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2G-Modell in Hamburg gestartet: Chaos um neue Corona-Regeln


Chaos um neue Corona-Regeln in Hamburg: Jeder, wie er möchte

Von Jannis Große

Aktualisiert am 29.08.2021Lesedauer: 3 Min.
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Schilder an einer Bar weisen auf die neuen Corona-Regeln in Hamburg hin: Die Sofabar am Neuen Pferdemarkt öffnet einen Raum mit Außenbereich nach 2G-Regeln und den zweiten Raum mit Außenbereich nach 3G-Regeln.
Schilder an einer Bar weisen auf die neuen Corona-Regeln in Hamburg hin: Die Sofabar am Neuen Pferdemarkt öffnet einen Raum mit Außenbereich nach 2G-Regeln und den zweiten Raum mit Außenbereich nach 3G-Regeln. (Quelle: Große/T-Online-bilder)
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In Hamburg können nun Wirte und Barbetreiber selbst entscheiden, ob sie Ungeimpfte hereinlassen. Das führt vielerorts zu Verwirrung – denn manch Gastronom wendet sowohl 3G als auch 2G an.

Trotz norddeutschen Schmuddelwetters nutzen auch an diesem Wochenende etliche Menschen die gastronomische Vielfalt in Hamburg-St. Pauli und der Sternschanze: Die Bars, Restaurants und Kneipen sind gut besucht. Seit Samstag dürfen Betreiber von Einrichtungen in Hamburg alternativ zur 3G-Regelung, also dem Einlass von Geimpften, Genesenen und negativ Getesteten, den Zugang auf die ersten beiden Gruppen beschränken. Die neue 2G-Regelung ist nicht verpflichtend, sondern ein Angebot der Stadt, einen Betrieb mit weniger Corona-Auflagen zu ermöglichen.

So fallen bei der 2G-Regelung das Abstandsgebot, starke Kapazitätsbegrenzungen und die feste Tisch- bzw. Sitzplatzanordnung weg. Für Kinder unter 14 gilt die 2G-Regelung nicht, für Jugendliche bis 18 gilt eine Übergangsphase – sie dürfen auch ohne Impfung oder Genesung am 2G-Kulturbetrieb teilnehmen. Für 2G-Lokale entfällt außerdem die Sperrstunde zwischen 23 und 4 Uhr. Maskenpflicht und Kontaktverfolgung bleiben jedoch bei beiden Modellen erhalten.

Restaurantbetreiber setzen weiterhin auf 3G

t-online hat sich am ersten Abend der neuen Corona-Regel in Hamburg umgeschaut. Bisher fanden sich an den Eingängen der meisten Bars und Restaurants in St. Pauli und der Sternschanze nur Hinweise zur Abstands- und Maskenpflicht sowie QR-Codes zur digitalen Kontaktverfolgung. Hinweise über die 3G-Regelung waren eher selten zu sehen.

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Besucher sitzen in der Sternschanze auf St. Pauli in Bars: Die Bars und Restaurants waren am Samstag gut gefüllt.
Besucher sitzen in der Sternschanze auf St. Pauli in Bars: Die Bars und Restaurants waren am Samstag gut gefüllt. (Quelle: Große/T-Online-bilder)

Bei Restaurants hat sich daran am Samstag wenig getan. Auf Nachfrage heißt es fast immer, dass ein negativer Test ausreichend sei. Die Betreiber und Betreiberinnen halten weiterhin an 3G fest. Ein entscheidender Faktor ist dabei, dass viele Gastwirte und Gastwirtinnen in den letzten Monaten auf die Außengastronomie gesetzt haben, an der sich durch einen Wechsel auf die 2G-Regelung für Gruppen unter 10 Personen kaum etwas ändert.

Wegfall der Sperrstunde für Bars wichtig

Für Bars, die stark durch die Sperrstunden betroffen sind, sowie für Lokale ohne Möglichkeiten zur Außengastronomie ist die Option, nach 2G-Regelung zu öffnen, deutlich interessanter.

Rund um die Reeperbahn finden sich am Samstag einige Bars und Pubs, die mit großen Schildern deutlich machen, dass sie die neue Möglichkeit wahrnehmen. Hier wird nur Genesenen und Geimpften Zugang gewährt. Wirklich darüber reden will aber niemand.

Es sei schließlich für alle neu und man wisse nicht, wie der erste Abend wird. Große Befürchtungen scheint hier allerdings niemand zu haben. Die Bars müssen freilich auch aus anderen Gründen Gäste abweisen.

Bar nutzt unterschiedliche Corona-Regeln

Eine Bar im Karolinenviertel geht einen ganz eigenen Weg. Bis 23 Uhr öffnet sie nach bisherigem 3G-Modell. Ab 23 Uhr – dem Beginn der Sperrstunde – wird das "Minus" dann zur 2G-Bar.

David arbeitet hier als Servicemitarbeiter und Barkraft. Er findet die 2G-Regelung gut. "Wir setzen auf diese Zwischenlösung, damit man die Menschen, die noch nicht geimpft sind, nicht vergrault", erzählt er. Außerdem gebe es für einen kompletten 2G-Betrieb aktuell noch Hürden, so sind zum Beispiel bislang nicht alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vollständig geimpft.

An einigen Bars und Restaurants ist die 3G-Regelung durch Schilder und Texte erkennbar: Für 3G-Bars gilt weiterhin die Sperrstunde zwischen 23 und 4 Uhr.
An einigen Bars und Restaurants ist die 3G-Regelung durch Schilder und Texte erkennbar: Für 3G-Bars gilt weiterhin die Sperrstunde zwischen 23 und 4 Uhr. (Quelle: Große/T-Online-bilder)

"Die Zwischenlösung ermöglicht es, auch nach 23 Uhr wieder zu öffnen, und verschafft uns als Team einige Erleichterungen, die wir uns schon längere Zeit herbeisehnen", so David. Er findet es zwar immer schade, wenn er Menschen wegschicken muss, glaubt aber, dass sich das 2G-Modell durchsetzt, wenn immer mehr Menschen geimpft sind. "Auch jetzt müssen wir schon Menschen rausschicken, wenn sie keinen Test haben", erzählt er.

Links 2G, rechts 3G

Grundsätzlich unterstützt er, dass Betreiber und Betreiberinnen jetzt die Freiheit haben, zwischen 2G und 3G zu entscheiden. Er ist aber auch davon genervt, dass die Politik nur sehr langsam auf die Bedürfnisse der Gastronomie eingehe.

Die "Sofabar" am Neuen Pferdemarkt geht einen ähnlichen Weg. Die Bar hat zwei Innenräume mit Außenfläche. Links gilt 2G, rechts die 3G-Regelung. Auf beiden Seiten ist die Bar am frühen Abend gut gefüllt. Und andere Bars, die weiterhin negativ Getestete hereinlassen, sind ebenfalls gut besucht.

Vor Ort beweist sich, was Medienberichte auch im Vorfeld schon gezeigt haben: Die Betreiber und Betreiberinnen sind geteilter Meinung. Für einige bedeutet die 2G-Regelung eine Einschränkung der Kundschaft, für andere ist es der Weg zurück in die Wirtschaftlichkeit. Ob die 2G-Regelung auch in Restaurants auf mehr Interesse stößt, wenn es für die Außengastronomie zu kalt geworden ist, wird sich zeigen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche und Eindrücke vor Ort
  • hamburg.de: Coronavirus aktuell
  • hamburg.de: FAQ Corona Gaststätten
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