene beachten, Maske tragen und persönliche Kontakte mit anderen so weit wie möglich verringern." Es komme auf das Verhalten jeder und jedes Einzelnen an. "Es ist jetzt nicht die Zeit, zu feiern. Ich bitte Sie dringend, die Corona-Regeln einzuhalten und mitzuhelfen, den starken Anstieg der Infektionsdynamik zu stoppen", sagte Tschentscher.

Mit Blick auf die Videoschalte mit Merkel sagte Tschentscher, er halte weiterhin ein möglichst einheitliches Vorgehen für wichtig, "denn es muss für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Klarheit geben, worauf es jetzt ankommt". Der Senat werde sich dafür einsetzen, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben. Durch Antigen-Schnelltests wiederum sollen ältere Menschen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen besser geschützt werden, damit sie weiterhin Besuch empfangen können und nicht sozial isoliert werden. Tschentscher kündigte zudem an, die Corona-Soforthilfen fortzuführen. "Wir können damit nicht jede Notlage verhindern, aber wir helfen, wo es nur geht."

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