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Ärzte gut mit Astrazeneca versorgt: Anrufe nicht erwünscht

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Ärzte gut mit Astrazeneca versorgt: Anrufe nicht erwünscht

07.05.2021, 17:07 Uhr | dpa

Ärzte gut mit Astrazeneca versorgt: Anrufe nicht erwünscht. ein Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen Corona

Ein Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen Corona wird gezeigt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach der Freigabe von Astrazeneca für alle erwachsenen Impfwilligen können sich auch mehr Hamburger von ihren Hausärzten impfen lassen. Es gelte aber weiterhin der Grundsatz, dass die Praxen ihre Patienten benachrichtigten, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg am Freitag mit. Impfwillige sollten nicht von sich aus die niedergelassenen Ärzte anrufen. Wer allerdings keinen impfenden Haus- oder Facharzt habe, könne sich selbstverständlich eine Praxis suchen, hieß es. Die Mediziner können nach der offiziellen Abschaffung der Priorisierung aber selbst festlegen, wen sie impfen. "Wer eine Impfung erhält, entscheidet der Arzt / die Ärztin nach medizinischen Kriterien", erklärte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Jochen Kriens.

Einen Mangel an Astrazeneca gibt es in Hamburg offenbar nicht. Die Lieferkontingente deckten zurzeit die Bestellmengen der Arztpraxen. Das Präparat könne in gewünschter Menge von den Arztpraxen bestellt werden und werde entsprechend ausgeliefert, hieß es. Kommende Woche sollten eine Million Dosen des Impfstoffs an Arztpraxen in Deutschland geliefert werden, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden inzwischen 6,3 Millionen Astrazeneca-Dosen verimpft - von 9,3 Millionen Dosen, die nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums an Länder und Großhändler gingen. Der britisch-schwedische Hersteller war immer wieder in den Schlagzeilen - obwohl Experten dessen Impfstoff Vaxzevria für gleichermaßen geeignet halten wie die Vakzine anderer Hersteller.

Beim Einsatz in jüngeren Altersgruppen traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung selten teils tödliche Blutgerinnsel im Gehirn auf. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Einsatz für Menschen ab 60 Jahren. Auch für Jüngere ist die Impfung mit dem Präparat aber möglich - "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten", so die Impfkommission.

Das Hamburger Impfzentrum hat keine verfügbaren Vorräte von Astrazeneca mehr. Erst in der zweiten Junihälfte sollen noch 14 400 Dosen geliefert werden, die für Zweitimpfungen gebraucht werden, wie der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, erklärte. Ansonsten werden für das Impfzentrum, die mobilen Teams und die Hamburger Krankenhäuser bis Mitte Juni mindestens 35 100 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer und rund 19 000 Dosen Moderna pro Woche erwartet. In der übernächsten Woche sollen es knapp 41 000 Biontech/Pfizer-Dosen sein, dafür aber nur gut 13 000 von Moderna.

In dieser Woche sei zudem bereits eine zweite Lieferung von 4800 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson eingetroffen. Mit diesem Mittel, das seine Wirkung bereits nach einer Spritze entfaltet, sollen Impfteams erneut in Einrichtungen von Obdachlosen gehen. 600 Obdachlose seien bereits geimpft worden. Nun sollen noch mehr auf der Straße lebende Menschen vom Sinn einer Schutzimpfung überzeugt werden.

Die Versorgung der Arztpraxen läuft unabhängig von diesen Lieferungen über die Apotheken. Die Hausärzte sollen ihren Anteil an den Impfungen weiter steigern. Das Impfzentrum solle dagegen bereits im Sommer abgewickelt werden, sagte Helfrich. Allerdings könne sich die Schließung der Einrichtung in den Messehallen verzögern, wenn auch Kinder geimpft würden.

Nach den Lehrern und Mitarbeitern der Jugendhilfe rief die Gesundheitsbehörde am Freitag weitere Gruppen der Priorität drei zum Impfen auf: Angestellte im Nahverkehr und in der Jugendarbeit, Beschäftigte von Apotheken und medizinischen Laboren in besonders relevanter Position sowie Jugendgruppenleiter und Ehrenamtliche, die an Sommerfreizeiten für Kinder und Jugendliche mitwirken.

Bis einschließlich Donnerstag waren in Hamburg nach RKI-Angaben 578 853 Menschen mindestens einmal, 146 013 Einwohner vollständig geimpft. Bei den Impfquoten liegt Hamburg mit 31,3 Prozent der Bevölkerung bei den Erstimpfungen und 7,9 Prozent bei den Zweitimpfungen etwas unter dem bundesweiten Schnitt.

Für vollständig geimpfte oder genesene Menschen fallen ab Sonntag viele Alltagsbeschränkungen weg. Einen Tag nach dem Bundestag stimmte am Freitag auch der Bundesrat einer Verordnung zu, die Grundrechtseinschränkungen für diese Gruppen aufhebt.

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