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Hamburger CDU-Chef will Gender-Verbot bei staatlichen Stellen

"Ideologisch motivierte Gendersprache"  

Hamburger CDU-Chef will Gender-Verbot bei staatlichen Stellen

24.05.2021, 13:36 Uhr | dpa

Hamburger CDU-Chef will Gender-Verbot bei staatlichen Stellen. Aufkleber mit Aufschrift "*innen": Staatliche Stellen sollen auf das Gendern verzichten – notfalls per Verbot, sagt der Hamburger CDU-Chef. (Quelle: imago images/Symbolbild/Ralph Peters)

Aufkleber mit Aufschrift "*innen": Staatliche Stellen sollen auf das Gendern verzichten – notfalls per Verbot, sagt der Hamburger CDU-Chef. (Quelle: Symbolbild/Ralph Peters/imago images)

Der Chef der Hamburger CDU Christoph Ploß will staatlichen Stellen die Benutzung von gendergerechter Sprache verbieten. Sie sei "grammatisch falsch, künstlich und ideologisch motiviert". 

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß macht sich für ein Verbot der Gendersprache bei staatlichen Stellen stark. "Zu Hause am Abendbrottisch sollte selbstverständlich jeder, der das möchte, nach Herzenslust gendern können", sagte der Bundestagsabgeordnete in einem "Spiegel"-Interview. "Aber von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte ich, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht einfach willkürlich verändern." Deshalb sei für staatliche Stellen ein Gesetz nötig, wie es auch in Frankreich diskutiert werde.

In Deutschland halten 65 Prozent der Bevölkerung einer aktuellen Umfrage zufolge nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter in der Sprache. Die Befragung hatte Infratest Dimap Mitte Mai für "Welt am Sonntag" erhoben. Gegner des Genderns lehnen etwa Formulierungen wie "Zuhörende" statt "Zuhörer" und die Nutzung des großen Binnen-Is ("WählerInnen") in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Kunstpause vor der zweiten Worthälfte ("PendlerInnen") in der gesprochenen Sprache.

Christoph Ploß (CDU): Er ist gegen Gendersprache bei staatlichen Stellen. (Quelle: dpa/Christophe Gateau/Archivbild)Christoph Ploß (CDU): Er ist gegen Gendersprache bei staatlichen Stellen.

Ploß betonte, er setze sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und für eine Sprache, die zusammenführe. "Daher wehre ich mich dagegen, dass von Behörden, Ministerien, Schulen und Universitäten, also staatlichen Einrichtungen, eine grammatisch falsche, künstliche und ideologisch motivierte Gendersprache verwendet wird, die ständig das Trennende betont." Sprache sei für die Kultur und das Zusammenleben von enormer Bedeutung. "Daher sollte dieser Punkt Eingang in das gemeinsame Regierungsprogramm von CDU und CSU finden."

Die Gender-Sprache sei nicht nur grammatisch falsch. Sie stehe auch für den Trend, "dass in unserer Gesellschaft Menschen immer stärker in Kollektive eingeordnet werden". Es gehe immer häufiger nur noch um die Hautfarbe, um die sexuelle Orientierung oder ums Geschlecht. "Weder das Gemeinsame noch das einzelne Individuum stehen bei diesem Ansatz im Mittelpunkt, sondern das Trennende zwischen verschiedenen Gruppen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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