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Linke provozieren Ältestenratssitzung: Kritik an Otto Group

Hamburg  

Linke provozieren Ältestenratssitzung: Kritik an Otto Group

25.11.2020, 18:45 Uhr | dpa

Linke provozieren Ältestenratssitzung: Kritik an Otto Group. Das Otto-Logo am Verwaltungsgebäude der Konzernzentrale

Das Otto-Logo am Verwaltungsgebäude der Konzernzentrale. Foto: picture alliance / Christophe Gateau/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Linken haben die Otto Group wegen der geplanten Schließung ihres Retourenzentrums mit 840 Beschäftigten in der Bürgerschaft scharf kritisiert - und eine Sitzung des Ältestenrats provoziert. Die Parlamentssitzung wurde am Mittwoch jedoch nicht wegen der Vorwürfe an sich unterbrochen. Die Linken hatten vielmehr die Aktuelle Stunde zum Thema Mitbestimmung des Parlaments in der Corona-Krise für ihre Kritik genutzt, weil der geplante Tagesordnungspunkt zu den Vorgängen bei der Otto Group wegen Zeitablaufs auszufallen drohte.

Die Linken werfen Otto vor, unverantwortlich und unsozial zu handeln. "Wir können nicht ignorieren, wenn ein Unternehmen wie Otto mitten in der Krise trotz Umsatzsteigerungen Entlassungen durchsetzen will", sagte der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, David Stoop - ehe das Parlamentspräsidium auf Antrag die Ältestenratssitzung einberief und Stoops Rede damit beendete. Die Otto Group hatte Anfang September angekündigt, ihr Hamburger Retouren-Zentrum Hermes Fulfilment in ungefähr einem Jahr zu schließen.

Beschäftigte, der Betriebsrat der Otto Group und Mitglieder der Umweltorganisation BUND protestierten unterdessen vor dem Werkstor gegen die Verlagerung des Retourenzentrums nach Lodz in Polen sowie Pilsen in Tschechien. Der Umweltverband verlangte, den Hamburger Standort aus sozialen, aber auch aus ökologischen Gründen zu erhalten. "Wenn der Otto-Versand Kosten sparen will, soll er dies durch eine Verringerung des Retourenaufkommens erreichen, nicht aber durch eine sozial und ökologisch verheerende Verlagerung in Billiglohnländer", sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

Otto habe 2017 den CSR-Preis der Bundesrepublik Deutschland (Corporate Social Responsibility) für besondere ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung erhalten. Dieser Verantwortung müsse sich das Unternehmen jetzt stellen. "Sonst heißt es bald nicht mehr "Otto find ich gut!", sondern "Otto - sozial und ökologisch gar nicht gut!"", erklärte Braasch.

Ein Unternehmenssprecher wies die Vorwürfe des BUND zurück. Die Schließung des Retourenbetriebs in Hamburg und die Verlagerung eines letzten Teils der europäischen Retourenbearbeitung der Otto Group nach Polen und Tschechien führe von 2022 an zu einer nur unwesentlichen Veränderung der CO2-Belastung. "Dies könnte selbst die Naturschutzorganisation BUND nachvollziehen, wenn sie an einer sachlichen Bewertung statt populistischem Aktionismus interessiert wäre", betonte der Sprecher.

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