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Antisemitischer Angriff in Hamburg: Polizei fasst 16-Jährigen


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Täter soll in Auschwitz-Film mitgespielt haben

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 29.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Ein Hamburger Polizeiwagen im Einsatz (Symbolbild): Den Hamburger Beamten ist es in Berlin gelungen, einen mutmaßlich antisemitischen Anschlagstäter zu schnappen.
Ein Hamburger Polizeiwagen im Einsatz (Symbolbild): Den Hamburger Beamten ist es in Berlin gelungen, einen mutmaßlich antisemitischen Anschlagstäter zu schnappen. (Quelle: opokupix/imago-images-bilder)
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In Hamburg soll ein 16-jähriger Juden-Hasser bei einer Mahnwache einen Mann angegriffen und schwer verletzt haben. Jetzt kommt raus: Der mutmaßliche Täter war als Schauspieler tätig – und spielte in einem Film über Auschwitz mit.

Am Dienstag haben Ermittler des Hamburger Landeskriminalamts in Berlin einen 16-Jährigen gefasst, der am 18. September in Hamburg den 60-jährigen Besucher einer Mahnwache gegen Antisemitismus angegriffen haben soll. Einen Tag später kommt nun heraus, dass der mutmaßliche Täter als Schauspieler in einem Film über Auschwitz mitgespielt haben soll.

In dem Film "Evolution", der im Juli bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feierte, geht es um eine Familie von Holocaust-Überlebenden. Die "Bild" berichtet, der mutmaßliche Täter von Hamburg habe in dem Film einen Jungen aus Berlin gespielt.

Die Figur mobbt in dem Streifen den Enkel einer Frau, die als Mädchen in Auschwitz war. Der 16-Jährige stehe bei einer Schauspiel-Agentur unter Vertrag, berichtete die "Bild". Jemand aus einem Berliner Jugendzentrum habe ihn empfohlen.

Angriff in Hamburg: 16-Jähriger soll Mann geboxt haben

In der Hamburger Innenstadt soll der Teenager nun nicht nur den Juden-Hasser geschauspielert, sondern wirklich zugeschlagen haben. Wie das Opfer berichtete, stieß der Jugendliche zunächst antisemitische Beleidigungen aus, schlug dann mit der Faust zu. Er traf den 60-Jährigen, der nach eigener Aussage in Begleitung seiner "fast 80-jährigen" Mutter unterwegs war, im Gesicht.

Anschließend sei der Täter mit seinen Begleitern wahrscheinlich auf Leih-E-Scootern geflüchtet, teilte die Polizei mit.

Opfer von Antisemitismus: Bleibende Schäden zu erwarten

Nach eigenen Aussagen könnte der 60-Jährige aufgrund seiner Verletzungen auf einem Auge erblinden, wie er der "MOPO" nach der Tat erzählte. Ein Splitter seiner Brille habe sich in sein Auge gebohrt. Zudem habe man im Krankenhaus Brüche an der Nase, dem Jochbein und dem Knochen unterm Auge festgestellt.

"Wir gehen davon aus, dass wir die Tat aufgeklärt haben und den Tatverdächtigen ermittelt haben", sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag. Weitere Informationen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht herausgeben, hieß es weiter.

Der 16-Jährige sei erkennungsdienstlich behandelt und wieder auf freien Fuß gesetzt worden, so die Hamburger Polizei. Die Ermittlungen des Staatsschutzes, der sich der Tat angenommen hat, dauern an. Bei einer Hausdurchsuchung konnten "mutmaßliche Beweismittel" festgestellt werden.

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Verwendete Quellen
  • Polizei Hamburg: Mitteilung vom 28. September 2021
  • "Bild": "Juden-Hasser von Hamburg spielte in KZ-Film mit"
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