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Hamburger Corona-Tote wurden im Schnitt 83 Jahre alt

Von dpa
Aktualisiert am 18.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Benjamin Ondruschka, Leiter der Rechtsmedizin am UKE in Hamburg, stellt die Studie zu den Corona-Toten vor: Die Corona-Toten in Hamburg waren im Schnitt 83 Jahre alt.
Benjamin Ondruschka, Leiter der Rechtsmedizin am UKE in Hamburg, stellt die Studie zu den Corona-Toten vor: Die Corona-Toten in Hamburg waren im Schnitt 83 Jahre alt. (Quelle: Christian Charisius/dpa)
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In Hamburg sind 2020 ├╝ber 700 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Im Durchschnitt wurden sie 83 Jahre alt. Die Obduktionen der Rechtsmedizin haben noch weitere aufschlussreiche Erkenntnisse gebracht.

Von den 735 Hamburger Todesf├Ąllen, die im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit Corona gebracht wurden, starben nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung 618 tats├Ąchlich an dem Virus.

Das Institut f├╝r Rechtsmedizin am Universit├Ątsklinikum Eppendorf (UKE) untersuchte nicht nur die Sterbef├Ąlle in Krankenh├Ąusern und Pflegeheimen, sondern auch solche, die nach dem Tod zu Hause oder bei einer Leichenschau aus anderen Gr├╝nden auffielen, wie der Leiter des Instituts, Benjamin Ondruschka, erkl├Ąrte.

Sieben Prozent der 735 Toten - also rund 50 - waren zwar mit dem Virus infiziert, die Infektion war aber nicht die Todesursache. Bei den ├╝brigen knapp 70 Verstorbenen wollten die Angeh├Ârigen keine Obduktion oder es fehlten Unterlagen. Das Robert Koch-Institut habe f├╝r Hamburg im vergangenen Jahr 632 Corona-Tote gemeldet.

Blutverd├╝nner k├Ânnen helfen

Die Ergebnisse der Untersuchungen best├Ątigten zudem die positive Wirkung von Blutverd├╝nnungsmitteln. "Zwar haben unsere Obduktionen der Verstorbenen gezeigt, dass die Covid-19-Erkrankten trotz der Gabe von Blutverd├╝nnungsmitteln noch Blutgerinnsel in den Lungenschlagadern aufweisen konnten", sagte Ondruschka. In der statistischen Auswertung h├Ątten sich aber l├Ąngere ├ťberlebenszeiten zwischen Infektion und Tod seit einer Therapieumstellung gezeigt.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war bei den Hamburger Obduktionen aufgefallen, dass Covid-19 zu ungew├Âhnlich vielen Thrombosen und Lungenembolien f├╝hrt. Daraufhin waren die bundesweit geltenden Behandlungsleitlinien ge├Ąndert worden. Seitdem wird ├ärzten empfohlen, Patienten nach individueller Risikoeinsch├Ątzung mit einem Blutverd├╝nnungsmittel zu behandeln.

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Der Leiter der Klinik f├╝r Intensivmedizin, Stefan Kluge, k├╝ndigte f├╝r Montag eine neue Leitlinie f├╝r die Behandlung von Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland an. Die in Zusammenarbeit mit 14 medizinischen Fachgesellschaften entstandenen Empfehlungen rieten weiterhin zur Gabe des Blutverd├╝nners Heparin, allerdings in Ma├čen. Im Fokus der Leitlinie stehe das Testen. Patienten und Mitarbeiter sollen demnach zweimal die Woche auf das Coronavirus getestet werden. Weiterhin werde empfohlen, mit der invasiven Beatmung nicht zu fr├╝h zu beginnen.

Wenige junge Corona-Tote

Das Durchschnittsalter der Hamburger Corona-Toten betrug nach Angaben von Ondruschka 83 Jahre. 75 Prozent der Verstorbenen seien ├Ąlter als 76 Jahre gewesen. Die Toten im Alter von 29 bis 100 Jahren waren zu 55 Prozent m├Ąnnlich und zu 45 Prozent weiblich. Nur sieben Tote, also nur gut ein Prozent, waren j├╝nger als 50 Jahre. Sie h├Ątten alle eine Vorerkrankung gehabt, etwa ein Herzleiden oder einen Tumor. In sehr wenigen Ausnahmef├Ąllen seien Menschen an Covid-19 ohne erkennbare Vorerkrankung gestorben. Laut einer Hypothese h├Ątten diese Patienten m├Âglicherweise eine extrem hohe Viruslast gehabt oder seien im Moment der Infektion sehr vulnerabel gewesen, sagte Ondruschka.

Die 618 Corona-Toten machten rund 3,3 Prozent aller 18.500 Hamburger Sterbef├Ąlle im vergangenen Jahr aus. Eine deutliche ├ťbersterblichkeit habe es im April und Dezember sowie ÔÇô nicht Corona-bedingt ÔÇô im August gegeben. Seit Januar untersucht Ondruschkas Institut besondere Todesf├Ąlle. Darunter seien jung Verstorbene, solche ohne Vorerkrankungen oder mit Virusmutation. Es sei auch schon ein Toter mit der britischen Virusvariante untersucht worden. Diese Person, die nicht aus Hamburg stammte, sei ein "ganz klassischer Fall" gewesen.

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Derzeit gehe die Zahl der Corona-Todesf├Ąlle in Hamburg und Deutschland zur├╝ck, sagte Ondruschka. Auf die Frage, ob die Impfung der Menschen mit h├Âchster Priorit├Ąt die Sterblichkeit drastisch senken werde, sagte der Rechtsmediziner: "Das ist die sehr optimistische Hoffnung."

Impfung sch├╝tzt vor schwerem Verlauf

In seinem Institut seien auch schon Tote untersucht worden, die gegen Corona geimpft waren. Einen kausalen Zusammenhang, also dass die Impfung zum Tod f├╝hrte, habe man aber nicht entdecken k├Ânnen. Der Rechtsmediziner vermutet, dass in Einzelf├Ąllen auch Geimpfte an Corona sterben werden, weil sich der Impfschutz nicht immer komplett ausbilde.

Die Impfung sch├╝tze vor allem vor schweren Verl├Ąufen der Krankheit, betonte Kluge. "Wir haben noch keinen Patienten auf der Intensivstation behandelt, der geimpft war." Er appellierte an die B├╝rger, sich impfen zu lassen. Die Diskussion um den Impfstoff Astrazeneca irritiere ihn. Die h├Ąufigen Nebenwirkungen nach der ersten Dosis seien die v├Âllig erwartbare Reaktion des K├Ârpers und nicht besorgniserregend.

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"Wir k├Ânnen und sollten sehr, sehr froh sein, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt schon drei zugelassene Impfstoffe haben in Deutschland. Und die Diskussion, welcher Impfstoff besser ist, empfinde ich selber als Luxusdiskussion", sagte der Intensivmediziner. Mit Astrazeneca w├╝rden auch die Mitarbeiter des UKE geimpft.

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Von Gregory Dauber
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